Aurich

Auricher Weihnachtszauber lief besser als gedacht

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 23.12.2021 19:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Auricher Weihnachtszauber war in diesem Jahr nicht so gut besucht wie in den Jahren vor der Pandemie. Foto: Romuald Banik
Der Auricher Weihnachtszauber war in diesem Jahr nicht so gut besucht wie in den Jahren vor der Pandemie. Foto: Romuald Banik
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Auricher Schausteller blicken größtenteils zufrieden auf den Weihnachtsmarkt zurück – doch es war nicht immer einfach. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe.

Aurich - Für Auricher Schausteller stand am Donnerstag der letzte Tag des diesjährigen Weihnachtszaubers bevor. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickten sie am Donnerstagvormittag auf die vergangenen Wochen zurück. Für die befragten Schausteller war der Markt in diesem Jahr besonders anstrengend. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Und doch sind sie froh, dass der Markt so lange geöffnet bleiben durfte.

Adolf Langenscheidt, Stand Langenscheidt
Adolf Langenscheidt, Stand Langenscheidt

Das betont vor allem Adolf Langenscheidt. Zwar könne man die Umsätze nicht mit denen aus den Vorjahren vergleichen, für die aktuellen Umstände sei es aber „noch ok“ gewesen. Er freut sich darüber, dass der Markt so lange geöffnet war. „Es hätte auch am ersten Tag schon wieder vorbei sein können“, sagt der Schausteller im ON-Gespräch. Er profitiere davon, dass er ein reines Mitnahmegeschäft habe. Somit war bei ihm am Stand nie der 2G-Nachweis der Kunden nötig.

Heinz-Herbert Buss, Bienenwachsprodukte
Heinz-Herbert Buss, Bienenwachsprodukte

Ähnlich geht es Heinz-Herbert Buss. Er betreibt einen Stand mit Bienenwachsprodukten. Alles, was die Kunden mitnehmen können, wie Honig oder Kerzen habe sich fast gleichwertig gut wie vor der Pandemie verkauft. Anders sehe es jedoch bei seinem Getränkeausschank aus. Aufgrund der Nachweispflicht habe er im Vergleich zu den Vorjahren nur etwa ein Drittel an Getränken verkaufen können, sagt Buss. Wenn er dafür Ausweise kontrollieren musste, sei es so gut wie nie zu langen Diskussionen gekommen. „Die absolut größte Mehrheit der Kunden hatte Verständnis“, sagt der Standbetreiber. Er sei angenehm überrascht davon gewesen, wie freundlich alle Kunden trotz der Situation waren.

Madlyn Kanzler, Imbiss und Glühweinstand
Madlyn Kanzler, Imbiss und Glühweinstand

An den Ständen der Familie Kanzler sah es teilweise anders aus. „Viele haben wirklich gestänkert“, sagt Madlyn Kanzler. Einige Kunden hätten kein Verständnis für die Regelungen und Kontrollen gehabt. Sätze wie „Steckt euch euer Essen in den Arsch“, seien gefallen. Diese Probleme haben vor allem zugenommen, als in der Innenstadt-Gastronomie die 2G-Regel galt, für den Verzehr auf dem Weihnachtsmarkt jedoch ein Test benötigt wurde. Sie habe viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, um den Kunden zu erklären, welche Regeln wo gelten, erzählt Kanzler. Trotzdem freut sie sich am Donnerstagmorgen auf den letzten Tag des Marktes. Denn wie auch vor der Pandemie sind in diesem Jahr viele Stammkunden zu ihr an die Stände gekommen. Sie ist froh, das „Auricher Stammpublikum“ am Donnerstag noch ein letztes Mal zu sehen, und sich von allen verabschieden zu können. Insgesamt sei das Geschäft bei ihnen eine „Berg- und Talbahn“ gewesen. Vor allem mittags habe man gemerkt, wie leer es am Imbissstand war. Vor der Pandemie habe das Mittagsgeschäft die Hälfte ihres Umsatzes ausgemacht, erzählt Kanzler. „Es war besser als nichts, aber nicht das, was es sein müsste“, sagt sie.

Anja Janssen, Stand Holzarbeiten
Anja Janssen, Stand Holzarbeiten

Ähnlich war es auch bei Anja Janssen an ihrem Stand für Holzarbeiten. Auch sie habe in diesem Jahr nur in etwa ein Drittel ihres üblichen Umsatzes gehabt, sagt sie im ON-Gespräch. Doch damit sei sie noch gut bestückt. Denn der große Unterschied zu den Schaustellern: Sie muss von ihrem Verdienst auf dem Weihnachtsmarkt nicht leben.

Trotzdem geht mit dem letzten Tag des Auricher Weihnachtszaubers eine anstrengende Zeit für sie zu Ende. Wenn die Kundschaft fehle, würden die Tage lang werden, erzählt Janssen. Die Stimmung auf dem Markt habe sich verändert. Die Urlauber und die netten Gespräche mit den Kunden fehlen der Standbesitzerin.

Daran, dass das im kommenden Jahr wieder besser wird und die übliche Stimmung aufkommt, glaubt die Standbesitzerin noch nicht so ganz. „Wir warten erst einmal ab. Wer hätte gedacht, dass es auch in diesem Jahr noch so schlimm ist“, sagt sie.

Marion Eden, Germknödel und Poffertjes Stand
Marion Eden, Germknödel und Poffertjes Stand

Die freundlichen Gespräche mit den Kunden haben auch Marion Eden in diesem Jahr gefehlt. Sie verkaufte in ihrem Stand Germknödel und Poffertjes. Die sich ständig ändernden Auflagen und die Ungewissheit haben die Stimmung unter den Schaustellern und Besuchern getrübt, erzählt sie. Vor allem zu den Ausweiskontrollen noch die tagesaktuellen Tests zu kontrollieren, sei aufwendig und zeitintensiv gewesen.

Das Ende des Weihnachtszaubers sieht sie trotz der Umstände mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Im ON-Gespräch betont sie, dass auch in diesem Jahr die Zusammenarbeit mit den Geschäftsleuten sehr gut funktioniert habe. Sie ist froh, dass die Schausteller nicht in Vergessenheit geraten sind.

Thomas Wilken Junior, Betreiber eines Fahrgeschäftes
Thomas Wilken Junior, Betreiber eines Fahrgeschäftes

Thomas Wilken Junior betreibt ein Fahrgeschäft für Kinder auf dem Weihnachtszauber. Er ist, wie die anderen Beschicker auch, nicht mit den gleichen Erwartungen wie in anderen Jahren auf den Markt gegangen. Am letzten Tag des Weihnachtszaubers ist er mit dem Geschäft zufrieden. „Es ist auf jeden Fall besser, als zu Hause zu sitzen“, sagt Wilken. Er sei froh, dass der Auricher Weihnachtsmarkt überhaupt stattgefunden habe. Doch auch bei ihm am Fahrgeschäft gab es viel Unsicherheit unter den Kunden. Kinder benötigten keinen Test, Eltern wenn sie mitfahren wollten, aber schon. Die Verwirrung habe sich nach und nach jedoch immer mehr gelegt. Jetzt, wo der Weihnachtszauber zu Ende gehe, habe er das Gefühl, die Gäste hätten einen Überblick über die geltenden Regelungen.

Die befragten Schausteller sind sich also einig: Auch wenn es Höhen und Tiefen gab, sind sie froh, ein den Umständen entsprechend gutes Weihnachtsgeschäft gehabt zu haben.

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