Aurich

Discobetreiber sehen in Corona-Verordnung „indirektes Berufsverbot“

Kim Hüsing
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Von Kim Hüsing
| 24.11.2021 19:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht nur wie hier im Online-Stream, sondern live im Aurum möchten angesagte DJs demnächst wieder auflegen. Doch durch die neue Verordnung ist unklar, unter welchen Bedingungen die Discos im Kreis überhaupt öffnen können. Foto: Sebastian Kranz
Nicht nur wie hier im Online-Stream, sondern live im Aurum möchten angesagte DJs demnächst wieder auflegen. Doch durch die neue Verordnung ist unklar, unter welchen Bedingungen die Discos im Kreis überhaupt öffnen können. Foto: Sebastian Kranz
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Die Maskenpflicht auf der Tanzfläche bringt die Betreiber der Auricher Diskotheken zum Nachdenken. Lohnt sich eine Öffnung überhaupt noch?

Aurich - Die erneute Maskenpflicht in Diskotheken sorgt für einen Aufschrei unter den Betreibern. „Das kommt absolut überraschend“, sagt Eventmanager Sebastian Kranz zu der neuen Corona-Verordnung. Ministerpräsident Stephan Weil habe zwar Restriktionen angekündigt. Doch er habe eher mit 2Gplus gerechnet.

Nun wurde „durchgegriffen - in Niedersachsen viel härter als in anderen norddeutschen Bundesländern“, wundert sich Sebastian Kranz. Er organisiert zusammen mit der Nachterlebniswelt Aurum in Aurich eine „Culture-Club“-Reihe, die Anfang Dezember starten sollte.

Spaß für die Gäste soll erhalten bleiben

„Die neuen Regelungen bedeuten ein indirektes Berufsverbot für unsere Branche“, ärgert sich Sebastian Kranz. Denn sich mit Maske auf der Tanzfläche zu bewegen, habe mit freiem Feiern nichts mehr zu tun.

„Es wird sehr schwer, die neuen Auflagen gewissenhaft zu erfüllen. Eventuell müssen wir das Personal aufstocken“, überlegt der Eventmanager. Noch möchte er die „Culture-Club“-Reihe in Teilen zumindest gerne retten. Doch gleichzeitig soll der Spaß für die Gäste nicht verloren gehen.

Restriktionen gefährden Betriebe

„Das ist eine echte Krisensituation“, sagt Sebastian Kranz. Es werde um seine Branche erneut „eine Mauer hochgezogen“. Mit 50-prozentiger Auslastung in zu garantierenden Mindestabständen - selbst auf der Tanzfläche - sei ein Discobetrieb nicht mehr wirtschaftlich.

Die Betreiber der Diskothek Deckers in Großefehn versuchen gerade, einen Kniff anzuwenden. Der Betrieb der Diskothek wird eingestellt. Nun prüfen die Verantwortlichen, ob man den Betrieb der Kneipe abkoppeln und diese eröffnen kann. Hendrik Becker erklärt: „Wir sind quasi gezwungen zu schließen. Die Maßnahmen sind nicht umsetzbar, uns wird die Perspektive genommen.“ Es sei ärgerlich, dass kein Dialog mit den Diskothekenbetreibern gesucht werde, wie ein sicherer Betrieb möglich ist, und sich die Vorgaben immer wieder ändern. Auch herrsche Verunsicherung wegen der Hilfen und ob man diese bei einer vollständigen Schließung auch wirklich in Anspruch nehmen kann.

„Tiffany“ startet am Freitag einen Versuch

Diese Sorge macht auch Monika Frieden zu schaffen. Die Inhaberin der „Tiffany Dance and Fun GmbH“ aus Aurich hadert ebenfalls mit den neuen Restriktionen. „Noch warten wir ab, was der Landkreis uns mitteilt“, sagt Monika Frieden. Zwar überlege sie zusammen mit ihrer Tochter noch, wie es weitergeht. Doch einen Versuch am Freitagabend will sie starten. „Wir gucken, wie die Disco trotz Maskenpflicht angenommen wird“, so ihre Idee.

„Es ist sehr traurig, was jetzt passiert. Wir hatten gerade neue Mitarbeiter gefunden“, sagt Monika Frieden. Nun sei die Unsicherheit wieder groß.

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