Brookmerland
„Freesenspölers“ in schwerer Krise
Der Theaterverein „Freesenspölers Brookmerland“ nach 20 Jahren vor dem Aus. Das liegt nicht nur an einer Vorstandskrise.
Brookmerland - Ein Jahr vor ihrem 20-jährigen Bestehen droht den „Freesenspölers Brookmerland“ das Aus. Der 2003 gegründete Verein steckt in der schwersten Krise seiner Geschichte und ist derzeit weitgehend führungslos.
Man habe momentan keinen handlungsfähigen Vorstand, bestätigte Kassierer Dieter Brauer, der den Verein gemeinsam mit dem bisherigen zweiten Vorsitzenden Focko Janssen zu führen versucht. Der bisherige Vorsitzende der Freesenspölers, Ralf Buck aus Leezdorf, ist zum Ende vergangenen Jahres zurück- und aus dem Verein ausgetreten. Persönliche Gründe, die er nicht eingehender erläuterte, hätten dabei eine Rolle gespielt, bestätigte Buck auf Anfrage. „Die Zukunft des Vereins steht in den Sternen“, sagte er. Buck spricht von einem „schleichenden Prozess“, der durch die Pandemie beschleunigt worden sei. „Corona hat uns das Genick gebrochen. Es kam knüppeldick“, so der bisherige Vereinschef. Neben ihm hat auch die bisherige Schriftführerin Gisela Stein hingeworfen.
„Freesenspölers“ bekamen die Kurve nicht
Zuletzt standen die „Freesenspölers“ im Herbst 2019 auf der Bühne. Mit der Komödie „Mannlüü sünd wat Wunnerbares“ kehrten sie damals an ihre alte Wirkungsstätte, die Gaststätte Köster in Osteel, zurück. Davor war 15 Jahre lang die Aula der IGS Marienhafe-Moorhusen Schauplatz ihrer Aufführungen gewesen.
Nach Herbst 2019 tat sich nichts mehr. Termine wurden abgesagt, Treffen waren kaum oder gar nicht mehr möglich. Doch anders als andere Theatervereine, wie die Theaterwerkstatt „Rosenstraat 13“, die sich beispielsweise durch Freilichttheater über Wasser hielt, bekamen die „Freesenspölers“ die Kurve nicht. Auch, weil ihnen irgendwann das Personal fehlte. Es gebe nur noch „drei bis vier Leute“, die bereit seien, auf der Bühne zu stehen, berichtet Buck. „Das ist einfach zu wenig. Es fehlt uns an Darstellern“, bestätigt Brauer.
Kein Nachwuchs
Jugendlichen Nachwuchs gibt es so gut wie keinen. „Die Jugend geht studieren“, beklagt Buck. 60 Mitglieder zählt der Theaterverein „Freesenspölers Brookmerland“ nach Angaben von Brauer derzeit. Die Personalnot sei das eigentliche Problem und weitaus schwieriger zu lösen als die Führungskrise.
Bevor der Verein vom Gericht einen Vorsitzenden verordnet bekomme, sollten die Mitglieder nach Möglichkeit selbst einen neuen Vorstand finden, so Brauer, der durchaus Möglichkeiten sieht, die Misere in den Griff zu bekommen.
„Vielleicht gibt es die Chance für einen Neuanfang“, sagte er. Der jüngste Versuch, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, aber sei gescheitert, weil sich pandemiebedingt nicht mehr als zehn Menschen treffen dürfen. „Wir müssen abwarten, wie es weitergeht. So schlimm war es bisher noch nie“, sagt Brauer und ergänzt: „Es wäre schade, wenn die Freesenspölers verschwinden würden.“