Marienhafe

Mitternächtliche Corona-Kontrolle sorgt für Unmut

| | 13.12.2021 19:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Hotel Zur Waage in Marienhafe kontrollierten Behördenvertreter am Wochenende die Gäste. Foto: Thomas Dirks
Im Hotel Zur Waage in Marienhafe kontrollierten Behördenvertreter am Wochenende die Gäste. Foto: Thomas Dirks
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Eine Corona-Kontrolle im Hotel Zur Waage in Marienhafe sorgte am Wochenende für Aufsehen und Ärger. Von einem „völlig überzogenen Aufmarsch“ spricht Waage-Wirt Nando Hecht.

Marienhafe – Für Aufsehen und Kopfschütteln hat am Sonnabendabend kurz vor Mitternacht ein Auftritt von Mitarbeitern des Landkreises Aurich und der Polizei im Hotel Zur Waage in Marienhafe gesorgt. Wenige Minuten vor dem Tageswechsel kontrollierte das halbe Dutzend uniformierte Beamte dort noch die Einhaltung alter Corona-Vorschriften. Kaum waren sie mit ihrer Überprüfung fertig, war es Sonntag und die geltende Rechtslage eine andere. Von einem „völlig überzogenen Aufmarsch“ spricht Waage-Wirt Nando Hecht. „Das waren Methoden, die keiner erleben will“, ergänzt sein Mann Gerd.

Am Hotel Zur Waage ist derzeit ein kleiner Christkindlesmarkt aufgebaut, der am Wochenende von 17 bis 21 Uhr geöffnet ist. Foto: Thomas Dirks
Am Hotel Zur Waage ist derzeit ein kleiner Christkindlesmarkt aufgebaut, der am Wochenende von 17 bis 21 Uhr geöffnet ist. Foto: Thomas Dirks

Das Paar, das die „Waage“ erst in diesem Jahr übernommen hat, ist verärgert und sieht sich und seine Gäste zu Unrecht an den Pranger gestellt. „Wir machen und tun alles und dann so etwas“, empört sich Nando Hecht. So würden alle Gäste immer wieder kontrolliert. Dafür sei Personal eigens abgestellt und auch Tests würden vorgehalten.

Kontrolleure selbst unsicher

Was die Hechts so auf die Palme bringt: Kurz vor Mitternacht betraten sechs Mitarbeiter des Landkreis-Ordnungsamts und der Polizei ihre Gaststätte, um die Gäste zu überprüfen. Sie hätten grundsätzlich nichts gegen Kontrollen. „Wir haben nichts zu verbergen“, betont Nando Hecht. Schlimm sei nur, wenn Regeln kontrolliert würden, von denen man offiziell nichts wisse. Konkret: Wie viele Gastronomen gingen auch Nando und Gerd Hecht davon aus, dass die für sie bis Ende vergangener Woche geltende 2G-Plus-Regel am Sonnabend durch eine nur noch 2G-Regel ersetzt werden sollte. So habe es nicht nur das Land mehrfach angekündigt, sondern auch in der Presse gestanden, worauf sich auch die Hechts verließen.

Die nächtlichen Kontrolleure aber hätten ihn verkündet, dass die neue Corona-Verordnung des Landes wegen eines Gerichtsurteils erst mit 24-stündiger Verspätung, also um 0 Uhr am Sonntag, in Kraft trete. Demnach hätten alle Gäste weiterhin nicht nur geimpft oder genesen, sondern zudem auch frisch getestet sein müssen. Ganz sicher seien sich beim Blick auf die geltende Rechtslage aber auch die Kontrolleure nicht gewesen, so Hecht. Trotzdem hätten sie den gesamten Laden hochgenommen und die Daten aller Anwesenden erfasst.

Einleitung von Verfahren wird geprüft

Noch ärgerlicher ist für Gerd Hecht, dass einer der Beamten Gäste, die auf dem Weg zur Waage waren, noch kurz zuvor und in Zivil nach deren Ziel und Absichten befragte. „Die wurden regelrecht ausspioniert“, sagte er. Wenig später erkannten sie den da bereits uniformierten Behördenmitarbeiter wieder.

In kleinen Holzbuden können Besucher des Marktes sitzen. Foto: Thomas Dirks
In kleinen Holzbuden können Besucher des Marktes sitzen. Foto: Thomas Dirks

Wie der Pressesprecher des Landkreises Aurich, Rainer Müller-Gummels, am Montag auf Anfrage mitteilte, sei die Kontrolle aufgrund von Hinweisen erfolgt, dass dort die 2G-Plus-Regelung nicht eingehalten würde. Vor Ort seien insgesamt 20 Personen angetroffen worden. Alle seien vollständig geimpft gewesen. Drei hätten allerdings keinen Testnachweis vorlegen können. Wie der Sprecher mitteilte, werde jetzt die Einleitung entsprechender Ordnungswidrigkeitenverfahren geprüft. Dabei werde aber dem Umstand Rechnung getragen, dass die Landesregierung für Sonnabend eine Lockerung der 2G-Plus-Reglung angekündigt, jedoch kurzfristig nicht umgesetzt habe, kündigte der Pressesprecher an.

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