Aurich

Mögliche 2G-Regel im Einzelhandel weckt Verunsicherung

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 30.11.2021 19:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Innenstadt von Aurich ist weniger Kundschaft unterwegs als sonst zu dieser Jahreszeit. Nun blicken die Geschäftsinhaber mit Sorge auf die möglichen Corona-Verschärfungen. Foto: Romuald Banik
In der Innenstadt von Aurich ist weniger Kundschaft unterwegs als sonst zu dieser Jahreszeit. Nun blicken die Geschäftsinhaber mit Sorge auf die möglichen Corona-Verschärfungen. Foto: Romuald Banik
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Geschäftsinhaber in Aurich blicken mit Sorge auf die Entscheidungen der Ministerpräsidenten zu weiteren Corona-Maßnahmen. Doch die 2G-Regel würden manche auch begrüßen.

Aurich - Mit Nachweis oder ohne, FFP2 oder einfache Maske: Die Verwirrung, was die Corona-Regeln im Einzelhandel angeht, ist momentan groß. Kaum hat sich herumgesprochen, dass bisher keine Einschränkungen im Einzelhandel in Niedersachsen gelten, könnte sich dieses schon wieder ändern. Denn die Mehrheit der Ministerpräsidenten hat sich für eine 2G-Pflicht im Einzelhandel ausgesprochen. Noch ist nichts entschieden. Aber die ON hat in Aurich nachgefragt, was das für die Geschäfte in der Innenstadt bedeuten würde.

„Dann haben wir noch weniger Umsatz als bisher. Die Anreize, loszugehen und in der Innenstadt einzukaufen, werden immer weniger“, bedauert Alexandra Schneemilch den Vorstoß. Die Inhaberin des Schreibwarengeschäfts Abegg GmbH in Aurich berichtet schon jetzt von ausbleibender Kundschaft.

Nachweiskontrolle als zusätzliche Belastung

„Einige Kunden haben mir erzählt, dass sie gerade zum letzten Mal in der Vorweihnachtszeit in der Stadt unterwegs sind. Die Verunsicherung ist bei allen groß“, sagt Alexandra Schneemilch. „Wir machen solange weiter, wie wir können, und verbreiten gute Laune.“

„Sprachlos“ über die mögliche Vorgehensweise der Politik zeigt sich Lydia Harbers vom Handarbeitsgeschäft „Die Creativ-Insel“ in Aurich. „Ich bin alleine im Laden. Wie soll ich denn die Nachweise und Ausweise dazu auch noch kontrollieren?“, fragt sie. Irgendwo sei auch ihre Schmerzgrenze erreicht. „Aber jammern nützt nichts, ich werde mich der Situation stellen“, sagt die Inhaberin. Ungeimpfte Kunden könne sie vor der Ladentür bedienen.

Forderung: Maßnahmen Zeit geben, zu wirken

Johann Kock als Geschäftsleiter des Modehauses Silomon in Aurich sieht keinen Grund für eine Verschärfung der Regelungen im Einzelhandel. Erst einmal müsste der gerade politisch eingeschlagene Weg konsequent zu Ende gegangen werden. „Die Aufklärung über die Bedeutung der Impfung und der Druck auf die Ungeimpften zeigt doch Wirkung. Kontaktbeschränkungen greifen. Wir müssen den Maßnahmen nur auch mal Zeit geben“, sagt Johann Kock.

In seinen Augen wurde „wertvolle Zeit verkaspert und verschlafen“. Doch dies auf dem Rücken der Menschen auszutragen, findet er nicht richtig. Der Einzelhandel sei als Ausbruchsort des Virus mehrfach wissenschaftlich widerlegt worden. „Ich finde es falsch, schon wieder von einem Lockdown zu sprechen“, verdeutlicht er. Die Sorge vor einer erneuten Schließung sei da. „Wir wollen für unsere Kunden da sein. Die Schließung kurz vor Weihnachten vergangenes Jahr hat dem Einzelhandel extrem geschadet“, sagt Johann Kock.

Impfpflicht als weiterer Schritt

Gert Pohlenz vom Weltladen in Aurich hingegen gehen die Maßnahmen immer noch nicht weit genug. „Ich halte 2G für sinnvoll. Eine Impfpflicht wäre aber noch wesentlich wichtiger“, sagt Gert Pohlenz. Genau diese soll nach dem Wunsch des designierten Kanzlers Olaf Scholz auch kommen. Beschlossen ist sie aber noch nicht.

„2G bedeutet Sicherheit für meine Mitarbeiter. Wir haben feste Stammkunden, die bewusst durch das Leben gehen“, sagt der Inhaber. Gerade in der Vorweihnachtszeit sei das Geschäft auch durch die Laufkundschaft in der Innenstadt bisher gut angelaufen. „Kaffee, Schokolade und weihnachtliches Kunsthandwerk habe ich schon nachbestellt“, ist Gerd Pohlenz optimistisch. In dieser Situation habe er auch kein Verständnis mehr für Ungeimpfte.

Einen Beschluss zu weiteren Corona-Maßnahmen will die Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag, 2. Dezember, fällen. Dieser muss danach in Landesverordnungen Einzug halten.

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