Berlin

Eine Provokation: AfD nutzt CDU-Mann Otte für taktisches Manöver

Rena Lehmann
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Von Rena Lehmann
| 25.01.2022 14:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Otte könnte für AfD ins Rennen um Amt des Bundespräsidenten gehen Foto: Karlheinz Schindler
Otte könnte für AfD ins Rennen um Amt des Bundespräsidenten gehen Foto: Karlheinz Schindler
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Die Union hat keinen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt. Jetzt will die AfD den CDU-Mann Max Otte aufstellen. Es ist auch ein Manöver gegen Friedrich Merz.

Die Aufstellung des Werteunion-Chefs Max Otte für das Amt des Bundespräsidenten durch die AfD ist eine Provokation. Und dass Otte, der (noch) CDU-Mitglied ist, sich geehrt fühlt, ist eine Verhöhnung der Partei, der er sich zumindest qua Parteibuch eigentlich zugehörig fühlt. Man fragt sich, warum er den Verein nicht längst gewechselt hat. Dann könnte ihn die AfD ganz geschmeidig als ihren Mann fürs höchste Staatsamt ins Rennen schicken. Aber dann wäre er für die AfD vermutlich gar nicht mehr so interessant.

Denn die Partei rechtsaußen nutzt Otte, um dem frisch gewählten Parteichef Friedrich Merz gleich zum Start ein Ei ins Nest zu legen. Die AfD muss mit Merz, der das Profil der CDU schärfen will und jegliche Zusammenarbeit mit den Rechten klar ausschließt, fürchten, an Bedeutung zu verlieren. Mit der Nominierung Ottes fordert sie Merz nun heraus, zu zeigen, wie ernst es ihm mit der Abgrenzung ist.

Anders als im Fall Hans-Georg Maaßen wäre im Fall Otte – wenn er antritt - eine Grenze überschritten, die den Parteiausschluss aus der CDU zwingend erforderlich und wohl auch möglich macht. Weil das so klar auf der Hand liegt, kann es sowohl der AfD als auch Otte mit dem kruden Manöver also nur darum gehen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Nebenbei reibt die AfD der Union damit noch einmal genüsslich unter die Nase, dass sie selbst erneut keinen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin aufstellte.

Dem Land wird ein Bundespräsident Max Otte erspart bleiben. Frank-Walter Steinmeier darf auf eine breite Mehrheit der Bundesversammlung für eine zweite Amtszeit hoffen – auch mit Stimmen aus der Union.

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