Berlin
Lauterbach zofft sich mit Blume: „Stellen Sie sich nicht dümmer, als Sie sind“
Streit ist quasi das Lebenselixier von Talkshows. Bei „Anne Will“ gab es am Sonntag davon mehr als genug. Besonders zwischen Karl Lauterbach und Markus Blume ging es hoch her.
Talkmasterin Anne Will sprach am Sonntag mit ihren Gästen - mal wieder - über die Corona-Pandemie. Zu Gast waren unter anderen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und CSU-Generalsekretär Markus Blume. Zwischen den beiden Politikern ging fast zehn Minuten heftig hin und her. Grund für den Streit: die Gesetzeslage zur Impfpflicht. Die Bundesregierung hat bereits eine einrichtungsbezogene Impfpflicht beschlossen, über eine allgemeine Impfpflicht wird noch diskutiert.
Zuletzt hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, den Vollzug der ab Mitte März greifenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht auszusetzen. Sie sei in der jetzigen Form nicht umsetzbar, der Bund müsse nachbessern. Später schob er nach, dass Bayern sich an Bundesrecht halten werde.
Markus Blume setzte in der Talkshow nochmal nach und betonte, dass das Gesetz zur Impfpflicht nicht umsetzbar sei. Die Länder wünschten sich Vollzugshinweise, die habe der Bund aber nicht geliefert. Außerdem warf er Lauterbach vor: „Sie äußern sich beim Thema der allgemeinen Impfpflicht als Privatmann. Das sollte man zu Beginn der Sendung klären: Ob Sie heute Abend als Gesundheitsminister oder Privatmann sprechen.“
Darauf erwiderte Lauterbach: „Stellen Sie sich doch nicht, als Sie sind“, und ergänzte: „Gerne nehme ich mal einen konstruktiven Vorschlag von ihrer Seite an“, sagte er. „Der Vollzug muss doch von den Ländern kommen, da erwarte ich wenigstens konstruktive Vorschläge und nicht: ‚Der Bund liefert nicht‘.“
Die anderen Talkshow-Gäste - Ärztin Jana Schroeder, Nordrhein-Westfalens Familienminister Joachim Stamp (FDP) und die Leiterin eines Pflegeheims in Sachsen, Elke Keiner - hatten in diesem Streit nur wenig zu melden, konnten aber im Verlauf der Sendung auf ihre Sorgen aufmerksam machen. So wies die Pflegedienstleiterin Kainer auf die schwierige Personallage hin und auch Ärztin Schroeder berichtete von Problemen in der Praxis.