Aurich

Markthalle: Hängepartie geht weiter

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 17.11.2021 18:22 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Zukunft der Auricher Markthalle bleibt ungewiss. Foto: Romuald Banik
Die Zukunft der Auricher Markthalle bleibt ungewiss. Foto: Romuald Banik
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Die Suche nach einem neuen Konzept und einem langfristigen Betreiber der Auricher Markthalle beginnt von vorne. Alle bisherigen Verfahren wurden aus bestimmten Gründen beendet.

Aurich - Mit dem unendlichen Thema „Auricher Markthalle“ musste sich am Dienstag der Ortsrat Kernstadt wieder einmal beschäftigen. Denn wieder einmal ging es darum, ein Provisorium zu verlängern, um Zeit zu gewinnen. Zeit, um zu eruieren, was die Stadt mit der Halle anfangen könnte in den kommenden Jahren. Der Ortsrat stimmte zu, die Mietverträge der jetzigen Mieter bis Ende 2023 zu verlängern.

Gleichzeitig soll das Interessenbekundungsverfahren, mit dem neue Betreiber gesucht wurden, beendet werden. Zudem soll das alte Gutachten über die Halle aus dem Jahr 2016 aktualisiert und erweitert werden. Der Ortsrat erteilte dazu seine Zustimmung. Mehr als ein Signal ist das nicht, denn zumindest der Verwaltungsausschuss der Stadt, nach dem Rat das zweitwichtigste Gremium, muss dieses Vorgehen noch beschließen.

Pachtvertrag mit Betreibern vor vier Jahren ausgelaufen

Vor fast vier Jahren, im März 2018, ist der Pachtvertrag mit der ehemaligen Betreibergesellschaft nach 20 Jahren ausgelaufen. Weil das für Politik und Verwaltung damals überraschend kam, gab es keinen Plan, wie es mit der Halle weitergehen könnte. Nur das Gutachten von Bulwiengesa, einem Unternehmen, das Immobilien bewertet und deren Möglichkeiten analysiert, gab es. Dieses aber ist nie öffentlich diskutiert worden, wurde in Sitzungen der Politik stets im nicht öffentlichen Teil beraten. Den neuen Ortsratsmitgliedern liegt dieses Gutachten auch nicht vor. Das bemängelte Heiko Kruse (Grüne). Es sei ihm auch nicht gelungen, auf die Daten der vergangenen Wahlperiode im Ratsinformationssystem zuzugreifen.

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Dieses Gutachten soll nun aktualisiert und erweitert werden. Rund 19.000 Euro wird das nach ON-Informationen kosten. Bürgermeister Horst Feddermann wurde in der Sitzung am Dienstag nach den Kosten gefragt, mochte aber keine Antwort geben. Stattdessen die Aussage, dass das Verfahren um den künftigen Betrieb der Markthalle „von Grund auf neu begonnen“ werden solle. Das könne am Ende unter Umständen auch den Abriss der Halle bedeuten. Dies haben die Linken im Stadtrat schon lange gefordert. Feddermann warnte aber vor Schnellschüssen. Denn zum einen hätte man bei einem Abriss eine weitere Großbaustelle in der Stadt. Zum anderen hätte man dann einen riesigen Marktplatz, den man bespielen müsse. Diese Möglichkeit soll Bulwiengesa auch beleuchten.

Keine Investitionen seit neun Jahren

Für all das wird wiederum Zeit benötigt. Deswegen sollen nun die Mietverträge mit den derzeitigen Nutzern um zwei Jahre verlängert werden. Es sollen nach Möglichkeit auch weitere befristet bis Ende 2023 hinzukommen. Vor der Abstimmung fragte Sarah Buss (FDP) nach den Kosten, die die Markthalle derzeit verursacht. Bürgermeister Feddermann mochte dazu keine Angaben machen. Jens Coordes (CDU) rief in den Raum, es handele sich um ein Nullsummenspiel.

Nach ON-Informationen könnte das stimmen. Denn die Stadt ist für den Unterhalt und die Versicherungen für das Gebäude zuständig. Die Mieter müssen Nebenkosten und eine geringe Miete von einem Euro pro Quadratmeter zahlen. Da die Stadt seit rund neun Jahren nichts mehr in die Markthalle investiert hat, dürfte sich der finanzielle Aufwand für das Glashaus, das 1990 eröffnet worden ist, in Grenzen halten.

Nach dem Ortsrat wird sich am Donnerstag der Sanierungsausschuss und danach noch der Verwaltungsausschuss mit der Markthalle befassen. Sehr wahrscheinlich werden auch diese beiden Gremien zustimmen, die Interimsnutzung für zwei Jahre zu verlängern. Denn die Mitarbeiter der jetzigen Nutzer, so Feddermann, bräuchten schnell ein positives Signal. „Wenn wir uns erst am 15. Dezember entscheiden, sind die Mieter weg.“ Dementsprechend stimmte der Ortsrat Kernstadt dem Vorschlag zu.