Osnabrück
Was wir aus dem Mord an zwei Polizisten in Kusel lernen können
Bestürzung in Kusel: Bei einem nächtlichen Einsatz werden zwei junge Polizisten in Rheinland-Pfalz kaltblütig ermordet. Die Tat ist eine Mahnung. Wir brauchen einen anderen Blick auf die Polizei. Allerdings sollte sich eines nicht ändern.
Egal ob Verkehrsunfälle, Familienstreitigkeiten oder Straftaten - Polizeibeamte müssen immer als erste zum Ort des Geschehens eilen und Hilfe leisten. Das ist im täglichen Einsatz oft nicht einfach. Selbst bei Rettungseinsätzen werden Polizisten inzwischen - ebenso wie Sanitäter und Feuerwehrleute - immer öfter beleidigt, bespuckt oder sonstwie aggressiv angegangen. Auch bei Demonstrationen gelten Polizisten verschiedentlich nur als Blitzableiter und verhasste Symbole des Staates, die man beliebig mit Gewalt attackieren darf. Polizeibeamte sind oft die Prellböcke und Prügelknaben der Gesellschaft.
Die Ausbildung von Polizisten versucht diesen Schwierigkeiten Rechnung zu tragen. In den Trainings wird Wert daraufgelegt, das das wichtigste Werkzeug eines Polizisten das Wort und keineswegs die Waffe ist. Die Beamten lernen, gefährliche Situationen möglichst zu deeskalieren, also herunter zu sprechen und gewaltfrei zu lösen. Das zeigt durchaus Erfolge, tatsächlich ist die Zahl von Verletzten oder sogar Toten aufgrund von Polizeiansätzen in Deutschland im internationalen Vergleich verschwindend gering. Eine bürgernahe Polizei ist ein wesentlicher Faktor für das harmonische Zusammenleben der Bürger und auch für den sozialen und wirtschaftlichen Erfolg einer Gesellschaft.
Trotz aller Trainings und Schutzwesten, trotz aller Einsatzpläne und Sicherheitskonzepte - nach wie vor muss jeder Polizeibeamte damit rechnen, im Einsatz getötet zu werden. Die hinterhältige Ermordung von zwei Polizisten nur aus Anlass einer Verkehrskontrolle so wie es jetzt gerade in Rheinland-Pfalz passiert ist, ist ein grausames Beispiel dafür. Es ist ein ungeheures, schamloses Verbrechen, das sprachlos macht. Und es ist eine Mahnung: Auch Polizeibeamte sind Menschen mit Familien und Freunden, die ein Recht auf ein sicheres Leben haben und des Schutzes von uns allen bedürfen. Polizisten müssen wieder mehr Respekt im Alltag erfahren, das geht jeden von uns an. Auf der anderen Seite darf solch ein Polizistenmord nicht dazu führen, dass die Polizei ihren bewährten Ansatz ändert und künftig deutlich robuster im Einsatz vorgeht – das wäre absolut nicht im Sinne der Bürger.
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