Ihlow

Neues Schwarz-Weiß-Fahrzeug für Ihlower Feuerwehr ausgeliefert

| | 22.12.2021 13:03 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Stellt ein Pilot-Projekt dar: Das neue Schwarz-Weiß-Fahrzeug der Feuerwehren in Ihlow. Foto: Feuerwehr Ochtelbur
Stellt ein Pilot-Projekt dar: Das neue Schwarz-Weiß-Fahrzeug der Feuerwehren in Ihlow. Foto: Feuerwehr Ochtelbur
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Die Ihlower Feuerwehr hat am Freitag ein in der Region einzigartiges Fahrzeug entgegengenommen. Für die Gesundheit der Einsatzkräfte spielt das neue Schwarz-Weiß-Fahrzeug eine entscheidende Rolle.

Ihlow - Für den Schutz der Ihlower Feuerwehrleute vor krebserregenden Stoffen steht nun ein sogenanntes „Schwarz-Weiß-Fahrzeug“ bereit. Der Hygiene-Gerätewagen ist am Freitag an die Wache in Ochtelbur übergeben worden. Es handelt sich dabei um ein Pilot-Projekt: Das Fahrzeug ist das erste dieser Art in der Region.

Über den hinteren Teil gelangen die Einsatzkräfte zu den beiden Duschen im Mittelteil. Foto: Feuerwehr Ochtelbur
Über den hinteren Teil gelangen die Einsatzkräfte zu den beiden Duschen im Mittelteil. Foto: Feuerwehr Ochtelbur

Hintergrund ist, dass bei Bränden nicht selten gesundheitsschädliche Stoffe frei werden, die an den Einsatzkräften und ihrer Kleidung haften bleiben. Bei vielen Feuerwehren werden diese erst in den Feuerwehrhäusern abgewaschen. Dort können sich die Feuerwehrleute duschen und umziehen. Diese Möglichkeit haben die Ihlower Einsatzkräfte nun bereits am Einsatzort. Denn das Schwarz-Weiß-Fahrzeug fährt direkt zur Einsatzstelle und steht dort bereit. Die Einsatzkleidung wird in einer Tonne im hinteren Bereich des Fahrzeugs gesammelt und später von einer Fachfirma gereinigt. Außerdem ist dort auch ein Waschbecken untergebracht. Zwei Feuerwehrleute können sich dann zeitgleich in den beiden Duschkabinen im mittleren Bereich des Fahrzeugs waschen. Im vorderen Fahrzeugteil ist ein Ankleidebereich untergebracht. Die schädlichen Stoffe werden so nicht verschleppt. Die übrigen Feuerwehrfahrzeuge müssen zudem nicht mehr gereinigt werden.

Projekt spart Kosten

Das Schwarz-Weiß-Fahrzeug ist 8,80 Meter lang und 6,40 Meter hoch. Ursprünglich war die Umsetzung eines Anhängers geplant. „Das war uns zusammen mit einem Fahrzeug dann aber zu lang“, erzählt Gemeindebrandmeister Heyo Voß. Die Wasserversorgung wird über einen Hydranten-Anschluss sichergestellt. Weil die Entsorgung von Abwasser nicht überall möglich ist, verfügt der Wagen zudem über einen Abwassertank. Dieser umfasst bis zu 800 Liter. Das Fahrzeug besitzt außerdem eine Diesel-Heizung, die das Wasser für die Duschen erwärmt.

Das Fahrzeug wird dabei unter allen Ortsfeuerwehren in der Gemeinde geteilt. Das spart auch Kosten. Denn alternativ müssten in jedem Feuerwehrhaus Duschen installiert beziehungsweise regelmäßig in Stand gesetzt werden. Das spielt beispielsweise eine Rolle bei den geplanten Neubauten für die Feuerwehren in Weene und Ochtelbur. „Da müssen wir in der nächsten Zeit noch viel finanziell stemmen für die Feuerwehr“, meinte Ulrichs beim Jahrespressegespräch. Die Gemeinde setzt zudem auf eine Mietlösung. Das Fahrzeug wird nicht erworben, sondern für zwei Jahre von der Firma Fahrzeugbau Schoon aus Wiesmoor gemietet. Statt dem Kaufpreis von 200.000 Euro werden nun erst einmal nur 30.000 Euro fällig.

Für zwei Jahre wurde das neue Fahrzeug gemietet. Foto: Feuerwehr Ochtelbur
Für zwei Jahre wurde das neue Fahrzeug gemietet. Foto: Feuerwehr Ochtelbur

Die Idee für das Pilot-Projekt kam Gemeindebrandmeister Voß erstmals 2014. Vier Jahre später wurde dann mit den konkreten Planungen begonnen. Dafür wurde eigens eine neue Arbeitsgruppe gegründet, die den gesamten Prozess begleitete. Der Bau des Fahrzeugs war dabei auch für die Firma Schoon Neuland. Das Fahrzeug wurde individuell auf die Bedürfnisse der Feuerwehr abgestimmt. „Der lange Prozess hat sich gelohnt“, findet Voß aber. Das neue Fahrzeug wird im Juni auch bei der Feuerwehr-Messe „Interschutz“ in Hannover ausgestellt.

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