Ostfriesland
Boßeln: 2G sorgt bei Rahe für dezimierten Kader
Ostfrisia Rahe plagen vor dem Spitzenwettkampf in der Boßel-Landesliga der Männer in Reepsholt etwas andere Personalnöte – anderen Mannschaften drohen sportliche Tiefschläge.
Ostfriesland – Sportlich könnte es für die Landesliga-Boßler von Ostfrisia Rahe nicht besser laufen. Mit 8:4-Punkten liegt das Team um Mannschaftsführer Gert Mimke Köllmann völlig überraschend auf Platz zwei und schnuppert an der Teilnahme an den FKV-Meisterschaften.
Doch vor dem Auswärtswettkampf bei der einstigen Boßelmacht Reepsholt plagen Köllmann ganz andere Sorgen: Eine Handvoll Werfer ist nicht geimpft. „Das ist leider so. Wir fahren dezimiert nach Reepsholt, sind aber immer noch gut besetzt“, sagt Köllmann. Nach der neuen Landes-Verordnung gilt für die Friesensportler auf den Straßen die 2G-Regel. Das bedeutet, jeder Werfer muss geimpft oder genesen sein. Bei Rahes letztem Gegner Burhafe waren alle Werfer geimpft, erinnert sich Köllmann.
Neues Saisonziel bei Auswärtssieg
Trotz aller Nebengeräusche freut sich Köllmann auf den sportlichen Vergleich. Die Favoritenrolle schiebt der Rahester Mannschaftsführer den Reepsholtern zu. Die beiden letzten Wettkämpfe hatte der Gegner haushoch gewonnen. „Es ist schon beeindruckend, was sie momentan zeigen“, sagt Köllmann. Doch die Rahester fahren mit einer Portion Selbstvertrauen zur Boßel-Großmacht. „Wir sind motiviert und freuen uns auf die interessante Straße dort. Wir fahren dorthin und werden alles geben“, verspricht er.
Vor drei Jahren gelang den Rahestern ein Auswärtssieg in Reepsholt, damals für alle Beobachter eine riesige Sensation. „Ich hätte nichts dagegen, wenn uns das noch einmal gelingen sollte“, sagt Köllmann. Auf jeden Fall müssten die Boßler vom Kukelorum bei einem weiteren Erfolg ihr Saisonziel neu definieren.
Derby in Pfalzdorf
Meister Pfalzdorf führt die Tabelle nach sechs Wettkämpfen an. Nach dem prestigeträchtigen Auswärtssieg in Dietrichsfeld steht für die Mannschaft um Kapitän Mathias Cremer der nächste Boßel-Knüller auf dem Programm. Auf eigener Strecke empfangen die Pfalzdorfer am Sonntag die Friesensportler aus Schirumer Leegmoor. Da möchte der Meister selbstverständlich nachlegen. Zum Impfstatus seiner Werfer mochte Cremer keinen Kommentar abgeben.
Der Gegner aus Leegmoor muss zunächst die nicht erwartete Heimniederlage gegen Südarle aus den Köpfen verdrängen. Leegmoors Mannschaftsführer sieht die Heimniederlage nüchtern. „Südarle hat uns einfach auf dem falschen Fuß erwischt“, sagt Jannes Koch. Mit 7:5-Punkten stehen die Leegmoorer noch gut da, doch bei einer weiteren Niederlage droht den Aurichern das Mittelmaß. „Es wird sehr schwer in Pfalzdorf“, fürchtet Koch, der wohl wieder auf einige Werfer verzichten muss.
Die Tabelle in der Boßel-Landesliga verspricht für die kommenden Wochen enorme Spannung. Zwischen Platz zwei und dem ersten Abstiegsplatz liegen gerade mal vier Punkte. Mit vier Pluspunkten ist Dietrichsfeld nur noch wegen des besseren Wurfverhältnisses von einem Abstiegsplatz entfernt. Doch Mannschaftsführer Matthias Niendieker bleibt cool. „Noch mache ich mir keine großen Sorgen“, sagt er. Am Sonntag steht der Auswärtswettkampf beim Vorletzten Stedesdorf auf dem Programm. Bei einer Dietrichsfelder Niederlage würden beide Mannschaften die Plätze tauschen. Das ist für Niendieker keine Option. „Wir müssen dort gewinnen“, fordert er.