Brookmerland

Verwaltung: Sportplatzneubau günstiger als Sanierung

| | 11.02.2022 20:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Zum ersten Mal tagten Politiker in der nach dem Arzt und früheren Turnvereinsvorsitzenden Dr. Adolf Schomerus benannte Sporthalle in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks
Zum ersten Mal tagten Politiker in der nach dem Arzt und früheren Turnvereinsvorsitzenden Dr. Adolf Schomerus benannte Sporthalle in Marienhafe. Foto: Thomas Dirks
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Die Brookmerlander Verwaltung legt Politikern einen neuen Vergleich zum Thema Sportzentrum vor. Der ist nicht nur wegen der hohen Summen beeindruckend.

Brookmerland - Und wieder gibt es neue Zahlen und Summen: In der andauernden Brookmerlander Sportstätten-Debatte hat die Verwaltung überarbeitete Kostenberechnungen vorgelegt. Wie Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz in der gemeinsamen Sitzung der Ratsausschüsse für Wirtschaft und Finanzen sowie Soziales, Integration und Sport am Donnerstag in Marienhafe sagte, werde der von der SPD/Moin-Ratsmehrheit und der Verwaltung favorisierte Bau einer neuen zentralen Sportstätte nördlich des Baggersees in Marienhafe rund 5,5 Millionen Euro kosten. Rund 5,7 Millionen müssten den Berechnungen zufolge für die Sanierung des bestehenden Sportzentrums in Upgant-Schott aufgewendet werden. Der von der Samtgemeinde aufzubringende Eigenanteil beträgt laut Schwarz bei einem Neubau am Tjücher Moortun rund 1,7 Millionen Euro. An der Sanierung müsste sie sich mit rund drei Millionen beteiligen.

Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz (hier in einer Ausschusssitzung im Juli 2021) stellte die Kostenschätzung zum Sportplatz auch dieses Mal vor. Foto: Thomas Dirks
Bauamtsmitarbeiter Markus Schwarz (hier in einer Ausschusssitzung im Juli 2021) stellte die Kostenschätzung zum Sportplatz auch dieses Mal vor. Foto: Thomas Dirks

Schwarz geht davon aus, mit dem Verkauf des alten Sportzentrums in Upgant-Schott als Bauland knapp zwei Millionen Euro erzielen zu können. Der Verkaufserlös solle in die neue zentrale Freiluftsportstätte in Marienhafe investiert und damit der Eigenanteil reduziert werden. Wie schon der stellvertretende Sprecher der SPD-Moin-Gruppe, Hajo Janssen, rechnet auch die Verwaltung damit, dass sich pro Quadratmeter Sportplatz 100 Euro erlösen ließen.

Umwandlung in Bauland

Den für eine Umwandlung des Sportplatzes in Bauland erforderlichen Bebauungsplan muss die Gemeinde Upgant-Schott verabschieden. Ein erster Schritt ist bereits gemacht. Am Dienstag dieser Woche habe der Verwaltungsausschuss der Gemeinde den Aufstellungsbeschluss gefasst, teilten Bürgermeister Günter Winter (SPD) und Heiko Poppinga (CDU/Moin) mit. In dem Plan soll laut Mitteilung auch ein Kita-Standort und eine Schulsportanlage für die Grundschule ausgewiesen werden. Der Ersatzneubau in Marienhafe sieht laut Schwarz den Bau eines Kunstrasenplatzes und zweier Naturrasenplätze vor. Außerdem soll eine Sportanlage Typ C und 400 Quadratmeter große Gebäude sowie Nebenanlagen entstehen.

Das Sportzentrum in Upgant-Schott war im vergangenen Jahr monatelang gesperrt. Foto: Thomas Dirks
Das Sportzentrum in Upgant-Schott war im vergangenen Jahr monatelang gesperrt. Foto: Thomas Dirks

Bei einer Sanierung des vorhandenen Sportzentrums würden neben einer Anlage des Typs C ein Kunstrasen- und nur ein Naturrasenplatz angelegt. Das vorhandene Umkleidegebäude müsste abgerissen und neu gebaut werden, da es nicht mehr zeitgemäß sei, hieß es. Allein kostet es mehr als eine Million Euro. Auch geht die Verwaltung weiterhin davon aus, dass am Standort Upgant-Schott wegen schlechter Bodenverhältnisse 11.250 Tonnen torfhaltiger Boden gegen 13.500 Tonnen ausgetauscht und als Sonderabfall entsorgt werden müsse. Allein die Kosten für den Bodenaustausch schätzte er auf knapp eine Million Euro.

Lärmschutzwand

Da der Sportplatz inmitten eines Wohngebiets liege, müsse im Fall der geplanten baulichen Veränderungen auch eine 400 Meter lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand für rund eine halbe Million Euro errichtet werden. Zudem müsste die Zahl der vorhandenen 50 Parkplätze auf 145 erhöht werden. Die Sanierung des Sportzentrum sei aufwendig. „Sie stellt auch einen Neubau dar“, sagte Schwarz und listete auch die bekannten Argumente für und gegen Neubau und Sanierung noch einmal auf.

•Die Sportanlagen in Upgant-Schott sind nach wie vor in einem schlechten Zustand. Foto: Thomas Dirks
•Die Sportanlagen in Upgant-Schott sind nach wie vor in einem schlechten Zustand. Foto: Thomas Dirks

Bauamtsleiter Jochen Behrends sagte auf Nachfrage von Ratsfrau Ida Bienhoff-Topp (Bündnis für Brookmerland), dass der Betrieb auf der im vergangenen Jahre monatelang gesperrten alten Anlage bis zum Bau einer neuen gesichert sei. „Wir haben die Anlage im Blick und machen alles Erforderliche“, versprach Behrends.

Nördlich des Baggersees am Tjücher Moortun in Marienhafe (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) soll die neue zentrale Sportstätte entstehen. Foto: Thomas Dirks
Nördlich des Baggersees am Tjücher Moortun in Marienhafe (im Bild parallel rechts zu den Wasserflächen) soll die neue zentrale Sportstätte entstehen. Foto: Thomas Dirks

Beim Bau der neuen Anlage, für die im Sommer mit Vogelzählungen begonnen werden solle, werde auf ausreichend Verkehrsflächen, Räumstreifen und eine funktionierende Entwässerung geachtet, versicherten Schwarz und Behrends.

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