Frankfurt
„Millenium Tower“ in deutscher Stadt wird höchstes Gebäude in der EU
Der „Millenium Tower“ im Frankfurter Europaviertel soll 280 Meter hoch in den Himmel ragen. Die Bauarbeiten sollen 2025 starten. Auch andere deutsche Städte planen aktuell große Bauvorhaben.
Die Banken-Metropole Frankfurt hat sich wegen seiner vielen Wolkenkratzer den Beinamen „Mainhattan“ erarbeitet. Die zehn höchsten Hochhäuser Deutschlands stehen allesamt in Frankfurt. Jetzt kommt eine weiterer Wolkenkratzer hinzu. Der „Millenium Tower“ soll bis 2030 in der Finanz-Metropole entstehen und wäre mit Fertigstellung das höchste Hochhaus in der gesamten Europäischen Union. Mit einer Höhe von 280 Metern würde der Wolkenkratzer den Commerzbank Tower um 21 Meter übertreffen und sich nicht nur Platz eins in Deutschland, sondern auch in der EU sichern. Seit 1997 ist der Commerzbank Tower das höchste Gebäude Deutschlands.
Europaweit liegt aktuell der Lakhta Tower im russischen St. Petersburg mit 462 Metern Höhe auf Platz eins. Von den zehn höchsten Hochhäusern liegen neun in Russland. Der Wolkenkratzer „The Shard“ in London durchbricht mit Platz acht die russische Phalanx. Der Commerzbank Tower liegt in diesem Ranking auf Platz 16.
Ganz oben in 280 Metern Höhe soll eine spektakuläre Aussichtsplattform entstehen. In der sogenannten „Skyhall“ sollen Sitzgelegenheiten in Form einer Treppe entstehen, verriet der Architekt Ferdinand Heide gegenüber „hessenschau.de“. Eigentlich sollte dieses Projekt bereits Anfang der 2000er-Jahre realisiert werden. Der Baubeginn soll 2025 starten.
In Berlin wird auch ein neues Hochhaus gebaut. Am Berliner Hotel Estrel in Neukölln soll in den kommenden drei Jahren das künftig höchste Haus der Hauptstadt hochgezogen werden. Nach zehn Jahren Planungszeit präsentierte die Hotelier-Familie Streletzki am Mittwoch das Projekt ihres 176 Meter hohen Estrel Towers.
Anfang nächsten Jahres soll der Grundstein für das Gebäude an der Sonnenallee gelegt werden, wie eine Sprecherin sagte. Auf 45 Etagen werde das Gebäude mehrere Nutzungen erhalten, darunter seien 525 Hotelzimmer und Apartments, Büros und ein Veranstaltungsbereich.
Der Neubau entsteht zwischen dem neuen Abschnitt der Stadtautobahn und dem Neuköllner Schifffahrtskanal gegenüber dem Estrel-Hotel. Der Turm kostet nach Angaben der Bauherren 260 Millionen Euro. Auch ein öffentlich zugänglicher Park sei geplant, teilte die Familie mit. „Wir wollen ein guter Nachbar sein“, sagte Maxim Streletzki.
Berlins höchstes Gebäude bleibt der Fernsehturm mit 368 Metern. Höchste Häuser sind bislang das Park-Inn-Hotel am Alexanderplatz und die Treptowers am Treptower Park mit jeweils 125 Metern. Am Alex gibt es mehrere Projekte für neue Hochhäuser mit bis zu 150 Metern Höhe.
Auch in Hamburg soll ein spektakulärer Wolkenkratzer entstehen. Die Arbeiten für den geplanten Elbtower in der Hamburger Hafencity sollen 2022 kräftig vorangehen. „Der Zeitplan sieht vor, dass im November der erste Abschnitt der Baugrube an den Rohbauer übergeben wird. Die gesamte Baugrube soll dann Anfang 2023 fertig sein“, berichtete ein Sprecher der Signa Real Estate Anfang Januar. Für den Baustart peilt der Projektentwickler das letzte Quartal 2022 oder das erste Quartal 2023 an. Die Fertigstellung ist für Ende 2025 geplant. Einen wichtigen Meilenstein haben die Entwickler mit dem Mitte Dezember vom Senat beschlossenen Bebauungsplan erreicht, auf dessen Basis nun die Gesamtbaugenehmigung erteilt werden könne.
Der vom Büro des Stararchitekten David Chipperfield entworfene Elbtower soll in die von Frankfurter Wolkenkratzern dominierte Topliga der höchsten Hochhäuser in Deutschland vorstoßen: Mit seinen 65 Stockwerken und 245 Metern Höhe wird der Elbtower bundesweite Nummer drei hinter dem Commerzbank-Turm und dem Messeturm in der Mainmetropole.
mit dpa-Material