Bremen

Baby oder Handwerker als Vorwand: Trickdiebe in Bremen unterwegs

Jan Eric Fiedler
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Von Jan Eric Fiedler
| 16.12.2021 16:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In mehreren Fällen waren Trickdiebe in Bremen erfolgreich. Die Polizei warnt und sucht Zeugen. Foto: dpa/Ralf Hirschberger
In mehreren Fällen waren Trickdiebe in Bremen erfolgreich. Die Polizei warnt und sucht Zeugen. Foto: dpa/Ralf Hirschberger
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Trickdiebe treiben aktuell in Bremen ihr Unwesen. In einigen Fällen gaben sich die Diebe als Handwerker aus oder baten um Zutritt zur Wohnung, um ein Baby zu versorgen. Die Polizei sucht Zeugen.

Am Montagabend klingelte ein Trickdieb laut Mitteilung an der Wohnungstür einer 87-jährigen Seniorin aus der Agnes-Heineken-Straße in Kattenturm. Er gab sich als Mitarbeiter einer Hörgerätefirma aus und verschaffte sich so Zutritt zur Wohnung. In der Wohnung verlangte der angebliche Gerätetechniker Geld und durchsuchte anschließend die Wohnung. Er konnte mit Bargeld und einer Stange Zigaretten flüchten. Der Unbekannte wird als männlich, etwa 20 Jahre alt, 1,70 Meter groß mit Oberlippenbart und dunkler Bekleidung beschrieben. 

Falscher Wasserwerker in Walle

Am Mittwoch kam es nach Angaben der Polizei zu mindestens drei weiteren, zum Teil versuchten, Trickdiebstählen in Walle und Gröpelingen. Um 10.30 Uhr gab sich ein Mann im Achilesweg als Mitarbeiter der Wasserversorger aus und gelangte in die Wohnung einer 85-jährigen Frau. Die Seniorin musste das Wasser in der Badewanne anstellen, während der angebliche Handwerker am Wasserhahn des Waschbeckens hantierte. Nachdem der Trickdieb gegangen war, bemerkte die Bewohnerin, dass ihr Geld aus dem Portemonnaie fehlte. Eine Nachbarin sah den Mann beim Verlassen der Wohnung im Treppenhaus. Er war in Begleitung eines zweiten Mannes. Einer der Beiden konnte als zirka 30 Jahre, 1,70 bis 1,80 Meter groß, mit FFP2 Maske und einer dunkelblauen Jacke mit Reflektorstreifen beschrieben werden.

Trickdieb mit Warnweste

Zwei weitere Fälle, bei denen sich Trickdiebe als Handwerker ausgaben, ereigneten sich um 14.15 Uhr und um 14.30 im Stendaler Ring sowie in der Zamenhofstraße. Beide Male gab sich ein Mann als Wasserwerker aus und schaffte, dass ein über 90 Jahre altes Ehepaar sowie eine 67-Jährige Frau durch das Aufdrehen der Wasserleitungen abgelenkt wurden. Der Mann konnte sich danach unbeaufsichtigt in den Wohnungen bewegen. In einem Fall wurde später der Diebstahl der Handtasche mit Bargeld und Ausweispapieren, in dem anderen Fall ein zerwühltes Schlafzimmer festgestellt. Der Unbekannte wurde als 1,75 Meter groß, schlank mit dunklen kurzen Haaren sowie gelb-roter Warnweste beschrieben werden.

Baby wird als Vorwand angegeben

Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen nimmt der Kriminaldauerdienst unter (0421) 362 3888 entgegen. In letzter Zeit wird zudem davon berichtet, dass angeblich hilfesuchende Frauen mit Säuglingen an Haustüren zumeist älterer Menschen klingeln und versuchen, in die Wohnung zu gelangen. Dabei geben sie vor, den Schnuller abwaschen oder das Baby wickeln zu wollen.

Die Polizei rät: „Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Gewähren Sie nur Handwerkern Zutritt, die Sie selber bestellt haben oder die sich über die Hausverwaltung angekündigt haben. Wenn Sie Zweifel haben oder sich bedrängt fühlen, holen Sie Nachbarn zur Hilfe oder wählen Sie den kostenlosen Notruf der Polizei unter 110.“

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