Aurich
Tourismus-Chef rechnet mit Boom-Saison in Aurich
Der Geschäftsführer des Verkehrsvereins Marco Bordasch geht von einer guten Tourismus-Saison aus. Dafür sucht er jetzt schon nach Personal. Es stehen einige Neuerungen auf dem Programm.
Aurich - Zuversichtlich blickt der Geschäftsführer des Auricher Verkehrsvereins Marco Bordasch in die mittlerweile dritte Corona-Saison. „Ich rechne schon mit einem Tourismus-Boom“, sagte er im Gespräch mit den ON. Vor allem hofft Bordasch, neben einem guten Sommer, auch auf eine gute Vor- und Nachsaison. Die war im vergangenen Jahr ausgefallen und hat die Gesamtbilanz entsprechend verhagelt. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison mit der ersten Stellenausschreibung. Gesucht wird unter anderem ein neuer Hafenmeister.
„Wir hoffen seit zwei Jahren endlich wieder auf ein nennenswertes Ostergeschäft“, sagte Bordasch. Hotelieres und Gastronomen bräuchten dringend eine vernünftige Saison.
Verkehrsverein startet mit neuem Angebot
Pünktlich zu den Osterferien startet am Auricher Hafen die Saison. Denn dann kommt in normalen Jahren traditionell die erste Besucherwelle. Bis dahin haben die Mitarbeiter des Verkehrsvereins noch eine Menge zu tun. Im März kommt das Ausflugsschiff MS Stadt Aurich in die Werft. Außerdem müssen die Fahrradrouten aufgefrischt und die Beschilderung kontrolliert werden, sagte Bordasch.
Neuer Hafenmeister gesucht
Drei Hafenmeister für die neue Saison hat der Auricher Verkehrsverein schon, einer fehlt noch. Seine Aufgabe: Sich von April bis Oktober um die Gäste im Hafen kümmern - zum Beispiel beim Bootsverleih, der Paddel- und Pedalstation sowie die Betreuung der Bootje-Fahrer. Eine Aufgabe, die oft von Quereinsteigern, Frührentnern oder auch Studenten übernommen wird, sagte der Geschäftsführer des Verkehrsvereins Marco Bordasch. Es ist nicht die einzige Position, die neu zu besetzen ist. Auch ein bis zwei Reinigungskräfte und ein bis zwei und Servicekräfte würde der Verkehrsverein gerne noch einstellen. Das Problem bei der Personalsuche ist laut Bordasch das Saisongeschäft. „Meist möchten die Leute eine Ganzjahresbeschäftigung“, so der Touristiker. Insgesamt beschäftigt der Verkehrsverein rund 30 Mitarbeiter in der Saison.
Eine besondere und neue Attraktion ist zurzeit noch im Winterschlaf eingelagert in einer Halle: Künftig können Besucher Elektroboote mieten, mit denen sie sogar ohne Führerschein auf dem Kanal fahren dürfen. „Bisher hatten wir führerscheinfreie Motorboote, aber die waren technisch anfällig und für Umwelt und Besucher nicht gut“, sagte Bordasch. Das ist bei den neuen Booten anders. Die Bedienung sei simpel und sie machen quasi kein Geräusch und sind emissionsfrei. Ein solches Boot wurde im vergangenen Jahr in Aurich getestet. Nun sollen bis zu drei Boote im Einsatz sein.
Auch E-Bike-Flotte wird aufgerüstet
Und noch eine Flotte wird aufgerüstet: Insgesamt acht E-Bikes sollen den Besuchern am Hafen zur Verfügung stehen. Im vergangenen Jahr waren es vier der elektrisch unterstützten Fahrräder, Ende des Jahres kamen noch einmal zwei Stück dazu. „Wir wollen künftig mit den Rädern auch kleine Gruppen ausstatten können, denn das Interesse dafür nimmt zu“, nannte Bordasch den Grund für die Neuanschaffungen. Die Räder würden von den Gruppen dann für zwei bis drei Tage gemietet. „Das ist die Zukunft“, sagte der Tourismus-Chef.
Für eine erfolgreiche Saison am Hafen ist für Bordasch neben der guten Ausstattung Punkt unabdingbar: Die Wiedereröffnung der „Hafenkiste“ am Bootssteg. „Wir brauchen zwingend ein gastronomisches Angebot im Hafen. Das erwarten die Gäste“, sagte Bordasch. Ob und wann das Restaurant mit Außenterrasse im Hafen wieder öffnet ist noch unklar. Nach der coronabedingten Schließung hatten dann der Chefkoch und sein Stellvertreter gekündigt. Bis heute ist der Betrieb von Betreiber und Marema-Chef Ewald Maas nicht wieder geöffnet. Noch immer ist der Personalmangel als Grund angegeben. Maas hat bisher auf eine Anfrage der ON nicht reagiert.
Ob Geschäftsreisende zurückkommen, ist unklar
Neben der Gastronomie hofft Bordasch auch noch auf die Rückkehr auf einer weiteren Gruppe: die der Geschäftsreisenden. Der Geschäftsreiseverkehr sei nahezu komplett weggebrochen, sagte Bordasch. Dies sei in der Nebensaison aber wichtig. Wie die Geschäftsreisen waren auch die Gruppen- und Busreisen im vergangenen Jahr ein besonderes Sorgenkind, sagte Bordasch. Die Gruppen- und Busreisen würden sich aber langsam wieder entwickeln. „Das ist die Zielgruppe, die ja auch meistens schon geimpft ist“, sagte Bordasch. Auch da hoffe er auf eine normale Saison. Wann und ob die Geschäftsreisenden zurückkommen sei hingegen noch völlig offen. Denn viele Firmen hätten sich an digitale Gespräche und Konferenzen gewöhnt. „Da wird was wegbrechen“, ist Bordasch überzeugt. Es sei eine Herausforderung, dies durch andere Zielgruppen aufzufangen.
Er setzt auf einen deutlichen Trend: 30 Prozent der Deutschen reisen im Inland, sagte Bordasch. In Ostfriesland kämen 90 Prozent der Besucher aus dem deutschsprachigen Raum. Auch die Besucherzahlen aus der Schweiz und Österreich seien im vergangenen Jahr gestiegen, sagte Bordasch.