Aurich

Auricher Flüchtlingshilfe will in der Jugendherberge unterstützen

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 03.01.2022 18:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In der Jugendherberge Aurich sind derzeit 50 Flüchtlinge untergebracht. Foto: Romuald Banik
In der Jugendherberge Aurich sind derzeit 50 Flüchtlinge untergebracht. Foto: Romuald Banik
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Die Ehrenamtlichen wollen bei der Arbeit mit den 50 Flüchtlingen in Aurich helfen. Es gibt schon Ideen – doch vorher ist noch einiges zu klären.

Aurich - Einzelne Personen und ganze Familien mussten in den vergangenen Wochen aus ihren Heimatländern fliehen und suchten Unterschlupf in Deutschland. Vorwiegend kommen sie aus Syrien, Afghanistan und Irak. Die Auricher Jugendherberge nahm als eine von dreien in Niedersachsen kurz nach Weihnachten 50 Flüchtlinge auf. Durch die Unterbringung in Jugendherbergen soll die Situation der Erstaufnahme entspannt werden. Denn seit den Sommermonaten haben sich die Zugangszahlen der Flüchtlinge in Niedersachsen deutlich erhöht, teilweise sogar verdoppelt, heißt es in einer Mitteilung der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB).

Aber wer kümmert sich um die Bewohner der Jugendherberge? Zuständig ist die LAB. Sie stellt Verwaltungskräfte und Sozialarbeiter. Für die Verpflegung der Bewohner ist die Jugendherberge zuständig. Das teilte Hannah Hintze, Sprecherin der LAB, auf ON-Anfrage mit. Nun wollen auch ehrenamtliche Auricher aktiv werden – doch vorher muss noch einiges geklärt werden. Unter anderem geht es um den Impfstatus.

Flüchtlingshilfe will helfen

Einer von ihnen ist Helmut Wendt, Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Aurich. Um Flüchtlinge bei ihrem Neuanfang in Ostfriesland zu unterstützen, hat der Verein sich im Jahr 2015 gegründet und seitdem durch die Arbeit von Ehrenamtlichen einiges auf die Beine gestellt. Deshalb wollen sie auch nun helfen. „Wir haben Laut gegeben“, sagt Wendt im ON-Gespräch. Er habe sich bereits mit der Landesaufnahmebehörde in Verbindung gesetzt und die Unterstützung der Flüchtlingshilfe angeboten. Die Behörde habe das Angebot an die Zuständigen vor Ort weitergegeben.

Ein Teil dieser Hilfe könnte zum Beispiel die Bereitstellung von Kleidung sein. Denn die Kleiderkammer im Gebäude der Kreisvolkshochschule in Aurich ist ein wichtiger Teil der Flüchtlingshilfe. Spenden für Bedürftige werden dort entgegengenommen. Wendt erwartet aufgrund der in Aurich untergebrachten Flüchtlinge in den kommenden Wochen einen großen Bedarf.

Kleiderkammer ist gut ausgestattet

Bevor dieses Angebot greifen kann, muss jedoch noch etwas geklärt werden. Denn welche Auflagen für die Kleiderkammer in der kommenden Woche gelten, weiß der Vorsitzende der Flüchtlingshilfe am Montag noch nicht. Es müsse herausgefunden werden, wie das Angebot eingestuft werde, ob es als Geschäft gelte und welche Regeln folglich greifen. Derzeit gehe er von einer 2G-Regelung aus. Das könnte jedoch auch aus Sicht des Vorsitzenden problematisch werden. Denn man könne nicht davon ausgehen, dass alle Bewohner der Jugendherberge bereits geimpft oder genesen seien. Das hätte bei einer 2G-Regelung zur Folge, dass sie die Kleiderkammer nicht betreten dürften.

Auf das Angebot sollen die Flüchtlinge trotzdem nicht verzichten müssen – sollte es zu diesem Problem kommen, können die Spenden von Sozialarbeitern abgeholt oder von Mitarbeitern der Kleiderkammer zur Jugendherberge gebracht werden, so Wendt. Die Kleidung an den Mann zu bringen, ist also kein Problem. Aber ist die Kleiderkammer überhaupt darauf vorbereitet, so viele Menschen auf einmal auszustatten? „Ja, unser Lager ist gut gefüllt“, sagt Wendt. Von allem sei etwas da, und auch Winterkleidung gebe es genug. Obwohl die Kleiderkammer über Weihnachten offiziell geschlossen war, seien sogar über die Feiertage einige individuelle Spenden für Bedürftige eingegangen. Ab kommenden Dienstag, 11. Januar, ist das Büro an der Oldersumer Straße 79 wieder geöffnet.

Angebote für Familien

Doch nicht nur mit der gespendeten Kleidung und Spielzeug für Kinder will die Flüchtlingshilfe unterstützen. Er könne sich außerdem vorstellen, in Zusammenarbeit mit der Sportvereinigung Aurich am Ellernfeld Angebote für Familien zu schaffen. Denn unter den Flüchtlingen, die direkt neben der Sportanlage untergebracht sind, seien einige Familien mit Kindern, sagt Wendt. Bis jetzt ist das jedoch nur eine Idee. „Das muss sich mit dem Verein ergeben“, sagt er. Man wolle nichts überstürzen, zumal die Flüchtlinge erst vor einigen Tagen angekommen seien. Die Jugendherberge wisse jedoch um das Angebot der Auricher und man hoffe, schon bald helfen zu können, sagt Wendt.

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