Berlin

Holocaust-Erinnerung: Es braucht einen guten Plan für die Schulen

Stefanie Witte
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Von Stefanie Witte
| 26.01.2022 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Halle der Namen im israelischen Yad Vashem - hier wird an die Schicksale einzelner Menschen erinnert. Foto: MENAHEM KAHANA
Die Halle der Namen im israelischen Yad Vashem - hier wird an die Schicksale einzelner Menschen erinnert. Foto: MENAHEM KAHANA
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Je mehr Holocaust-Gedenktage ins Land gehen, desto wichtiger wird die Frage: Wie soll künftig an die Shoah erinnert werden?

Sollten alte, möglicherweise gebrechliche Verdächtige im Zusammenhang mit NS-Verbrechen heute noch vor Gericht gestellt werden? Manche verneinen das. Dabei kann es keinen guten Grund geben, solche Verhandlungen nicht zu führen. Sicher – wenn das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, dann ist das so. Ansonsten gilt: Mord - und auch Beihilfe dazu - verjährt nicht.

Die Prozesse haben nicht nur zur Konsequenz, dass den Opfern und ihren Angehörigen – wenn auch spät – zumindest etwas Gerechtigkeit wiederfährt, indem Täter zur Verantwortung gezogen werden. Die Verfahren sorgen auch für eine Sichtbarkeit des Themas, bringen es immer wieder auf die Tagesordnung und in die Öffentlichkeit.

Das führt allerdings auch zu einem großen Problem im Zusammenhang mit dem Erinnern und dem Impetus des „Nie wieder“. Denn nicht nur die letzten Täter, auch die letzten Zeitzeugen werden in den nächsten Jahren sterben. Wer Schüler fragt, welche Berührung sie mit dem Thema Nationalsozialismus hatten, wird trotz umfangreichen Unterrichtsstoffs im Geschichtsunterricht häufig hören, am beeindruckendsten sei der Besuch eines Zeitzeugen in der Schule gewesen. Wenn das nicht mehr möglich ist, braucht es tragfähige Ideen, wie die Erinnerung wachgehalten werden kann. Die Shoah als Thema im Geschichtsbuch wird nicht genügen.

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