Großefehn

Trainerwechsel in Großefehn

| | 18.01.2022 15:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bi Le Tran (Mitte) wird das Traineramt beim SV Großefehn von Klaus Barghorn (links) übernehmen. Foto: Stephan Friedrichs
Bi Le Tran (Mitte) wird das Traineramt beim SV Großefehn von Klaus Barghorn (links) übernehmen. Foto: Stephan Friedrichs
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Bi Le Tran ist ab sofort Trainer beim Fußball-Bezirksligisten SV Großefehn. Sein Vorgänger Klaus Barghorn will aus familiären Gründen kürzer treten. Dieser Schritt bereitete ihm aber Kopfzerbrechen.

Großefehn - Lange hat Klaus Barghorn gebrütet und mit sich gerungen. Nach reiflicher Überlegung ist der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Großefehn nun zurückgetreten. Diese Entscheidung hat aber nichts damit zu tun, dass der Fehntjer Fußballverein zum ersten Mal seit Jahren keine tragende Rolle in der Bezirksliga spielt und sich im Frühjahr durch die Abstiegsrunde kämpfen muss. Der Grund für den Rücktritt ist ein freudiger. Und einer, bei dem kein Nachgeschmack bleibt: Barghorn ist im November vergangenen Jahres zum zweiten Mal Vater geworden und möchte sich künftig ganz um die Familie kümmern.

Der Neue an der Seitenlinie muss sich nicht lange eingewöhnen. Wenn Barghorn bei Personalnot mal selbst die Schuhe schnürte, übernahm Bi Le Tran bereits die Rolle des Trainers. Nun wird der 30-Jährige gemeinsam mit Co-Trainer Lars Krüsmann das Unternehmen Klassenverbleib anleiten. Krüsmann ist dabei weiterhin auch Teil des Spielerkaders. Ab Ende Januar bereitet sich das Team auf die bevorstehende Abstiegsrunde vor. „Da ist die Mannschaft in guten Händen“, sagt sein Vorgänger Barghorn.

Die Entscheidung, bei den Fehntjern aufzuhören, ist Barghorn schwergefallen. Der ehemalige Landesfußballer ist auch an der Seitenlinie ein ehrgeiziger und pflichtbewusster Mensch. Mit der Geburt seiner zweiten Tochter stellte er aber schnell fest, dass er seinen Trainerjob nicht mehr zu seiner Zufriedenheit erfüllen kann. „Im Abstiegskampf musst du als Trainer zu hundert Prozent da sein. Wenn ich dann vielleicht mal ausfalle, ist das auch für die Mannschaft nicht das richtige Signal“, sagt Barghorn.

Für Barghorn auch ein Abschied mit Wehmut

Nun heißt es also Windeln wechseln, anstatt Hütchen auf dem Trainingsplatz aufzustellen. Für Barghorn kein Problem. „Nach der Arbeit Zeit mit der Familie zu verbringen, ist mir ganz wichtig“, sagt der scheidende Trainer. Es ist aber auch ein Abschied mit Wehmut. Der Sportliche Leiter Tamme Bölts ist ein langer Wegbegleiter im Fußball. Die Arbeit mit der Mannschaft hat ihm immer Freude bereitet und ihn motiviert. „Hier beim SV Großefehn stimmt alles“, sagt Barghorn. Auch Bölts trauert ihm nach, kann ihn aber auch gut verstehen. „Der Schritt von Klaus ist völlig nachvollziehbar. Er zeigt, dass er die Wichtigkeit der Abstiegsrunde sieht, in der absolute Verlässlichkeit vorgelebt werden muss. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man mit einem zweiten Kind im Säuglingsalter dem eigenen Anspruch da nur schwer gerecht werden kann“, sagt Bölts.

Auch innerhalb der Mannschaft kommt es zu Veränderungen. Mit Andreas Hoffmann (SV Eintracht Ihlow), Yahaya Berete (SpVg Aurich) und Kevin Ageev (GVO Oldenburg) gibt es drei Winter-Abgänge. Neu dabei sind mit Paul Meyerhoff, Nick Fahnster und Kay Gerdes drei junge Spieler der eigenen U23-Mannschaft, die sich laut Bölts bereits vor der Winterpause sportlich und charakterlich empfohlen haben.

Die Saison verläuft für den SV Großefehn bislang nicht zufriedenstellend. Dennoch habe man zuletzt einen klaren Aufwärtstrend bemerkt. „Das wird uns voraussichtlich auch eine gute Ausgangsposition in der Abstiegsrunde bringen. Die Mannschaft nimmt die Situation an, die Stimmung ist gut“, sagt der Sportliche Leiter des SVG. Er macht dies auch daran fest, dass bis auf zwei alle aktuellen Spieler bereits ihre Zusage gegeben haben, auch in der kommenden Saison am Mühlenweg spielen zu wollen.

Barghorn ist fest davon überzeugt, dass die Mannschaft mit Bi Le Tran den Verbleib in der Bezirksliga schaffen wird. In den kommenden Wochen wird mit den Verantwortlichen darüber gesprochen, ob Barghorn vielleicht noch auf dem Fußballplatz aushilft. „Aber nur, wenn Mannschaft und Trainer das auch wollen“, sagt Barghorn.

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