Upgant-Schott

Kampfabstimmung um Bürgermeisterposten

| | 19.11.2021 18:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Upgant-Schotts bisheriger Bürgermeister Gundolf Harms (links) gratulierte seinem Nachfolger Günter Winter. Foto: Thomas Dirks
Upgant-Schotts bisheriger Bürgermeister Gundolf Harms (links) gratulierte seinem Nachfolger Günter Winter. Foto: Thomas Dirks
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In der ersten Sitzung des Rates der Gemeinde Upgant-Schott gab es einen neuen Bürgermeister und giftige Wortwechsel.

Upgant-Schott – Upgant-Schott hat einen neuen Bürgermeister. In der konstituierenden Sitzung des neuen Rates wurde am Donnerstagabend Günter Winter (SPD) zum neuen Ratsvorsitzenden gewählt. Er löste Gundolf Harms (BfB) ab, für den nach nur einer Legislaturperiode Schluss war.Bis Winter als neuer Bürgermeister feststand, brauchte es zwei geheime Wahlgänge. In der ersten Runde gab es den vorhergesagten Dreikampf zwischen ihm, Harms und Heiko Poppinga (CDU) mit dem erwarteten Ergebnis: Harms und Winter erhielten jeweils sechs Stimmen, Poppinga drei. Für den Christdemokraten, der mit seiner Frau Kerstin (CDU) und Politneuling Hajo Janssen („Moin“) eine Gruppe bildet, war damit Endstation. Er zog seine Kandidatur zurück.

In einer Sitzungspause berieten die Schottjer Ratsmitglieder Heiko Poppinga (CDU, von links), Albert Janssen (BWG), Günter Winter und Ewald Arends (beide SPD). Foto: Thomas Dirks
In einer Sitzungspause berieten die Schottjer Ratsmitglieder Heiko Poppinga (CDU, von links), Albert Janssen (BWG), Günter Winter und Ewald Arends (beide SPD). Foto: Thomas Dirks

Damit kam es zu einem neuen Wahlgang und zum Duell zwischen Harms und Herausforderer Winter, das dieser mit neun Stimmen (sechs SPD, drei CDU/Moin) zu sechs Stimmen (vier BWG, zwei BfB) gewann. Damit bestätigte sich, wovon Beobachter ausgingen: Die Schottjer CDU tendiert eher zur SPD als zur BWG/BfB-Gruppe, mit der sie auf Samtgemeindeebene zusammenarbeitet. Poppinga bewies zudem, dass offenbar nicht nur Albert Janssen (BWG), sondern auch Ex-Sozialdemokrat Harms für ihn als Bürgermeister nicht wählbar ist. Poppinga selbst stieg bei der Wahl der neuen stellvertretenden Bürgermeister wieder ein, von denen sich die Gemeinde Upgant-Schott gleich drei leistet. Diese Abstimmung endete schiedlich-friedlich und wirkte wie abgesprochen. Alle nominierten Kandidaten – Poppinga (CDU), Fabian Roolfs (BWG) und Ewald Arends (SPD) – erhielten jeweils acht Stimmen. Sie sollen den neuen Ratschef Winter künftig „gleichrangig“ vertreten.

Randnotiz: Über die Vize-Bürgermeister entschieden nur noch 14 der 15 Ratsmitglieder. „Moin“-Mann Hajo Janssen verließ die Sitzung um 18.47 Uhr ebenso eilig wie kommentarlos.

Mahnende Worte des Alterspräsidenten

Er hoffe auf gute Zusammenarbeit aller Ratsmitglieder, so Winter nach seiner Wahl. „Wir haben eine Menge zu tun“, sagte er. Zu Beginn der Sitzung hatte Alterspräsident Hermann Rühaak den Rat zu einem „respektvollen und fairen Umgang“ ermahnt und ihm „gute und weise Beschlüsse“ gewünscht. Der fünfköpfige Upgant-Schottjer Verwaltungsausschuss besteht künftig aus Winter, Arends (für die SPD), Poppinga (CDU/Moin) sowie Harms und Roolfs (BfB/BWG). Auf die Bildung weiterer Ausschüsse verzichtete der Rat. Die Verwaltungsgeschäfte wurden an die Samtgemeindeverwaltung übertragen. Zum Gemeindedirektor wurde Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD) berufen und als sein Stellvertreter der Erste Samtgemeinderat Jochen Behrends bestimmt.

Der neue Upgant-Schottjer Bürgermeister Günter Winter (SPD, links) im Gespräch mit Gemeindedirektor Gerhard Ihmels. Foto: Thomas Dirks
Der neue Upgant-Schottjer Bürgermeister Günter Winter (SPD, links) im Gespräch mit Gemeindedirektor Gerhard Ihmels. Foto: Thomas Dirks

Für Behrends, aber gegen Ihmels stimmte Albert Janssen. Er habe „große Bauchschmerzen“ mit Ihmels als Gemeindedirektor, sagte der BWG-Mann, der nach einer Politikpause ein beeindruckendes Comeback feierte. Er habe kein Vertrauen in Ihmels’ Arbeit, so Janssen, der Ihmels vorwarf, Mehrheitsbeschlüsse der bisherigen Mehrheit auf Samtgemeindeebene zum Verkauf der Ex-Awo-Wohnanlage, dem Marienhafer Bahnhof und zur Sportplatzsanierung bewusst nicht umgesetzt und verzögert zu haben.

„Das wurde in die Länge gezogen, um es jetzt nach der Wahl in andere Bahnen zu lenken“, giftete Janssen an die Adresse des Verwaltungschefs. Der reagierte pikiert und schmallippig. „Ich nehme es so zu Kenntnis. Es gibt Ratsmitglieder, die mir sympathischer sind“, keilte er zurück. Zuvor waren Ihmels und Janssen schon bei zwei Änderungsanträgen der BfB/BWG-Gruppe zur Geschäftsordnung aneinandergerasselt. Dabei ging es um die Verkürzung der Frist für die Zusendung von Protokollen und die Verlängerung der Ladungsfrist für den Rat. Beide Anträge fanden keine Mehrheit. Leicht frustriert wirkte Altbürgermeister Harms nach der Sitzung. „Die Politik hat entschieden, nicht die Bevölkerung“, kommentierte er die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen. Und: „Ich werde künftig mehr Freizeit haben.“

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