Aurich
Viele Grundschüler bleiben schon vor den Ferien zu Hause
Einige Schüler im Kreis Aurich wurden für drei Tage von der Präsenzpflicht in den Schulen befreit. Doch die Einrichtungen gehen alle etwas anders mit der besonderen Situation vor Weihnachten um.
Aurich - Vorgezogene Weihnachtsferien oder doch eher digitales Lernen in Selbstisolation? Die Schulen und Familien in Aurich gehen unterschiedlich mit der Aufhebung der Präsenzpflicht an den Schulen in Niedersachsen vor den Feiertagen um.
„Ich hätte geschätzt, dass 20 bis 30 Prozent einen Antrag auf Befreiung stellen. Jetzt ist rund die Hälfte unserer 200 Schüler nicht im Unterricht“, sagt Kai Münzel als Leiter der Lamberti-Grundschule Aurich. In allen Klassen werde aber weiterhin Unterricht abgehalten. „Wir führen nichts Neues ein, sondern nutzen die Zeit zum Üben“, sagt Kai Münzel.
Mit Ruhe üben können
Auch die Schüler, die zu Hause bleiben, haben Aufgaben zum Üben bekommen. „Wer vor Ort ist, hat das Glück, mit mehr Ruhe lernen zu können. Und die Lehrer haben für die einzelnen Schüler mehr Zeit“, kann er den Gegebenheiten durchaus etwas Positives abgewinnen.
Zudem wird in den Klassen gebacken und ein Bilderbuchkino angeboten. „Klassenarbeiten oder Neueinführungen haben wir ausgesetzt“, sagt der Schulleiter.
Schüler sind in der Holpflicht
An der Realschule in Aurich sind 200 der 950 Schüler von ihren Eltern von der Präsenzpflicht befreit worden. „Ich hatte mit mehr Anträgen gerechnet“, sagt Schulleiterin Kathrin Peters. Allerdings liegt die Holpflicht bei den Schülern. „Sie müssen sich selbst darum kümmern, das Verpasste nachzuholen“, berichtet sie.
Einige Lehrer hätten ihnen vergangene Woche bereits Aufgaben mitgegeben. In den Klassen läuft Unterricht nach Stundenplan, lediglich in zwei Klassen sind sehr viele Schüler nicht vor Ort. Einige Klassen besuchen zudem noch das Weihnachtskino in Aurich oder es wird gewichtelt.
Klare Aussage aus Hannover vermisst
„Ich finde die Situation insgesamt sehr unglücklich. Ich hätte mir eine landeseinheitliche Regelung gewünscht. So wurde wieder offengehalten, wer zur Schule kommt“, bedauert Kathrin Peters.
Ein klares Statement aus Hannover wäre ihr Wunsch gewesen. „Aber wir nehmen die vielen Erlässe seit eineinhalb Jahren stoisch und mit Gelassenheit hin“, so die Schulleiterin.
Distanzlernen für fast alle Schüler
Um die Entscheidung nicht den Eltern zu überlassen, geht die Berufsbildende Schule 2 (BBS) in Aurich einen anderen Weg. Durch einen Erlass vom Juli sind die berufsbildenden Schulen angehalten, 15 bis 30 Prozent ihres Unterrichts in Distanz anzubieten. „Das haben wir bislang nicht und nutzen die Möglichkeit für die letzten drei Tage vor den Weihnachtsferien“, erläutert Schulleiter Uwe Biermann.
Alle Schüler befinden sind im Distanzlernen - ausgenommen sind Klassen, in denen Klausuren geschrieben werden. In diesen habe aber auch niemand versucht, einen Antrag auf Befreiung zu stellen.
Besuch der Großeltern soll möglich sein
Durch diesen Weg werden die Schüler alle beschult und können sich gleichzeitig in Isolation begeben. „Wir wollen sicherstellen, dass die jungen Leute an Heiligabend zu ihren Großeltern fahren können“, sagt Uwe Biermann.
Während das Land die Verantwortung wieder den Eltern überlasse, wolle er mit seinem Team auf Nummer sicher gehen. „Unsere Schüler sind alle über 15 Jahre alt, sodass Eltern beruhigt zur Arbeit gehen können, während ihre Kinder zu Hause beschult werden“, erläutert der Schulleiter.
Wer kein eigenes Endgerät habe, kann sich von der BBS einen Laptop ausleihen. „Das klappt sehr gut“, sagt Uwe Biermann.