Brookmerland

Hitzige Debatte um Brookmerlander Sportplatz

| | 26.01.2022 19:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mit einer detaillierten chronologischen Auflistung auf dem Bildschirm begegnete Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) dem Vorwurf, er und seine Verwaltung würden beim Thema Sportplatz verzögern. Foto: Thomas Dirks
Mit einer detaillierten chronologischen Auflistung auf dem Bildschirm begegnete Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) dem Vorwurf, er und seine Verwaltung würden beim Thema Sportplatz verzögern. Foto: Thomas Dirks
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Der Brookmerlander Verwaltungschef wehrt sich gegen Vorwurf der Verzögerung beim Thema Sportplatz. Nun attackiert er seine Kritiker.

Brookmerland – Neubau in Marienhafe oder Sanierung in Upgant-Schott: Im andauernden Brookmerlander Sportstättenstreit werfen sich beide Seiten jetzt gegenseitig Verzögerung vor. Unterdessen hat nach dem Samtgemeindeausschuss nun auch der Samtgemeinderat auf Antrag und mit Stimmenmehrheit von SPD und der Wählergruppe „Moin“ erwartungsgemäß beschlossen, die Planungen für den Bau eines neuen mehr als fünf Millionen Euro teuren Sportplatzes in Marienhafe wieder aufzunehmen. Zugleich wurden alle von der bisherigen Ratsmehrheit gefassten Beschlüsse zur Sanierung des alten Sportzentrums in Upgant-Schott aufgehoben.

Gegen den SPD/Moin-Antrag stimmten in der Sitzung in Wirdum elf Vertreter der Gruppe aus CDU, BfB, BWG und SEB. Ratsfrau Renate Erdt (Grüne) enthielt sich. In der teils hitzig geführten Debatte rechnete der stellvertretende Sprecher der SPD-Moin-Gruppe, Hajo Janssen, vor, dass die Samtgemeinde zum Bau einer neuen Sportanlage einen Eigenanteil von „nur“ 2,8 Millionen Euro aufbringen müsse. Der Ratsneuling, der betonte, als Banker viel mit Projektfinanzierung zu tun zu haben, kritisierte, dass in der Vergangenheit beim Vergleich der Kosten von Sanierung und Neubau häufig Äpfel mit Birnen verglichen worden seien. Der Sport im Brookmerland brauche eine zukunftsfähige Sportanlage für die kommenden 50 Jahre, sagte er.

„Abgespeckter“ Plan

Die derzeit geplante neue Anlage am Tjücher Moortun sei „abgespeckt“ und nicht mehr vergleichbar mit dem, was sich die Sportler ursprünglich gewünscht hätten, sagte Ida Bienhoff-Topp (BfB). Noch einmal machte sie deutlich, dass nach Ansicht der bisherigen Ratsmehrheit aus CDU, BWG, BfB und SEB Bau einer neuen zentralen Sportstätte in Marienhafe wesentlich länger dauern werde als geplant. „Wir würden den Sportlern und Schüler die jetzt zu erwartende Wartezeit gerne ersparen, aber uns sie die Hände gebunden“, sagte sie.

So dauere allein eine Beurteilung der Vogelwelt ein Jahr. Zudem werde mit Klagen von Landwirten und Naturschützern gerechnet, die das Projekt zusätzlich verzögerten. Man habe die Sorge, dass es sich ähnlich lange hinziehe wie bei der Feuerwehr, wo es seit Jahren auch nicht weitergehe.

Bürgerverdrossenheit

„Die Verdrossenheit der Bürger ist kaum noch zu überbieten“, sagte Bienhoff-Topp. Viele Bürger interessiere es nicht mehr, was aus der alten oder neuen Sportanlage werde. Es interessiere sie auch deshalb nicht mehr, weil Beschlüsse monatelang vom Samtgemeindebürgermeister über die Wahl hinweg ausgesessen und jetzt gekippt werden, kritisierte sie. „Wozu sich einsetzen? Wozu Bürgerbegehren ins Leben rufen, wenn Beschlüsse dann durch mangelnde Mehrheiten im Rat einfach nicht umgesetzt werden?“, fragte Bienhoff-Topp und traf damit offensichtlich den Nerv des Verwaltungschefs.

Energisch wies der den Vorwurf zurück, er und seine Verwaltung hätten gefassten Beschlüsse für eine Sanierung monatelang blockiert und deren Umsetzung bewusst verschleppt, nur weil sie ihm und anderen Befürwortern eines Neubaus nicht gepasst hätten.

„Stück aus dem Tollhaus“

Offenbar hätten einige Spaß daran, ihn und die Verwaltung vorzuführen. Ein „Stück aus dem Tollhaus“ sei das, fuhr Ihmels hoch. „Das lasse ich weder mir noch meinen Kollegen im Rathaus sagen“, wetterte er. Anhand einer chronologischen Auflistung, mit der er die Entscheidungen zum Thema Sanierung/Neubau seit Mai 2020 dokumentierte, versuchte Ihmels, die Argumente seiner Kritiker zu widerlegen und drehte den Spieß um.

Gerade sie seien es, die durch ihr ständiges Hin und Her bei Beschlüssen bremsten und Schärfe in die Debatte brächten.

Dies hatte zuvor CDU-Chef Harald Tammen dem Samtgemeindebürgermeister vorgeworfen.

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