Hilkenborg
Spezialbagger reißt bald die Brückenpfeiler in der Ems ab
Ein spezieller Großbagger wird demnächst die in der Ems stehenden Brückenpfeiler der Friesenbrücke entfernen. Zuvor muss aber ein Spundwandkasten um jeden Pfeiler in den Fluss-Boden gerammt werden.
Hilkenborg - Ursprünglich hieß es von der Deutschen Bahn, dass für den Abbruch der Pfeiler der Friesenbrücke, die in der Ems stehen, sogenannte Lockerungssprengungen notwendig seien. Doch diese Pläne werden seit Oktober nicht mehr in Betracht gezogen. „Das hat sich geändert. Es sind keine Sprengungen mehr vorgesehen, es erfolgt ein klassischer Abbruch mittels Hydraulikbagger“, teilte eine Bahnsprecherin auf Anfrage mit.
Doch bevor ein spezieller Großbagger und Abbruchanbaugeräte vom Fluss aus die Arbeit aufnehmen können. muss ein Spundwandkasten, wie es bei Wasserbaustellen üblich ist, um jeden Brückenpfeiler in den Flussboden gerammt werden. So wird verhindert, dass die Steine und der Beton in die Ems fallen. „Der Abbruch der Brückenpfeiler erfolgt sukzessive ab Anfang nächsten Jahres“, sagte die Bahnsprecherin. Erst wenn die alte Friesenbrücke komplett entfernt worden ist, kann mit dem Bau der neuen Drehbrücke begonnen werden. „Wir planen eine Vorfertigung auf dem Bahndamm, bei der die Elemente sukzessiv gefertigt und über Verschubbahnen in ihre Endpositionen geschoben werden. Andere Technologien sind jedoch auch möglich“, heißt es.
Immer wieder Kostenexplosionen
Seit der ersten Planung der neuen Eisenbahnbrücke gab es mehrere Kostenexplosionen. Zunächst war von 30 Millionen Euro die Rede, dann von 60 Millionen. Zuletzt sind die veranschlagten Baukosten auf 125 Millionen Euro festgesetzt worden.
Doch bleibt es dabei oder gibt es bereits weitere Kostensteigerungen, wollten wir von der Bahn wissen. Die Antwort: „Es handelt sich um eine Kostenberechnung. Wie bei allen Großprojekten wurden diese nach vorgegebenen Regularien ermittelt und kommuniziert. Aufgrund des aktuell laufenden Ausschreibungsverfahrens können wir keine weiteren Angaben hierzu machen.“ Der Schwerlastkran „Enak“ musste sechs Tage länger für den Aushub eines Bauelements in der Nähe der Friesenbrücke bleiben.
2024 sollen Züge über die Drehbrücke fahren
Die Frage, ob dadurch bereits zusätzlichen Kosten entstanden sind, ließ die Bahn offen. „Insgesamt werden die Einsatzkosten in die Endabrechnung einfließen. Durch die kurzfristige und erfolgreiche Planungsanpassung aller Beteiligten konnten erhebliche Mehrkosten, welche durch einen erneuten Einsatztermin entstanden wären, eingespart werden“, führt die Bahnsprecherin aus.
Die Bahn hält am Fertigstellungstermin fest. „Mit der Fertigstellung der Friesenbrücke soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 der durchgehende Zugverkehr über der Friesenbrücke wieder aufgenommen werden“, teilte das Bahnunternehmen mit.