Brookmerland
Sportplatzdebatte: Ratsherr kündigt Rücktritt an
Mit Hochdruck strebt die neue Ratsmehrheit den Kurswechsel beim Thema Sportplatz an. Sollten die alten Beschlüsse gekippt werden, will ein Politiker die Reißleine ziehen.
Brookmerland – Nachdem zuletzt in Sachen Sportplatz nur noch Stillstand zu verzeichnen war, nimmt das Thema zum Jahresende wieder an Fahrt auf. Die neue Mehrheit aus SPD und Wählergruppe „Moin“ im Samtgemeinderat und die Verwaltung machen Druck.
Noch vor Weihnachten sollen alte Pflöcke herausgerissen und neue einschlagen werden. Möglichst schnell will die neue Allianz die Planungen für den Bau einer neuen zentralen Sportstätte in Marienhafe wieder aufnehmen und im Gegenzug alle von der bisherigen Ratsmehrheit gefassten Beschlüsse zur Sanierung des alten Sportzentrums in Upgant-Schott aufheben. Ein entsprechender Antrag, den SPD/Moin in der konstituierenden Ratssitzung Anfang November eingebracht hatten (wir berichteten), soll in der Sitzung des Samtgemeindeausschusses an diesem Donnerstag beraten und beschlossen werden. Zur Erinnerung: Seit Monaten wird um das Thema Sportstätte gestritten. Die alte Ratsmehrheit aus CDU, BWG, BfB, Grüne und SEB wollte das alte Sportzentrum kostengünstig sanieren lassen. SPD und Moin, die seit der Septemberwahl das Sagen im Rat haben, und die Verwaltung favorisieren hingegen eine rund fünf Millionen Euro teuren neue zentrale Sportstätte nördlich des Baggersees in Marienhafe-Tjüche.
Kurswechsel
Noch Anfang Oktober hatten CDU, BWG, BfB, Grüne und SEB im Samtgemeindeausschuss durchgesetzt, dass sich die Verwaltung endlich um ein Planungsbüro kümmert, das die Sanierung planen und koordinieren soll. Zugleich lehnten sie einen Antrag der SPD ab, die ein Lärmschutzgutachten und eine großflächige Bodenuntersuchung fordert. Jetzt soll der Kurswechsel erfolgen und wieder alles in Richtung Neubau gehen, mit dessen symbolischen Start Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) schon 2022 rechnet. In der Jahresversammlung von TuRa Marienhafe hatte Ihmels, wie berichtet, Hoffnung auf einen baldigen Baustart gemacht und von einem ersten Spatenstich im Sommer kommenden Jahres gesprochen.
Mit ungewohntem Hochdruck wird das Thema daher jetzt wieder vorangetrieben. Als erstes sollen dafür alle bisher gefassten Beschlüsse zur Sanierung der Anlagen in Upgant-Schott gekippt und die notwendigen Entscheidungen für einen Neubau getroffen werden. Das Tempo das dabei jetzt plötzlich an den Tag gelegt wird, hatten sich CDU, BWG, SEB, BfB und Grüne auch bei der Umsetzung ihrer Entscheidungen gewünscht, jedoch nie erhalten. Stattdessen wurde ihrer Ansicht nach von der Gegenseite gebremst und blockiert, wo es ging. Der Verwaltung, namentlich Ihmels, warf die alte Mehrheit wiederholt vor, die Umsetzung von Beschlüssen bewusst in die Länge zu ziehen.
Fassungslos und verärgert
Einer, der diese Kritik mehrfach äußerte, ist der Grünen-Politiker Jens Albowitz. Entsprechend fassungslos und verärgert ist er, dass in Sachen Sportplatz nun die Rolle rückwärts vollzogen werden soll. Nach ON-Informationen verknüpft Albowitz, der sich lange und intensiv mit dem Thema Sportstätte auseinandergesetzt hat, sein persönliches politisches Schicksal damit. In einer E-Mail an seine Ratskollegen und die Verwaltung kündigt er das Ende seines politischen Engagements auf Samtgemeindeebene für den Fall an, dass die Beschlüsse über den Haufen geworfen werden.
Sollte der Samtgemeindeausschuss einen Ersatzneubau beschließen und damit die bisher gültigen Beschlüsse zur Sanierung der Sportanlage in Upgant-Schott aufheben, werde er sein Mandat als Mitglied des Samtgemeinderates Brookmerland niederlegen, heißt es in dem Schreiben, das auch unserer Zeitung vorliegt. Eine Sanierung sei für ihn „sehr eindeutig“ die wirtschaftlichere Lösung und damit die einzige Möglichkeit, Mittel aus dem Förderprogramm des Bundes in die Verbesserung der Sportanlagen im Brookmerland einfließen zu lassen, schreibt Albowitz. Ein Antrag auf Förderung eines Ersatzneubaus sei aus einer Sicht „nicht ehrlich und gewissenhaft als die wirtschaftlichere Lösung begründbar“. „Daher kann ich dies nicht mittragen. Ich möchte mich nicht dem Verdacht des Fördermittelmissbrauchs und der Verschwendung von Steuergeldern aussetzen.“
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