Aurich
Coronafälle an zehn Schulen im Kreis Aurich
An zehn Schulen im Landkreis Aurich sind derzeit offiziell Coronafälle aufgetreten. Zahlreiche Schüler sind mit dem Virus infiziert. Beantragte Schließung einer Schule lehnte das Gesundheitsamt ab.
Aurich - An mittlerweile zehn Schulen im Landkreis Aurich sind aktuell Coronafälle nachgewiesen worden. Das teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels den ON auf Nachfrage mit. Insgesamt sind an den Schulen 45 Schüler positiv auf das Virus getestet worden.
Die meisten positiven Fälle gibt es an der KGS Wiesmoor. Dort sind 23 Fälle bekannt. An der Grundschule „Im Spiet“ in Norden sind es sieben Fälle, an der Grundschule Ottermeer sechs Fälle. An der Grundschule Moordorf sind zwei Kinder mit dem Virus infiziert, ebenso an der BBS1 in Aurich. Jeweils ein Kind ist an der BBS2 in Aurich, der Grundschule Wiesmoor, der Grundschule Pfälzerschule und HTG Ihlow und der IGS Moorhusen positiv getestet worden.
Schulleitung wollte Schließung der Schule erwirken
Die Schulleitung der Grundschule „Im Spiet“ hatte versucht, die Schule für zwei Wochen zu schließen, um den Corona-Ausbruch in den Griff zu bekommen. Dazu hatte sie mehrfach Kontakt zur Rechtsabteilung der Landesschulbehörde, die aber an das Kreis-Gesundheitsamt verwies. Das Kreis-Gesundheitsamt lehnte die Schließung aber ab. Dazu teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels den ON auf Nachfrage mit: „Die Handlungsweise in der Schule „Im Spiet“ ist entsprechend der Empfehlung des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes erfolgt, den Präsenzunterricht weitestgehend aufrechtzuerhalten. Daher wurden nur die Kinder mit engerem Kontakt zu Positivfällen in Quarantäne gesetzt.“ Aufgrund des Ausbruchs in der Schule sind mittlerweile in den Familien der Kinder weitere positive Fälle aufgetreten.
De facto hat auch ohne die Schließung deutlich weniger Unterricht an der Grundschule stattgefunden. Am vergangenen Freitag mussten die Klassen 3 und 4 alle zu Hause bleiben und einen Schnelltest von geschultem Personal durchführen lassen. Erst mit diesem und einem aktuellen negativen Schnelltest durften sie Montag wiederkommen. In einer zweiten Klasse waren am selben Tag nur vier von 22 Kindern in der Schule anwesend. Die Ganzbetreuung läuft im absoluten Notbetrieb, nur noch für berufstätige Eltern mit Nachweis und Anmeldung.
In der KGS Hage wurde in der vergangenen Woche ebenfalls der komplette sechste Jahrgang nach Hause geschickt. Auslöser dafür waren laut Müller-Gummels Kontaktpersonen, die sich mittlerweile aber nicht mehr in Quarantäne befinden.