Aurich

Lichterfahrt mit ernstem Hintergrund

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 12.12.2021 09:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Am Sonntag fährt der Trecker-Korso der Landwirte durch den Landkreis Aurich. Die Aktion soll Freude bringen, hat aber auch einen ernsten Hintergrund.

Aurich - Es wird bunt auf den Straßen in und um Aurich: Landwirte fahren am Sonntag ab 16.45 Uhr in drei Korsos durch den Kreis. Damit wollen sie den Menschen eine Freude bereiten, sagte eine der Organisatorinnen vom Verein Land schafft Verbindung (LSV), Sara Collmann. Aber die Aktion hat auch einen ernsten Hintergrund. Denn für die Landwirte war das Jahr alles andere als leicht.

Die Korsos starten an drei verschiedenen Punkten. Der LSV bittet Zuschauer darum, nicht beim Startpunkt aufzutauchen. So soll ein reibungsloser Ablauf garantiert werden. Zwischen 19.30 Uhr und 20 Uhr sollen die Korsos sich dann an der Sparkassen-Arena in Aurich treffen. Die Strecken hat der LSV auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Aktion mit ernstem Hintergrund

Bunt leuchtende Trecker, die durch die Straßen ziehen - so schön das Bild auch sein wird, mit der Aktion wollen die Landwirte um mehr Verständnis werben. Wenn Autofahrer auf der Straße hinter einem Trecker festhängen, ärgern sie sich dann vielleicht weniger, hofft Collmann. „Wir machen unsere Arbeit, damit alle essen können“, sagt sie.

Kühe stehen in einem Stall und fressen. Foto: DPA
Kühe stehen in einem Stall und fressen. Foto: DPA

Für die Landwirte war es ein schwieriges Jahr. Die Futterpreise sind etwa seit dem Sommer ordentlich gestiegen, sagt die Sprecherin des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfrieslands, Maren Ziegler. Das merkt auch Collmann. Mit ihrer Familie führt sie einen Milchbetrieb in Wiesmoor. Die erste Maht in diesem Jahr sei fast komplett schlecht gewesen. Zur Zeit des ersten Schnitts habe es viel geregnet, viel sei deswegen vergammelt.

„Es ist kaum noch rentabel“

Den ersten Schnitt hätte Collmann eigentlich als Futter für ihre Kühe gebraucht. Stattdessen musste sie teures Kraftfutter kaufen. Die Kühe gaben weniger Milch. „Es ist kaum noch rentabel“, sagte die Landwirtin.

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Es müsse sich einiges ändern. Ein Problem seien Importe aus dem Ausland, sagt Collmann. Deutschland habe für seine landwirtschaftlichen Produkte hohe Standards, an die sich die Bauern halten müssten. Bei importierten Waren gelten niedrigere Standards, so Collmann. Und das wirke sich auch auf den Preis aus. Damit könnten hiesige Landwirte einfach nicht mithalten.

Ein Wandel sei aber schon zu sehen, sagte die Landwirtin. Einige Supermärkte haben sich demnach verpflichtet, zum Beispiel nur Schweinefleisch aus Deutschland zu verkaufen. Das sei ein Anfang, sagt Collmann. Man müsse das nun auch auf andere Produktsparten ausweiten, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen.