Moskau (dpa)

Kosmonaut erhält offenbar kein US-Visum

22.01.2022 18:57 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Internationale Raumstation (ISS). Russland zeigt sich offen für einen Weiterbetrieb der Internationalen Raumstation ISS bis 2030. Foto: NASA/dpa
Die Internationale Raumstation (ISS). Russland zeigt sich offen für einen Weiterbetrieb der Internationalen Raumstation ISS bis 2030. Foto: NASA/dpa
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Der Kosmonauten Nikolai Tschub wollte für einen Flug zur ISS gemeinsam mit US-Kollegen in Houston trainieren. Doch das dafür nötige Visum wurde ihm russischen Angaben zufolge nicht ausgestellt.

US-Behörden haben nach Angaben von Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos dem Kosmonauten Nikolai Tschub ein Einreisevisum verweigert.

„Das ist ein gefährlicher Präzedenzfall für die Zusammenarbeit auf der Internationalen Raumstation ISS“, schrieb Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin am Samstag im Nachrichtenkanal Telegram. Moskau habe immer US-Astronauten ein Visum ausgestellt.

„Gefährlicher Präzedenzfall“

Rogosin forderte die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf, Stellung zu dem Fall zu beziehen. Er hoffe, dass es sich dabei nur um ein Missverständnis handele, sagte er dem Radiosender Echo Moskwy.

Tschub wollte sich den Angaben zufolge auf einen für 2023 geplanten Flug zur ISS gemeinsam mit US-Kollegen im Johnson Space Center in Houston im Bundesstaat Texas vorbereiten. Solche Trainings sind üblich.

Nur ein Missverständnis?

Russland und die USA wollen wieder Raumfahrer des jeweils anderen Landes in ihren Raumschiffen mit zur ISS nehmen. Seit die Nasa private US-Unternehmen dafür nutzt, flogen Astronauten und Kosmonauten getrennt zum Außenposten der Menschheit. Angesichts der vielen Konflikte zwischen Moskau und Washington galt die Raumfahrt stets als eine der wenige Bereiche, wo die Zusammenarbeit funktioniert hat.

Die Nasa hatte zum Jahreswechsel einem Weiterbetrieb der ISS bis 2030 zugestimmt. Roskosmos will eine entsprechende Verlängerung nun der Regierung in Moskau vorschlagen. Rogosin hatte noch im vergangenen Jahr mit einem möglichen Rückzug aus dem Projekt schon ab 2025 mit Verweis auf US-Sanktionen gegen eigene Raumfahrtunternehmen gedroht.

© dpa-infocom, dpa:220122-99-810053/3