Aurich
50 Geflüchtete nach Weihnachten in Jugendherberge erwartet
Die Jugendherberge in Aurich nimmt in der Woche nach dem Fest Geflüchtete auf. Zunächst sollen 50 Personen untergebracht werden. Denn das Land steht vor einer großen Herausforderung.
Aurich - Platz für 375 Flüchtlinge würden die Jugendherbergen in Aurich, Emden und Bad Zwischenahn bieten. Doch diese sollen nicht ausgeschöpft werden, wie Hannah Hintze, Sprecherin der Landesaufnahmebehörde, verrät.
Wie jüngst bekannt wurde, mietet das Land drei Jugendherbergen an, um den vielen Flüchtlingen, die das Land Niedersachsen erreicht haben, ausreichend Platz bieten zu können.
Steigende Anzahl zum Ende des Jahres
Denn die Anzahl an Flüchtlingen, die ins Land kommen, hat sich im Vergleich zu Beginn des Jahres vervielfacht. Waren es Anfang Januar noch 170 Personen in der Woche, kamen in der 50. Kalenderwoche 460 Neuzugänge nach Niedersachsen.
Diejenigen, die in den Jugendherbergen untergebracht werden, sind schon eine Weile in Deutschland. „Sie waren bereits in unseren Aufnahmeeinrichtungen. Sie haben die Quarantäne durchlaufen, sind mehrfach mit PCR getestet worden und in Teilen durchgeimpft“, sagt Hannah Hintze.
Familien und vulnerable Personen besser schützen
Anfang kommender Woche kommen zunächst 80 Personen nach Bad Zwischenahn, 50 Geflüchtete ziehen in die Jugendherberge in Aurich ein. „Weitere werden im Laufe der kommenden Wochen folgen“, so die Sprecherin.
Hierbei handelt es sich in erster Linie um Familien und vulnerable Personen. Sie sollen durch die dezentrale Unterbringung besonders in Pandemiezeiten geschützt werden.
Sozialarbeiter übernehmen die Betreuung
Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und Irak. Da sie getestet und geimpft sind, wird in Aurich und in den anderen Jugendherbergen keine Quarantäne mehr verhängt. Sie dürfen sich frei bewegen und die Stadt bei Spaziergängen erkunden.
Die Landesaufnahmebehörde beschäftigt einen lokalen Sicherheitsdienst mit der Betreuung des Geländes. Geschulte Sozialarbeiter der Behörde werden vor Ort sein und digital Beratungen anbieten. Ein Einsatz von Ehrenamtlichen ist nicht vorgesehen.
Verpflegung übernimmt die Jugendherberge
Das Jugendherbergswerk übernimmt die Essensversorgung und die Reinigung der Häuser. „Wir bieten die reguläre Verpflegungssituation, wie sie in unseren Häusern üblich ist“, sagt Gesa Hauschild als Sprecherin der Jugendherbergen im Nordwesten.
Die Unterbringung ist bis Ende Februar 2022 befristet. Denn ab März 2022 sind wieder reguläre Gäste in den Jugendherbergen eingebucht. Was danach passiert, ist noch offen. „Wir müssen gucken, ob sie dann an die Kommunen verteilt werden oder erst in eine Einrichtung in Bad Fallingbostel, die für 500 Menschen entsteht, verlegt werden“, sagt Hannah Hintze.
Da völlig unklar sei, wie sich die Aufnahme von Geflüchteten in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird, lasse sich keine Prognose stellen.