Emden

Stadt Emden: Viel vor trotz Sparzwang

| | 14.01.2022 18:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Emder Stadtspitze mit (von links): Erstem Stadtrat Horst Jahnke, Stadtbaurätin Irina Krantz und Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Beim Pressegespräch fehlte der neue Stadtrat Volker Grendel.Foto: Aiko Recke
Die Emder Stadtspitze mit (von links): Erstem Stadtrat Horst Jahnke, Stadtbaurätin Irina Krantz und Oberbürgermeister Tim Kruithoff. Beim Pressegespräch fehlte der neue Stadtrat Volker Grendel.Foto: Aiko Recke
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Wegen Corona sind Einnahmen weggebrochen, die Ausgaben steigen weiter. Unter dem Emder Haushalt stehen 2022 rund 18 Millionen Euro Minus. Die Stadt setzt vor allem in ein Projekt große Hoffnungen.

Emden – Sehr betrübt machten ihn die aktuellen Haushaltszahlen seiner Stadt, sagte der Emder Kämmerer und Erste Stadtrat Horst Jahnke am Freitag beim Jahrespressegespräch. Unter dem Strich stehen im Haushaltsentwurf 2022 nach seinen Angaben satte 18 Millionen Euro Minus. 2021 waren es rund 17 Millionen, 2020 sogar 22 Millionen. Die Rücklagen seien nahezu aufgebraucht.

Ein Haushaltssicherungskonzept müsse man dem Land voraussichtlich noch nicht vorlegen – dank Ausnahmeregelungen in der Pandemie. Doch Rat und Verwaltung haben bereits eine Arbeitsgruppe einberufen, die Einsparvorschläge machen soll, so Jahnke. Schon 2022 wolle man so knapp eine Million Euro sparen. „Dabei darf es keine Tabuthemen geben“, so Jahnke. Der Kämmerer betonte zugleich, dass die Stadt weiter kräftig investieren müsse, vor allem in die Sozialstruktur in den Stadtteilen. Denn wenn bis zu 10.000 Menschen in der 50.000-Einwohner-Stadt Sozialleistungen bezögen, könne das nicht gut sein, so Jahnke. Außerdem wolle man unbedingt, dass junge Familien in der Stadt bleiben. Deshalb investiere man weiter in Krippen, Kindergärten und Ganztagsschulen.

Oberbürgermeister: „Stadt muss wieder wachsen“

Oberbürgermeister (OB) Tim Kruithoff (parteilos) machte deutlich, dass sich auch die Produktionsprobleme im VW-Werk mit vielen Tagen Kurzarbeit wegen des Teilemangels wohl wieder finanziell niederschlage. „Denn nur wer Autos baut, macht Gewinn und zahlt entsprechend Steuern“, so Kruithoff.

Ein wichtiges Thema im neuen Jahr sei die Siedlungsentwicklung. „Diese Stadt muss wieder wachsen“, betonte der OB. Man habe in den vergangenen Jahren viele junge Familien in Umlandgemeinden verloren. Deshalb entwickele man das große Baugebiet Conrebbersweg-West, für das es innerhalb kurzer Zeit schon 365 Bewerbungen gebe. „Daran sieht man, dass der Bedarf da ist“, so Kruithoff.

Negativ-Preis aus Sicht der Stadt nur Symbolik

Die Verleihung des Negativ-Preises „Dinosaurier des Jahres“ des Naturschutzbundes Nabu für das Baugebiet wegen der Flächenversiegelung hält Kruithoff für Symbolik. Die Planungen für das Gebiet seien ausgesprochen nachhaltig, so der OB. Als weitere wichtige Themen für 2022 nannte Kruithoff den gestarteten Umbau des Neuen Theaters zum „Festspielhaus am Wall“, aber auch die Entwicklung zur digitalen „Smart City“.

Neue Stadtbaurätin aus Aurich hat viele Projekte

Die neue Stadtbaurätin Irina Krantz, früher Fachbereichsleiterin bei der Stadt Aurich, betonte beim Jahrespressegespräch: „Ich bin gut in Emden angekommen.“ Sie entdecke immer noch spannende neue Orte in der Stadt. Krantz nannte einen ganzen Reigen an Stadtentwicklungsprojekten, die sie federführend vorantreiben will: Verkehrsberuhigung der Neutorstraße, Sanierung von „Trogstrecke“ und Ültje-Gelände, Bau des „Torhauses“ am Binnenhafen, Umbau der „Waage“ am Neuen Markt und des früheren Apollo-Kinos zur Gastronomie sowie die Parkraumbewirtschaftung.

Und der jahrelang hoch gehandelte Ausbau des Rysumer Nackens zum Hafen-Industriegebiet? Oberbürgermeister Kruithoff sagte auf ON-Nachfrage, das Thema habe man nicht aufgegeben. „Übermorgen ist dort immer noch eine Riesenentwicklung möglich.“

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