Ostfriesland
Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen saisonbedingt gestiegen
Die Zahl der Beschäftigten ohne Arbeit ist in Ostfriesland gestiegen. Besonders an der Küste macht sich die Winterpause der Tourismusbranche bemerkbar, doch ein Grund zur Beunruhigung ist das nicht.
Ostfriesland - Wie zu dieser Jahreszeit üblich, ist die Arbeitslosigkeit im Januar wieder gestiegen und mehr Menschen sind auf Leistungen der Bundesagentur für Arbeit angewiesen. Demnach ist die Arbeitslosenzahl in Ostfriesland im Vergleich zum Vormonat erneut gestiegen. Insgesamt waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Emden-Leer 15.847 Personen arbeitslos, 1337 Menschen mehr als im Dezember 2021 (14.510).
Die Arbeitslosenquote ist im Januar um 0,5 Prozent auf 6,3 Prozent gestiegen. Im Vorjahresvergleich ist die Entwicklung rückläufig, so waren im Januar 2021 18.476 Personen arbeitslos gemeldet und die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent.
Anstieg der Arbeitslosenzahlen ist kein Grund für Beunruhigung
Doch für Roland Dupák, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer, ist der Anstieg der Arbeitslosenzahl zu dieser Zeit kein Grund zur Beunruhigung. „In unserem Agenturbezirk mit der Region an der Küste und den ostfriesischen Inseln beobachten wir diese saisonalen Schwankungen jedes Jahr aufs Neue.“ So sind die Arbeitslosenzahlen insbesondere in den Geschäftsstellenbezirken Norden (+12,2 Prozent) und Wittmund (+17,8 Prozent) stärker angestiegen, als an den anderen Standorten.
„Viele der aktuell arbeitslos gemeldeten Personen werden sich gewohnheitsgemäß im Frühjahr mit Beginn der Saison an der Küste und dem Einsetzen der milderen Temperaturen wieder in Arbeit anmelden“, erklärt Roland Dupák. Dies zeige unter anderem auch der Zuwachs an Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), so waren im Vergleich zum Vormonat 1071 Personen (+18,2 Prozent) mehr arbeitslos gemeldet. Insbesondere aus den Bereichen Land-Forstwirtschaft und Gartenbau (20,8 Prozent), der Baubranche (21,1 Prozent) und dem Handel oder der Tourismusbranche (+10,5 Prozent) waren den Angaben zufolge in diesem Monat mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Hinzu kommt, dass zum Jahreswechsel in den Unternehmen häufig befristete Arbeitsverhältnisse enden.
Noch freie Stellen in der Berufsausbildung
„Die Beratung Jugendlicher, die Ausbildungsstellenvermittlung und die Akquise zusätzlicher Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn 2022 laufen auf Hochtouren“, stellt Roland Dupák fest. 1710 Jugendliche haben sich bereits mit der Berufsberatung in Verbindung gesetzt, andere versuchen es erst einmal aus eigener Kraft.
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober vergangenen Jahres wurden der Agentur für Arbeit laut einer Mitteilung 2194 freie Berufsausbildungsstellen gemeldet. „Das ist ein gutes Zeichen, denn trotz der schwierigen Umstände der letzten zwei Jahre sind Arbeitgeber gewillt, in Ausbildung und somit auch in die Fachkräftesicherung zu investieren“, so Dupák.
Darüber hinaus bittet er Betriebe, die ihre freien Stellen noch nicht gemeldet haben oder noch über eine Ausbildung nachdenken, sich mit dem Arbeitgeber-Service vor Ort in Verbindung zu setzen.