Großefehn
Vier Millionen Euro für Erweiterung der Großefehntjer Kläranlage
Die Kläranlage in Großefehn ist laut der EWE Wasser komplett ausgelastet. Eine Erweiterung für vier Millionen Euro soll für neue Kapazitäten sorgen. Die Gemeinde trägt dabei den Großteil der Kosten.
Großefehn - Die Kläranlage in Großefehn soll bis 2028 für schätzungsweise vier Millionen Euro erweitert werden. Stefan von Aschwege von der EWE Wasser stellte im Bauausschuss am Donnerstag entsprechende Pläne vor. Der Ausschuss stimmte schließlich einstimmig dafür, die Firma mit der Detailplanung zu beauftragen.
Nach Berechnungen der EWE Wasser ist die Kläranlage vollkommen ausgelastet. Die Anlage ist nach Referenzwerten eigentlich für 16.000 Einwohner (oder Gewerbe) ausgelegt, versorge aktuell aber schon 16.500. Und es könnten noch mehr werden, wenn weitere Haushalte oder mögliche Neubaugebiete angeschlossen werden. Aktuell sind etwa 74 Prozent der Haushalte in Großefehn an die Kläranlage angeschlossen. Nach den Plänen der EWE Wasser sollen nun auch der Ortskern von Strackholt, Bagband sowie die Gewerbegebiete Schmiedestraße und Ulbargen angegliedert werden. Nach der Erweiterung könnten rechnerisch 20.500 Einwohner versorgt werden.
Gemeinde trägt 75 Prozent der Kosten
Den Großteil der Kosten muss dabei die Gemeinde in Form von Abrechnungen der EWE Wasser zurückzahlen. Rund ein Viertel würde das Unternehmen selbst tragen, da es sich um Instandsetzungen handelt. Was neu gebaut wird, zahlt die Gemeinde zurück. Wie hoch die Kosten genau sind, lässt sich aber erst mit der Detailplanung abschließend feststellen. Als erstes entstehen soll 2023 ein neues Zulaufgebäude mit einer Rechen-Sandfang-Anlage sowie einem Gebläse-Raum für rund 1,27 Millionen Euro. Hier trägt die EWE Wasser 75 Prozent der Kosten selbst. 2025 soll dann eine stationäre Klärschlammentwässerung für rund 690.000 Euro gebaut werden.
Der Bau einer dritten Nachklärung für rund 800.000 Euro ist für 2026 geplant. Zwei außer Betrieb gesetzte Becken auf dem Gelände kommen laut Aschwege für die neue Nachklärung nicht infrage. Die Kapazitäten sind zu klein. 2017 soll schließlich die Erneuerung und Erweiterung der Belüftung im Belebungsbecken (etwa 1,24 Millionen Euro) erfolgen.
Kosten werden über mehrere Jahre gestreckt
Die baulichen Maßnahmen sollen dabei über die Jahre 2023 bis 2028 gestreckt werden. Auch die Kosten für die Gemeinde werden nicht geballt, sondern über einem Zeitraum von 10 bis 25 Jahren gestreckt. Bürgermeister Erwin Adams (parteilos) rechnet mit Kosten von etwa 25 bis 50 Cent pro Kubikmeter Schmutzwasser, wenn die Erweiterung abgeschlossen ist.
Durch den Rückbau von sogenannten Vererdungsbeeten wird außerdem eine Fläche frei. Diese kann die Gemeinde für 170.00 Euro erwerben. Die Fläche befindet sich in der Nähe der Materialkreislauf- und Kompostwirtschaft (MKW). Sie könnte als Lagerfläche entweder vom Bauhof oder einem Gewerbe genutzt werden.