Aurich/Coesfeld
Müllwagen sollen Funklöcher im Kreis finden
Funklöcher plagen Handynutzer auch im Kreis Aurich. Eine Idee aus dem Münsterland könnte helfen. Dort will man diese Lücken im Netz den Betreibern nachweisen.
Aurich/Coesfeld - Im Landkreis Aurich könnten Müllfahrzeuge des Abfallwirtschaftsbetriebes künftig eine zusätzliche Aufgabe bekommen: Mit ihnen könnten Funklöcher im Mobilfunknetz aufgespürt werden. Das bestätigt Kreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Anfrage. Es gebe Gespräche innerhalb der Kreisverwaltung, ein solches Projekt zu verwirklichen. Konkrete Planungen gebe es allerdings noch nicht.
Die Idee stammt aus dem Landkreis Coesfeld (Münsterland). Dort sind seit Anfang dieses Jahres die Müllfahrzeuge mit einer sogenannten Echtnetz-Box ausgestattet, wie es in einer Mitteilung der Wirtschaftsförderung Coesfeld (WFC) heißt. Echtnetz, weil laut WFC-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner die tatsächliche Mobilfunkversorgung häufig nicht so gut sei, wie sie von den Mobilfunkbetreibern angegeben werde. Mit den Daten, die von der Echtnetz-Box geliefert werden, könne man den Betreibern nachweisen, wo Funklöcher beständen – mit dem Ziel, die Betreiber der Netze vom weiteren Ausbau zu überzeugen.
Ein Problem, das auch den Landkreis Aurich betrifft. Laut einer Übersichtskarte der Bundesnetzagentur klaffen bei der Versorgung mit dem 4G-Standard im Kreis Aurich beträchtliche Lücken. Ihlowerhörn, Forlitz-Blaukirchen oder Teile von Timmel können von einem guten Handyempfang nur träumen. Vielerorts geht es dabei noch nicht einmal um das mobile Internet, sondern schlicht um die Möglichkeit, zu telefonieren.
Nur zwei Echtnetz-Boxen reichen in Coesfeld, um die Daten zu sammeln. Die kleinen Kästen werden im Müllauto an den Zigarettenanzünder angeschlossen und sammeln dann die Daten während der Mülltouren. Das Ergebnis seien hochwertige Daten mit geringem Aufwand. Denn die Fahrzeuge kommen an allen Straßen im Kreisgebiet automatisch vorbei.