Aurich
Diskussionen um Tests der Kleinsten bleiben aus
Zweimal mussten sich jetzt alle Kinder ab drei Jahren im Kreis Aurich bereits testen lassen, wenn sie in den Kindergarten wollten. Die erwarteten Diskussionen mit den Eltern sind weitgehend ausgeblieben.
Aurich - Am Freitag und Montag mussten sich erstmals alle Kinder ab drei Jahren testen lassen, die eine Einrichtung besuchen. An drei Tagen sind nun Selbsttests verpflichtend, wie der Landkreis Aurich verfügt hatte. Statt der bisher freiwilligen sogenannten Lollitests kamen auch Nasenabstrichtests zum Einsatz. Die Bereitschaft der Eltern hat viele Einrichtungsleiter positiv überrascht.
„Es ist erstaunlicherweise sehr gut gelaufen“, sagt Daniela Brandes. Die Leiterin der Pinguin-Kita in Aurich stand der neuen Verordnung eher kritisch gegenüber. „Ich habe mit mehr Diskussionen gerechnet“, so Daniela Brandes.
Unterzeichnete Vordrucke sind mitzubringen
Problematisch für einige Eltern scheint nur zu sein, den ausgehändigten Vordruck unterschrieben in die Einrichtung mitzubringen. Damit bestätigen sie, den Test gemacht zu haben sowie sein negatives Ergebnis. „Das scheint für einige schwieriger zu sein als das Kind zu testen“, wundert sich die Leiterin.
Sie und ihr Team haben von vornherein abgelehnt, die Tests bei den Kindern selbst durchzuführen. „Das müssen die Eltern machen. Wo es morgens zuhause vergessen wurde, können die Eltern das in einem separaten Raum in der Kita nachholen“, erklärt Daniela Brandes. Bisher musste kein Kind wieder weggeschickt werden.
Eine höhere Sicherheit für alle
Aufgrund der kleinen Einrichtung haben die Eltern in der „Extumer Drachenstube“ keine Chance, den Test in der Kita nachzuholen. „Wer ihn vergessen hat, kann ihn höchstens im Auto auf dem Parkplatz machen“, sagt Leiterin Eva Strauß.
Doch die Familien hätten die Testpflicht gut angenommen - wenn auch mit vereinzeltem Augenrollen. „Das bedeutet eine erhöhte Sicherheit für uns als Team“, freut sich Eva Strauß über den in ihren Augen längst fälligen Schritt. „Wir hätten uns eine solche Pflicht schon länger gewünscht.“ Dabei spiele natürlich auch das Vertrauen zu den Eltern eine wichtige Rolle.
Nasenabstrichtests weniger gefragt
Die Kita Upstalsboom hat die Eltern frühzeitig über die Änderung informiert. „Es läuft ganz gut. Aber die meisten haben ihre Kinder vorher schon freiwillig getestet“, berichtet Leiterin Patricia Janßen.
Neu hinzugekommen sind vor allem die Dreijährigen in den Krippengruppen. „Wir haben sorgsame Eltern, die die Regelung sehr begrüßen“, sagt sie. Bisher würden aber vor allem die restlichen Lollitests angenommen. Die Nasenabstriche sind „weniger gefragt“.
Wunsch: Testen 2022 beibehalten
Im Kindergarten Immenkörv in Aurich kommen genau diese schon zum Einsatz. Doch die anfängliche Besorgnis über den Umgang konnte schnell aufgelöst werden. „Das ist wie Fahrrad fahren. Je öfter man das macht, umso sicherer wird man“, sagt Einrichtungsleiterin Elke Kleinichen.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern klappe „ganz toll“. Und aus Sicht der an der „Basis Arbeitenden“ sei es ein schöneres Gefühl, dass die Kinder regelmäßig getestet werden. „Wir wünschen uns für 2022, dass das Testen beibehalten wird“, so Elke Kleinichen.