Aurich

Auricher wegen Streit um Drogen vor Gericht

Marion Bubolz
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Von Marion Bubolz
| 10.12.2021 15:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Auricher Schloss, in dem das Landgericht seinen Sitz hat. Foto: Romuald Banik
Das Auricher Schloss, in dem das Landgericht seinen Sitz hat. Foto: Romuald Banik
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Weil sie einen Mann in seiner Wohnung in Aurich überfallen haben, stehen nun drei Männer wegen schweren Raubes vor Gericht. Denn bei dem Gerangel war auch ein Messer im Spiel.

Aurich - Wegen schweren Raubes müssen sich seit Freitag drei Männer aus Norden und Aurich vor der Ersten Großen Jugendkammer am Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Sommer vergangenen Jahres einen 27-Jährigen in seiner Wohnung in der Auricher Innenstadt überfallen zu haben, um Geld oder Drogen von ihm zu erpressen.

Wortführer soll ein vierter, älterer Mann gewesen sein, gegen den ein eigenes Verfahren läuft. Im Zuge der Auseinandersetzung sollen sie das Zimmer des Opfers durchsucht und es mit einem Messer bedroht haben. Lautes Geschrei hatte die Nachbarschaft aufgeschreckt, die die Polizei alarmiert hatte.

Angeklagte durchsuchten die Wohnung

Die 20 und 21 Jahre alten Angeklagten räumten ein, in der Wohnung gewesen zu sein. Der 27-Jährige hätte sie „abgezogen“, erklärte der jüngste der Angeklagten den Anlass ihres Besuches. Jeder von ihnen hätte dem 27-Jährigen Geld für den Kauf von Heroin und Kokain übergeben. Der hätte jedoch nichts wieder von sich hören lassen, sodass sie auf Vorschlag des Älteren spontan beschlossen hätten, sich die Drogen oder wenigstens ihr Geld selbst abzuholen. Der Ältere hätte dem 27-Jährigen und dessen Kumpel ein paar Ohrfeigen verpasst und schließlich ein Messer in dessen Richtung gehalten.

Einer der Angeklagten bestritt jede Beteiligung an dem Unterfangen. Er sei nur zufällig dabei gewesen, gab er an. An dem Tag sei er mit dem Bus aus Norden nach Aurich gekommen, um sich mit einem der Mitangeklagten, einem langjährigen Freund, zu treffen. Er konsumiere keinerlei Drogen, habe nichts von dem Drogenkauf gewusst und sich während des Tumults im Hintergrund gehalten. Die beiden anderen Angeklagten räumten ein, das Zimmer durchsucht zu haben, bestritten jedoch, den Überfallenen angefasst zu haben. Der Ältere habe gesagt, man wolle lediglich mit dem Mann sprechen, berichtete ein Angeklagter. Der sei jedoch sehr aggressiv gewesen und hätte schon von zu Hause ein Messer mitgenommen. Hätten sie von der Gewalt gewusst, wären sie nicht mitgegangen. Das sei ein Fehler gewesen, den er heute bereue. „Wäre die Drogensucht nicht gewesen, hätten wir das nicht gemacht.“

Verhandlung wird fortgesetzt

Der 27-Jährige bestätigte die Angaben der Angeklagten. Die Initiative sei von dem Älteren ausgegangen. Der habe ihn beim Öffnen zu Boden geschubst und ihn in sein Zimmer geschleift. Unter Zwang mit vorgehaltenem Messer habe er ihm schließlich seine letzten dreißig Euro ausgehändigt. Er habe große Angst gehabt und habe sie auch heute noch. Die anderen hätten nur dabeigestanden.

Die Verhandlung wird am 17. Dezember ab 9 Uhr fortgesetzt.

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