Osnabrück
Querdenker im Arztkittel: Darum sind Schwurbel-Mediziner so gefährlich
Auch unter Medizinern gibt es solche, die Corona leugnen. Zwar ist die Zahl der Beschwerden über solche Ärzte klein, eine Gefahr sind sie trotzdem. Ein Kommentar zu Querdenkern im Arztkittel.
Im Vergleich zur Gesamtzahl der in Deutschland tätigen Mediziner ist die Zahl der Corona-Leugner und Maskenverweigerer unter den Ärzten sicherlich verschwindend gering. Unterschätzen darf man die Wirkung dieser kleinen Gruppe aber dennoch nicht. Sie hat eine herausragende Bedeutung für die selbsternannte Querdenker-Bewegung.
Entsprechende Ärzte werden hier mit ihren teils kruden Thesen fast kultisch verehrt. Videobeiträge mit ihnen sind in der digitalen Parallelwelt der vielfach geteilte Pseudobeleg für wirren Verschwörungsglauben. Wenn die Einzelmeinung eines Arztes ins Weltbild passt, sticht jene schnell das gesammelte wissenschaftliche Wissen aus.
Gefährlich wird das vor allem dann, wenn die Grenze von berufsrechtlichen hin zu strafrechtlichen Verstößen überschritten und Gefälligkeits-Maskenatteste oder falsche Impfzertifikate ausgestellt werden. Hier geht es eben nicht nur um die Gesundheit der Patienten, die sich auf solche Deals einlassen, sondern auch um das Risiko für den Rest der Gesellschaft.
Man sollte das Problem auch deswegen unter Verweis auf die vergleichsweise geringe Zahl auffälliger Mediziner nicht vorschnell abtun, weil gerade in ländlichen Regionen Hilfesuchenden vielfach kaum eine ortsnahe Möglichkeit zum Arztwechsel haben. Umso schlimmer, wenn der Querdenker-Mediziner seine berufliche Autorität missbraucht, um Patienten auf einen Irrweg zu leiten.
Wundern indes sollte einen das Vorkommen von Verschwörungsgläubigen im Gesundheitswesen nicht. Wenn fragwürdige Behandlungsmethoden wie Homöopathie mit keiner anderen nachweislichen Wirkung als dem Placebo-Effekt von Krankenkassen bezahlt werden, dann zeigt allein dieser Umstand, wie wissenschaftsfern teilweise agiert werden kann. Das muss sich ändern.