Washington
CD-Verkäufe nahmen 2021 wieder zu – Adele und Taylor Swift sei Dank
Streamingdienste sind längst zur vorherrschenden Art geworden, um Musik zu konsumieren. Doch physische Tonträger erlebten jüngst ein kleines Comeback: 2021 nahmen CD-Verkäufe erstmals wieder zu – ähnlich wie bei Schallplatten.
Wer heutzutage Musik hört, tut das in den meisten Fällen über einen Streamingdienst wie Spotify, Apple Music und Co. Das ist schließlich nicht nur praktisch, sondern auch vergleichsweise günstig: Millionen von Songs sind jederzeit verfügbar und immer in der Hosentasche mit dabei. Und das zu einem geringen monatlichen Beitrag, der früher etwa dem Preis einer CD entsprochen hätte.
Laut dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI) beliefen sich im Jahr 2020 71,5 Prozent des Musik-Umsatzes in Deutschland auf digitale Formate, vor allem Streaming. Im Jahr 2015 hatten Streamingdienste erst einen Anteil von 14,4 Prozent gehabt, fünf Jahre später lag dieser schon bei 63,4 Prozent.
Grafik: Verteilung des Musik-Umsatzes in Deutschland
CD-Verkäufe erleben ersten Anstieg seit 2004
Doch physische Tonträger sind nicht totzukriegen. Wie das amerikanische „Billboard Magazine“ berichtete, stieg die Zahl der verkauften CDs im Jahr 2021 erstmalig wieder an - zumindest in den USA. Demnach wurden im vergangenen Jahr 40,59 Millionen CDs in den Vereinigten Staaten verkauft, das sind 1,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Das mag auf den ersten Blick nach keiner großen Veränderung klingen, doch seit 2004 hatte die Anzahl der verkauften CDs jährlich immer weiter abgenommen.
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Adele und Taylor Swift sind mitverantwortlich
In seiner Jahresend-Statistik erklärte „Billboard“, dass vor allem eine kleine Zahl an Superstars für den Anstieg der CD-Verkäufe verantwortlich sei, allen voran Adele und Taylor Swift.
Adeles Album „30“ war die meistverkaufte CD des Jahres, rund 898.000 Stück gingen davon alleine in den USA über den Ladentisch. Taylor Swift belegte die Plätze zwei und drei mit den „Taylor's Version“ genannten Neuveröffentlichungen ihrer Alben „Fearless“ (263.000 verkaufte CDs) und „Red“ (237.000 verkaufte CDs).
Unter den meistverkauften Alben auf CD sind darüber hinaus unter anderem die südkoreanische Band BTS und Popstar Olivia Rodrigo. BTS sind außerdem die Künstler, die mit über einer Million Einheiten die meisten CDs insgesamt verkauft haben.
Die Schallplatte feiert seit Jahren ein Comeback
Ein anderes physisches Musik-Format erlebt schon länger einen Aufschwung: Die Zahl der verkauften Vinyl-Schallplatten steigt schon seit mehreren Jahren stetig an. Im Jahr 2021 überholte die Schallplatte sogar die CD als die meistverkauften Tonträger in den USA. Laut den Statistiken von „Billboard“ wurden im vergangenen Jahr 41,72 Millionen Alben auf Vinyl verkauft.
Damit wächst der Umsatz mit Schallplatten in den USA seit 16 Jahren kontinuierlich. Adeles „30“ war auch auf Vinyl das meistverkaufe Album des Jahres, wie das Musikmagazin „Pitchfork“ berichtet. Im November hatte Taylor Swift einen Rekord aufgestellt, als 114.000 Vinyl-Schallplatten ihres Albums „Red (Taylor's Version)“ innerhalb der ersten Woche verkauft wurden.
Vinyl wird auch in Deutschland immer beliebter
Auch in Deutschland erlebt die Schallplatte seit Jahren einen kontinuierlichen Zuwachs, auch wenn sie nach wie vor eher ein Nischenprodukt ist. Im Jahr 2020 machten Vinyl-Verkäufe mit 4,2 Millionen Schallplatten 5,5 Prozent des Musik-Umsatzes in Deutschland aus.
Grafik: Anzahl der verkauften Vinyl-LPs in Deutschland 2003 bis 2020