Brookmerland

Eine Offensive für die Kleinsten

| | 16.11.2021 19:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Team Kinderschutz mit Elke Kurtz (von links), Laura Bakker, Daniela Radauer (alle Kita „Lüttje Lüü“), Ute Backer (Kiga Wirdum), Claudia Redenius (Kiga Rummelpott), Jasmin Buß, Christina König (beide Kiga Swaalvkenüst), Katahrina Freese (Kiga „Bunte Socken“) und Helga Thiele (Krippe im Container). Es fehlen Vanessa Doden (Krippe Krabbelnüst) und Ute Stüben (Kiga Konfetti). Foto: privat
Das Team Kinderschutz mit Elke Kurtz (von links), Laura Bakker, Daniela Radauer (alle Kita „Lüttje Lüü“), Ute Backer (Kiga Wirdum), Claudia Redenius (Kiga Rummelpott), Jasmin Buß, Christina König (beide Kiga Swaalvkenüst), Katahrina Freese (Kiga „Bunte Socken“) und Helga Thiele (Krippe im Container). Es fehlen Vanessa Doden (Krippe Krabbelnüst) und Ute Stüben (Kiga Konfetti). Foto: privat
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Brookmerlander Krippen und Kindergärten entwickeln ein gemeinsames Schutzkonzept für Kinder – dahinter stehen ehrgeizige Ziele.

Brookmerland – Alle Krippen und Kindergärten im Brookmerland haben sich zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Kinderschutzkonzept zu entwickeln. Kinder brauchten in der Samtgemeinde mehr Beteiligungsrechte, heißt es. Darauf wolle man künftig verstärkt achten, so Guido Feldmann, Personalamtsleiter der Samtgemeinde.

Das gemeinsame Schutzkonzept werde die Qualität der pädagogischen Arbeit in den kommunalen Einrichtungen weiter steigern. „Alle Kinder im Brookmerland können sich sicher sein, dass sie hier ernst genommen werden“, lobt er.

Große Aufgabe

Mit der Entwicklung eines gemeinsamen Schutzkonzeptes hat sich das selbst gegründete „Team Kinderschutz“ einer großen Aufgabe angenommen. Aus allen Krippen und Kindergärten beteiligt sich daran mindestens eine Fachkraft. Damit seien alle Einrichtungen berücksichtigt. Das Team werde sich gemeinsame Ziele setzen. „Kinderschutz lebt von Fachkräften, denen dieses Thema am Herzen liegt“, so Feldmann. Während eines zweitägigen Workshops haben sich die Fachkräfte bereits über theoretische Inhalte wie Partizipation, Kinderrechte, Gesetze und Beschwerdemanagement ausgetauscht und weitergebildet.

Auch Präventions- und Interventionsmaßnahmen, die bereits in den verschiedenen Häusern umgesetzt werden, wurden dabei erörtert. Finanziell gefördert wird das Projekt vom Landkreis Aurich. Die ersten praktischen Ideen sollen schon bald umgesetzt werden. „Wir wollen ein nachhaltiges Konzept entwickeln“, so Laura Bakker, Fachkraft für Kinderschutz in der Kita „Lüttje Lüü“ in Rechtsupweg.

Kindertheater

Unter anderem soll ein Kindertheater entstehen und damit verbunden auch eine wiederkehrende Hauptfigur, die immer wieder mit den Kindern in Kontakt tritt. Auch werde nach Möglichkeiten gesucht, dass die Fachkräfte für alle Kinder zugänglich und barrierefrei ansprechbar sind. Ihnen sei wichtig, dass alle Menschen wissen, dass Kinder eigene Rechte haben. „Sie sollen geschützt, gefördert und beteiligt werden. Die Kinderrechte sind deshalb wichtig, damit Kinder eine Chance haben, unbeschwert aufzuwachsen und so zu glücklichen Erwachsenen werden können“, erklärt Claudia Redenius, Fachkraft für Kinderschutz im Rummelpott Upgant-Schott.

Um das zu ermöglichen und den Kindern eine geschützte Kindheit zu bieten, bilde sich das Personal in allen notwendigen Bereichen fort. So werde am 23. November in Zusammenarbeit mit der EDV-Abteilungsleitung der Samtgemeinde Brookmerland von Manuela Isokeit eine Datenschutzunterweisung für alle pädagogischen Mitarbeitenden angeboten. „Kinderschutz ist überall“, ergänzt Ute Backer, Fachkraft für Kinderschutz in Wirdum.

Kitas in blauem Licht

Auch soll das Schutzkonzept die Öffentlichkeitsarbeit umfassen: In diesen Tagen werden verstärkt die Kinderrechte thematisiert. Als Abschluss sei geplant, an der Aktion „#TurnTheWorldBlue“ teilzunehmen. Dazu werden am Sonnabend, 20. November, von 17 bis 19 Uhr alle Krippen und Kindergärten im Brookmerland blau angestrahlt.

Hintergrund: Am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben, die am 5. April 1992 in Deutschland in Kraft trat. Für die Kinderrechte wurde 2000 das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) angepasst. Seither heißt es in Paragraf 1631, Absatz 2: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind nicht zulässig.“

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