Aurich
Grüner Weg: Die Bürger sollen entscheiden
Nach Ansicht der Auricher Stadtbaurätin gibt es für den Grünen Weg drei Lösungsmöglichkeiten. Bis eine von denen umgesetzt wird, fordern Bürger aber etwas anderes.
Aurich - Erscheint der Masterplan Radverkehr auf einer Tagesordnung in der Stadt Aurich, ist dem jeweiligen Gremium Aufmerksamkeit garantiert. Da bildete der Umweltausschuss am Dienstagabend keine Ausnahme. Schon in der ersten Einwohnerfragestunde, noch bevor der Tagesordnungspunkt diskutiert worden war, kam die erste Frage zum seit langem umstrittenen Grünen Weg. Einwohnerin Martina Lübben wollte von der Verwaltung wissen, wann denn endlich die Verkehrsregeln dort durchgesetzt würden. Der Grüne Weg ist eine Fahrradstraße, die nur Anlieger mit dem Auto befahren dürfen. Es gebe Gesetze, aber es würden keine Kontrollen durchgeführt, so Lübben.
Einwohner André Kubasik fragte, warum der Grüne Weg nicht einfach mit einem Poller abgesperrt werde. Denn dadurch könne ja nicht viel Ausweichverkehr entstehen – schließlich sei die Straße nur für Anlieger freigegeben.
Busch-Maaß: Drei Lösungen führen zum Ziel
Für den Grünen Weg gibt es nach Ansicht der Auricher Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß indes drei Lösungsmöglichkeiten, von denen der Poller nur eine sei. Die anderen Möglichkeiten benannte sie nicht näher, sagte nur so viel: „Alle drei Möglichkeiten führen uns zum Ziel.“
Busch-Maaß möchte großräumiger denken und mit einer Online-Bürgerbeteiligung nicht nur die Anwohner des Grünen Weges einbeziehen. Allerdings erwähnte sie nicht, was genau sie denn als Ziel für den Grünen Weg vor Augen hat. Sie sagte nur, dass es auch ein Ziel der Planungen sein müsse, ohne Blitzer und Polizeibeamte auszukommen.
Ursprünglich waren zwölf Fahrradstraße vorgesehen
Im Masterplan Radverkehr, 2019 vom Rat beschlossen, waren ursprünglich zwölf Fahrradstraßen vorgesehen. Eine davon, Stallingslust, wurde herausgenommen. Denn dort fahren so gut wie keine Fahrradfahrer mehr. Die zehn restlichen Fahrradstraßen, darunter der Extumer Weg, Zum Haxtumerfeld, die Kreuzstraße oder die Popenser Straße, wurden wegen der rechtlichen Vorgaben bislang nicht umgesetzt. Denn allesamt sind die Straßen so schmal, dass Anwohner wie im Grünen Weg nicht mehr auf der Straße parken dürften. Und es würden allesamt Anliegerstraßen werden. Das aber dürfte zum Beispiel in der Kreuzstraße noch schwerer durchzusetzen sein als im Grünen Weg.
Dennoch will Busch-Maaß noch einmal in der Verwaltung klären lassen, ob und wenn ja wann weitere Fahrradstraßen eingeführt werden könnten in Aurich. Möglich wäre das wohl in der Bahnhofstraße. Denn dort gibt es Parkbuchten für Autos.
Ganz ohne den alten Konflikt zwischen dem Grünen Weg und Haxtum ging es am Ende der Debatte dann auch nicht. Antje Harms, Ortsbürgermeisterin von Upstalsboom, meldete sich zu Wort. Seit der Grüne Weg Fahrradstraße sei, müsse die Straße „Zum Haxtumerfeld“ sehr viel mehr Verkehr aufnehmen. „Und das ist auch ein Schulweg“, so Harms.
Der Reiz der kleinen Stadt
Auricher Stadtpolitik ist nun am Zug
Jetzt sollen die Auricher mitreden