Aurich

XXL-Einkaufsnacht: Freude auf allen Seiten

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 12.12.2021 15:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Zur Einkaufsnacht am Sonnabend in Aurich war die Innenstadt voller Menschen. Foto: Udo Hippen
Zur Einkaufsnacht am Sonnabend in Aurich war die Innenstadt voller Menschen. Foto: Udo Hippen
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Die XXL-Einkaufsnacht in Aurich war ein voller Erfolg für die Kaufleute. Auch die Schausteller freuten sich über mehr Kunden. In die Zuversicht mischte sich allerdings auch Kritik.

Aurich - Eine volle Innenstadt und zufriedene Kaufleute: Das ist die Bilanz der Auricher XXL-Einkaufsnacht am Sonnabend. Auch nach 20 Uhr war noch einiges los in den Geschäften. Auf dem Weihnachtszauber tummelten sich die Menschen.

Unterschiede machte es für den Einzelhandel allerdings, wo sich der Laden befindet. Je näher am Weihnachtszauber, desto besser. In die Osterstraße und die Burgstraße kamen auch Fußgänger, jedoch weniger als im Zentrum.

Viele Kunden im Zentrum

Mit der Kundenzahl sind Iris und Kassandra Dambrowski trotzdem zufrieden. Mutter und Tochter führen das Kleidungsgeschäft „Iris Inspiration“ in der Osterstraße. Vor allem Stammkunden statteten dem Laden einen Besuch ab, sagte Kassandra Dambrowski. Die Leute seien verunsichert, welche Regeln denn nun für den Einzelhandel gelten.

Bis Freitagnachmittag waren die Kaufleute auf 2G für ihre Kunden eingestellt. Nur Geimpfte und Genesene sollten laut der neuen Corona-Verordnung die Geschäfte betreten dürfen. Dann kam die Rolle rückwärts – die Verordnung musste noch einmal geprüft und geändert werden, teilte die niedersächsische Staatskanzlei am Freitag mit. Die neue Verordnung gilt nun erst seit Sonntag.

Heida und Sven Haltermann (Silomon) waren mit der Kundenzahl zufrieden. Foto: Franziska Otto
Heida und Sven Haltermann (Silomon) waren mit der Kundenzahl zufrieden. Foto: Franziska Otto

Verunsicherung bei den Kunden

Auch die Kunden von Heike Lorenz waren verunsichert. Ihr gehört die „Lillebutik“ in der Burgstraße. „Wir waren aber alle froh, dass die 2G-Regel erstmal raus war“, sagte sie. Mit der Zahl an Kunden ist sie zufrieden – auch wenn es zur Abendbrotzeit weniger wurde, wie sie sagte. Dafür seien tagsüber deutlich mehr Kunden als in den vergangenen Wochen gekommen.

Buchhändlerin Aylin Krause-Buß im „Lesezeichen“. Auch dort gab es mehr Kundschaft. Foto: Franziska Otto
Buchhändlerin Aylin Krause-Buß im „Lesezeichen“. Auch dort gab es mehr Kundschaft. Foto: Franziska Otto

Bei den Buchhandlungen in der Auricher Fußgängerzone war ebenfalls einiges los. Sie sind von der 2G-Regel ausgenommen. Von der Verschiebung profitierten sie trotzdem. Aber auch hier war Verunsicherung zu spüren. „Die Kunden haben schon am Donnerstag gefragt, was man beachten muss“, sagte Aylin Krause-Buß vom „Lesezeichen“. Die Inhaberin der „Buchhandlung am Wall“ freute sich ebenfalls über mehr Kunden. „Das hat uns den Sonnabend gerettet“, sagte Susanne Kranz. Die Leute seien außerdem unbeschwerter und glücklicher als in den vergangenen Wochen.

Nicht nur Freude bei der Einkaufsnacht

Zu Beginn der Woche hatte die Inhaberin von „Abegg“ die Einkaufsnacht noch kritisch gesehen. Nachdem die 2G-Regel gekippt wurde, änderte Alexandra Schneemilch ihre Meinung. „Mit 2G wären wahrscheinlich deutlich weniger Leute gekommen“, begründet die Geschäftsfrau ihren Sinneswandel. „Die Stimmung ist so toll, die Menschen sind einfach glücklich.“

Heike Lorenz (rechts) mit Mitarbeiterin Manuela Böhling. Ihr gehört die „Lillebutik“ in der Burgstraße. Foto: Franziska Otto
Heike Lorenz (rechts) mit Mitarbeiterin Manuela Böhling. Ihr gehört die „Lillebutik“ in der Burgstraße. Foto: Franziska Otto

Der Geschäftsführer von Silomon, Sven Haltermann, blickte am Sonnabend zufrieden durch seine Verkaufsräume. Aber seine Stimmung war getrübt. Zu sehr belastet ihn die 2G-Regel, die ab Montag für den Einzelhandel gilt. „Es ist unfassbar, was die Landesregierung uns zumutet“, sagte er. In einem Brief habe er sich an den Ministerpräsidenten Stephan Weil gewandt. Er habe ihm seine Erfahrung mit seiner Filiale in Schleswig-Holstein berichtet. Dort müsse nur stichprobenartig kontrolliert werden. Halte man sich nicht an die Vorgaben, koste das 500 Euro. „Weil könnte ruhig von seinem Kollegen lernen“, sagte Sven Haltermann.

„So viele Kunden wie heute kamen die ganzen letzten Tage nicht“

In diesem Jahr war der Auricher Weihnachtsmarkt eigentlich so angelegt worden, dass die Wege breiter als sonst sind, damit kein Gedränge entsteht. Voll war es am Sonnabend trotzdem. Gerade rund um jene Buden, die Getränke verkauften, kam man kaum bis zur Theke durch. „Die Leute lassen uns nicht im Stich“, sagte Peggy Heine. Gemeinsam mit ihrem Mann Sascha betreibt sie die „Julischka Bar bei Guste“. Gerade für die Getränkebuden war die verlängerte Öffnungszeit des Marktes bis 24 Uhr wichtig. Denn vor allem abends wollen die Leute Glühwein, Grog und Co. trinken, sagte Peggy Heine.

Georg Horz verkauft an eine Kundin Bonbons. Auf dem Auricher Weihnachtsmarkt war mehr los als in den vergangenen Tagen. Foto: Franziska Otto
Georg Horz verkauft an eine Kundin Bonbons. Auf dem Auricher Weihnachtsmarkt war mehr los als in den vergangenen Tagen. Foto: Franziska Otto

Auch beim Imbissbetrieb Wilken auf dem Markt lief es besser als in den vergangenen Wochen, sagte René Wilken. Grund dafür ist für ihn nicht nur die Einkaufsnacht. Auch das Wetter sei ausschlaggebend. Endlich habe es mal nicht geregnet, sagte der Budenbetreiber.

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Dasselbe dachte sich auch Georg Horz. Er verkauft auf dem Weihnachtszauber Bonbons und Lakritz. „So viele Kunden wie heute kamen die ganzen letzten Tage nicht“, sagte er. Es laufe seit der Eröffnung Ende November Stück für Stück besser. „Wir können jeden Tag gut gebrauchen.“