Aurich
Brandgefahr: Räume des Gymnasiums Ulricianum gesperrt
Im Auricher Gymnasium Ulricianum herrscht Platzmangel. Der wird durch den Brandschutz nun noch verschärft. Es gibt mehrere Lösungsansätze.
Aurich - Das Auricher Gymnasium Ulricianum platzt, zumindest an der Hauptstelle, aus allen Nähten. Ein Zustand, der nun aus Gründen des Brandschutzes noch verschärft worden ist. Denn das erste Obergeschoss sowie das Dachgeschoss des „Bahnanums“, des ehemaligen Kreisbahn-Bahnhofs, mussten nach einer Begehung durch einen Brandschutzprüfer gesperrt werden. Denn die Brandlast in dem alten Fachwerkgebäude sei einfach zu hoch gewesen, so Schulleiter Rüdiger Musolf auf ON-Anfrage. Außerdem, so fügt Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Nachfrage hinzu, habe sich die Nutzung der Räume geändert. Früher sei dort nur eine Bibliothek gewesen. Jetzt würde das Gymnasium im „Bahnanum“ auch Computerräume für den Informatikunterricht betreiben. Damit aber unterlägen diese Räume der Schulbaurichtlinie mit anderen Vorgaben.
Und das hat Folgen. Das Dachgeschoss darf für Unterrichtszwecke gar nicht mehr genutzt werden. Und im ersten Obergeschoss darf erst dann wieder Informatik-Unterricht stattfinden, wenn ein zweiter Fluchtweg installiert worden ist. Eine Lösung sei bereits gefunden worden, so Müller-Gummels. Wie diese in dem denkmalgeschützten Gebäude aussehen wird, ließ er aber offen. Zum Ausgleich für den wegfallenden Informatik-Raum wird nun im Erdgeschoss des markanten Gebäudes ein Computerraum eingerichtet.
Lagerraum statt Klassenzimmer
„Das kann aber nur ein Provisorium sein“, sagt Musolf. Denn zum einen werde dafür die Hälfte der Cafeteria genutzt. Zum anderen sei das Ulricianum eine der Informatik-Pilotschulen in Niedersachsen. Das Fach werde im kommenden Jahr Pflichtfach in den Jahrgängen 9 und 10. „Im Ulricianum wird das heute schon gemacht“, sagt Musolf. Dadurch habe man aber einen hohen Bedarf an Fachräumen. Er weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der Hauptstelle des Gymnasiums eine extreme Raumnot herrsche. Zwar könne man das Dachgeschoss des „Bahnanums“ nun als Lager nutzen. Dadurch würde aber nur wenig Platz in den übrigen Gebäuden geschaffen.
Platz hat die Schule vor allem in der neuen Außenstelle in Egels. Dort sind ab dem Sommer je vier Klassen der Jahrgänge 5 bis 7 untergebracht – und es gibt dort noch Raumreserven. Eine Lösung für die Platzprobleme in der Hauptstelle ist das aber nicht, wie Musolf ausführt. Sollten mehr Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 nach Egels statt zur Hauptstelle geschickt werden, müssten dafür die Einzugsgebiete geändert werden. Das aber hätte auch Änderungen am komplexen System der Buslinien zur Folge. Es müsse dabei auch geschaut werden, welche Kinder dann zusätzlich nach Egels gehen müssten. „Wir können ja nicht Kinder aus den westlichen Stadtgebieten an der Hauptstelle vorbei nach Egels fahren.“
Gymnasium soll mittelfristig schrumpfen
Die zweite Variante wäre, zusätzlich Jugendliche des achten Jahrgangs nach Egels zu verlegen, um Platz an der Von-Jhering-Straße zu bekommen. Das Problem der Busverbindungen bestände dann nicht. Allerdings liegen ab dem achten Jahrgang noch mehr Fächer auf sogenannten Leisten, was den Stundenplan sehr unflexibel macht. Auch starten die dritte Fremdsprache und der bilinguale Unterricht im achten Jahrgang. „Das ist organisatorisch nicht umsetzbar“, so Musolf. Aus diesem Grund setzt er darauf, dass eine weitere Lösung für die Hauptstelle gefunden wird, um die Raumprobleme in den Griff zu bekommen. Er stehe dafür in gutem Kontakt mit dem technischen Gebäudemanagement des Landkreises, so Musolf.
Im Jahr 2020 musste die Schule zehn fünfte Klassen bilden, im vorigen Jahr waren es nur noch acht. Geht es nach Schulleiter Rüdiger Musolf, sollen es künftig auch nicht mehr werden. Schon im vorigen Jahr hat er die Achtzügigkeit als das Idealmaß für das Ulricianum angesehen. Wenn sich das durchhalten lässt, dürften mittelfristig auch die Raumprobleme an der Hauptstelle verschwinden. Dafür allerdings müssten mehr Eltern davon überzeugt werden, ihre Kinder entweder auf die Realschule Aurich zu schicken oder die IGS Aurich anzuwählen. Erstere Schule quillt selbst über und soll nun per Ratsbeschluss auf fünf Züge begrenzt werden. Alleine an der IGS Aurich gibt es noch Kapazitäten, um mehr Kinder aufzunehmen. Denn die Kreispolitik hatte dafür gesorgt, dass der IGS Aurich als Einzugsgebiet nur noch die Auricher Grundschulen geblieben sind. Kinder aus Ihlow und Südbrookmerland dürfen nicht mehr kommen.