Brookmerland

Grünen-Politiker ist jetzt Streitschlichter

| | 27.01.2022 19:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hans-Reiner Stroman ist neuer Schiedsmann und stellvertretender Ratsvorsitzender. Foto: Thomas Dirks
Hans-Reiner Stroman ist neuer Schiedsmann und stellvertretender Ratsvorsitzender. Foto: Thomas Dirks
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Der Grünen-Ratsherr Hans-Reiner Stroman neuer Schiedsmann im Brookmerland. Er erhielt zudem noch ein weiteres Amt.

Brookmerland - Schneller als erwartet ist die Samtgemeinde Brookmerland bei der Suche nach einer weiteren Schiedsperson fündig geworden: Hans-Reiner Stroman hat das Amt übernommen. Der Grünen-Politiker wurde in der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates in Wirdum auf Vorschlag der Ratsgruppe aus SPD/„Moin“ benannt.

Der 1958 geborene Stroman, der als Verkäufer in einem Auricher Autohaus arbeitet, tritt die Nachfolge von Wilfried Claassen aus Upgant-Schott an. Der hatte angekündigt, mit Ende seiner Amtszeit in diesem Jahr aufzuhören. Der Rat der Samtgemeinde hatte den pensionierten Soldaten 2017 ernannt. Claassen trat damals die Nachfolge von Hermann Köster aus Osteel an.

Stellvertreter von Schiedsfrau

Seither war Claassen Stellvertreter von Schiedsfrau Claudia Dirks-Fischer. Die Rechtsupwegerin wurde zuletzt 2019 vom Rat für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt und will dort auch bleiben. Sie ist im Hauptberuf als Justizfachwirtin am Amtsgericht in Norden tätig. Schiedsfrau ist sie seit 2010.

Stroman, wurde mehrheitlich gewählt. Auch er gehört jetzt dem Samtgemeinderat an. Er rückte für Jens Albowitz nach. Wie berichtet, hatte der 49-jährige Albowitz sein Mandat wegen der jüngsten Entscheidungen der neuen Mehrheit aus SPD und „Moin“ zum Bau einer neuen zentralen Sportstätte in Marienhafe niedergelegt. Er habe mit Blick auf den geplanten Neubau weiter „arge Bedenken“ und halte eine Sanierung der vorhandenen Anlagen in Upgant-Schott nach wie vor für die wirtschaftlichere Lösung, sagte Albowitz, der sich seit 2006 politisch engagiert hatte. Stroman bildet mit seiner Frau Renate Erdt die zweiköpfige Grünen-Fraktion. Er nehme Mandat und Amt mit Demut an. Er sei sich bewusst, wessen Sitz er übernommen habe. Albowitz Arbeit sei mit der eines Berufspolitikers vergleichbar gewesen. Dieser sei immer verlässlich und gut vorbereitet gewesen, so Stroman über seinen Vorgänger. „Hoffentlich ist es für Jens nur eine Auszeit und kein Abschied“, sagte er.

Der Grünen-Ratsherr Jens Albowitz (hier in einer früheren Sitzung links neben seiner Fraktionskollegin Renate Erdt) legte sein Mandat nieder. Foto: Thomas Dirks
Der Grünen-Ratsherr Jens Albowitz (hier in einer früheren Sitzung links neben seiner Fraktionskollegin Renate Erdt) legte sein Mandat nieder. Foto: Thomas Dirks

Lob für Fraktionskollegen

Auch Erdt, ebenfalls Ratsneuling, lobte ihren bisherigen Fraktionskollegen. Albowitz habe ihr den Einstieg durch seine akribische Arbeitsweise, perfekte Dokumentation und Hilfsbereitschaft erleichtert. „Du bist das grüne Gesicht der Samtgemeinde“, sagte die neue Fraktionschefin der Grünen.

Lob gab es auch von politischen Mitstreitern. Mit Albowitz gehe „einer der Besten“, lobte die Sprecherin der CDU/BfB/BWG/SEB-Gruppe, Ida Bienhoff-Topp. Die Umstände, die zu dessen Rückzug geführt hätten, bezeichnete sie als „beschämend“. „Wir durften erahnen, dass er wohl nur wenig Unterstützung für sein grünes Verständnis für Naturschutz und Demokratie in den eigenen Reihen erfahren hat“, sagte sie.

Die SPD, mit der Albowitz bis 2019 zusammengearbeitet hatten, äußerte sich nicht. Nur Ratsvorsitzender Burkhard Heuer (SPD) dankte ihm persönlich für die Zusammenarbeit. Apropos Ratsvorsitzender: Zum Stellvertreter von Heuer wurde ebenfalls Stroman mehrheitlich gewählt. Von den 31 Ratsmitgliedern waren 29 anwesend. Fünf von ihnen enthielten sich.

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