Marienhafe

Glück für Marienhafer Gastwirte nach Corona-Kontrolle

| | 21.12.2021 18:09 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Hotel Zur Waage in Marienhafe war in der Adventszeit ein kleiner Christkindlesmarkt aufgebaut. Foto: Thomas Dirks
Am Hotel Zur Waage in Marienhafe war in der Adventszeit ein kleiner Christkindlesmarkt aufgebaut. Foto: Thomas Dirks
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Im Hotel Zur Waage in Marienhafe gab es eine umstrittene Corona-Kontrolle. Jetzt entschied der Landkreis Aurich jetzt über Bußgelder.

Marienhafe - Es hätte teuer werden können: Nach einer Corona-Kontrolle im Hotel Zur Waage in Marienhafe drohten dessen Betreibern, Nando und Gerd Hecht, Bußgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro. Doch die beiden Gastwirte haben Glück. Der Landkreis Aurich hat die gegen sie eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren eingestellt. Darüber habe sie ein Mitarbeiter des Kreis-Ordnungsamtes am Montag telefonisch informiert, teilte Gerd Hecht mit.

Wie berichtet, hatte der Auftritt von Mitarbeitern des Landkreises Aurich und der Polizei im Hotel Zur Waage in Marienhafe am vorvergangenen Sonnabendabend kurz vor Mitternacht für Aufsehen und Kopfschütteln gesorgt. Wenige Minuten vor dem Tageswechsel kontrollierte das halbe Dutzend uniformierte Beamte dort noch die Einhaltung alter Corona-Vorschriften. Kaum waren sie mit ihrer Überprüfung fertig, war es Sonntag und die geltende Rechtslage eine andere. Alle 20 kontrollierten Waage-Gäste waren vollständig geimpft. Drei aber konnten nach Landkreis-Angaben keinen Testnachweis vorlegen.

Wirte kritisierten „überzogenen Aufmarsch“

Die Hechts sprachen von einem „völlig überzogenen Aufmarsch“. Das Paar, das die „Waage“ erst in diesem Jahr übernommen hat, zeigte sich verärgert und sah sich und seine Gäste zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wir machen und tun alles und dann so etwas“, empörte sich Nando Hecht. So würden alle Gäste immer wieder kontrolliert. Dafür sei Personal eigens abgestellt und auch Tests würden vorgehalten. Sie hätten grundsätzlich nichts gegen Kontrollen. „Wir haben nichts zu verbergen“, betonte Nando Hecht. Schlimm sei nur, wenn Regeln kontrolliert würden, von denen man offiziell nichts wisse, sagte sein Mann Gerd. Konkret: Wie viele Gastronomen gingen auch Nando und Gerd Hecht davon aus, dass die für sie kurz zuvor geltende 2G-Plus-Regel an jenem Sonnabend durch eine nur noch 2G-Regel ersetzt werden sollte. So habe es nicht nur das Land mehrfach angekündigt, sondern auch in der Presse gestanden, worauf sich auch die Hechts verließen. Die nächtlichen Kontrolleure aber hätten ihnen verkündet, dass die neue Corona-Verordnung des Landes wegen eines Gerichtsurteils erst mit 24-stündiger Verspätung, also um 0 Uhr am Sonntag, in Kraft trete. Demnach hätten alle Gäste weiterhin nicht nur geimpft oder genesen, sondern zudem auch frisch getestet sein müssen. Ganz sicher seien sich beim Blick auf die geltende Rechtslage aber auch die Kontrolleure nicht gewesen, so Hecht.

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„Verwirrende Rechtslage“

Das gab jetzt offenbar den Ausschlag für den „Freispruch“. Bei der Prüfung von Sanktionen sei berücksichtigt worden, dass die Landesregierung eine Lockerung der 2G-Plus-Regelung angekündigt, jedoch kurzfristig nicht umgesetzt habe, hieß es. Der Mitarbeiter, der ihn angerufen habe, habe selbst von einer „verwirrenden Rechtslage“ gesprochen, berichtete Gerd Hecht. Er und sein Mann zeigten sich beeindruckt und erleichtert, dass die ostfriesische Behörde ihnen dies in dieser Form mitgeteilt habe. In Bayern, woher das Paar stammt, wäre das möglicherweise anders gelaufen, so Hecht.