Osnabrück

Statt Bramsche: Land bringt Flüchtlinge in Jugendherbergen unter

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 23.12.2021 10:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In Niedersachsen werden in drei Jugendherbergen kurzfristig Flüchtlinge untergebracht. Foto: Friso Gentsch/dpa
In Niedersachsen werden in drei Jugendherbergen kurzfristig Flüchtlinge untergebracht. Foto: Friso Gentsch/dpa
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Das Land Niedersachsen stockt auch die Kapazitäten des Ankunftszentrums Bramsche auf. Allerdings werden weitere Plätze nicht am Standort im Landkreis Osnabrück geschaffen, sondern in Jugendherbergen im Nordwesten.

Das teilte das Innenministerium in Hannover unserer Redaktion mit. Demnach soll direkt nach Weihnachten damit begonnen werden, Flüchtlinge in den Jugendherbergen in Aurich und Bad Zwischenahn unterzubringen. Dritter Außenstandort soll die Jugendherberge in Emden werden, wo die Unterbringung laut Ministerium Anfang des kommenden Jahres startet.

Entsprechende Verträge seien für einen Zeitraum bis Ende Februar geschlossen worden. „In den temporären Unterkünften in Aurich, Emden und Bad Zwischenahn können insgesamt maximal 375 Personen untergebracht werden“, teilt eine Ministeriumssprecherin mit. Allerdings werde aufgrund der Corona-Pandemie eine geringere Zahl an Asylbegehrenden in den Herbergen untergebracht.

„In Aurich werden zu Beginn der Woche zunächst rund 50 Personen untergebracht, allerdings sollen dort insbesondere Familien und vulnerable Personen Aufnahme finden“, so die Ministeriumssprecherin zu den Ausweichquartieren des Ankunftszentrums in Bramsche.

Standort im Heidekreis reaktiviert

Zuvor hatte unsere Redaktion berichtet, dass auch die Kapazitäten des zweiten sogenannten Ankunftszentrums des Landes in Bad Fallingbostel um 500 Plätze erhöht werden. Dafür soll ein 2019 außer Betrieb genommenes Camp in der Ortschaft Oerbke reaktiviert werden. (Weiterlesen: Belarus und Corona: Niedersachsen erweitert Flüchtlingskapazitäten)

Hintergrund sind der höhere Platzbedarf in Folge der Corona-Pandemie und stark gestiegene Flüchtlingszahlen seit dem Sommer. Im Registrierungssystem des Bundes wurden im Oktober 18638 Menschen erfasst, die in Deutschland Asyl begehrten. Auf Niedersachsen entfielen davon 1808. Noch im April waren es hingegen lediglich 8463 beziehungsweise 544 Menschen.

Herbergen als Ausweichquartier

Erste Anlaufstelle für Asylbegehrende sind in Niedersachsen die beiden Ankunftszentren. Von hier aus werden die Menschen dann später auf Kommunen im Land verteilt.

Jugendherbergen waren bereits in den vergangenen Jahren Ersatzquartiere für Flüchtlinge. So wurde die Einrichtung in Bad Iburg im Landkreis Osnabrück im Jahr 2015 entsprechend umfunktioniert, um Platz für 500 Schutzsuchende zu schaffen.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen wird nun wieder auf die Kapazitäten der Herbergen zurückgegriffen, die vielerorts aufgrund der Pandemie freie Betten haben. So sind in Hessen bereits mehrere Hundert Menschen an fünf Herbergsstandorten untergebracht. 

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