Aurich
Diebstahl in Hofladen: Entschuldigung lässt Landwirt kalt
Ein 34-Jähriger gestand vor dem Amtsgericht Aurich, im Hofladen eines Landwirts eine Geldkassette geklaut zu haben. Der Angeklagte beteuerte im Prozess seine Reue – gebracht hat es ihm wenig.
Aurich - Tabak und Wodka hat ein 34-Jähriger in Auricher Supermärkten im Sommer 2021 gestohlen und muss deswegen ein Jahr und zwei Monate hinter Gitter, entschied das Amtsgericht Aurich am Donnerstag. Auch vor einem Hofladen machte der Verurteilte nicht Halt, 50 Euro stahl er samt Geldkassette. Dafür entschuldigte er sich im Prozess beim Betroffenen. Für den Landwirt ist die Entschuldigung allerdings nur ein schwacher Trost.
Gleich zu Prozessbeginn räumte der 34-Jährige die Taten ein. Er habe das Diebesgut wieder verkaufen wollen, um damit seine Drogensucht zu finanzieren. Neben den Diebstählen im Supermarkt und dem Hofladen wurden ihm noch Einbruch und Diebstahl bei einer Auricherin und bei der Werkstatt für behinderte Menschen vorgeworfen. Diese Taten konnte man ihm allerdings nicht nachweisen, weswegen Richter Dr. Markus Gralla ihn dafür freisprach.
Entschuldigung ließ Landwirt kalt
Neben der Auricherin, in deren Haus eingebrochen wurde, und einem Mitarbeiter des betroffenen Supermarkts sagte im Prozess am Mittwoch auch der bestohlene Landwirt aus – ein Mann mit breiten Schultern, gepiercten Ohren und einer schwarzen Jacke. „Viel mehr als das, was auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist, kann ich Ihnen auch nicht sagen“, sagt er genervt. Auf dem Video ist der Innenraum einer kleinen Holzhütte zu sehen. In Regalen stapeln sich Kartoffeln und Eier. Der 34-Jährige betritt die Hütte und geht zielstrebig zu einer roten Geldkassette, die mit einer Klammer an einer Wand befestigt ist. Etwa eine Minute lang reißt und drückt er an der Kassette herum, bis sie sich aus der Halterung löst. Samt Kassette verlässt der 34-Jährige dann wieder die Hütte.
50 bis 60 Euro sollen sich in der Kassette befunden haben, doch so recht konnte sich der Landwirt nicht mehr an die genaue Summe erinnern. Mal seien nur 50, mal 150 Euro in der Kasse, sagte er. Die Vernehmung des Zeugen war schnell beendet. Doch der 34-Jährige wollte noch einmal das Wort an ihn richten. Er entschuldigte sich für seine Tat. „Meine Absicht ist nicht, Menschen Angst einzujagen“, sagte er. An dem Landwirt prallte die Entschuldigung ab. Und dass der 34-Jährige nie wieder bei ihm einbrechen wolle, bringe ihm auch nichts, sagte er. Immerhin sei er nicht der Einzige, der seinen Hofladen bestohlen habe. Das sei bereits siebenmal passiert.
Den Diebstahl im Hofladen wertete Richter Gralla als schweren Diebstahl, da der 34-Jährige die Geldkassette mit Gewalt aus der Klammerung riss. Insgesamt habe es sich bei den Diebstählen jedoch um relativ geringe Werte gehandelt. Der 34-Jährige sei allerdings erheblich vorbestraft, unter anderem wegen Betruges, Steuerhinterziehung, Diebstahls und Körperverletzung. Zudem sitzt er derzeit bereits eine Strafe in der JVA Meppen ab. Deswegen wurde er insgesamt zu einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt.