Upgant-Schott
Kampf um Bürgermeisteramt in Upgant-Schott
In der Politik in der Gemeinde Upgant-Schott rumort es heftig – das verspricht Spannung für die erste Sitzung. Ein erbitterter Machtkampf um das Amt des Bürgermeisters zeichnet sich ab.
Upgant-Schott – Wenige Tage vor der konstituierenden Sitzung des Rates der Gemeinde Upgant-Schott (18. November, 18 Uhr, Müllerhaus) rumort es dort heftig in der Politik und zeichnet sich ein erbitterter Machtkampf um das Amt des Bürgermeisters ab.
Albert Janssen (BWG), der nach gut einjähriger Politikpause ein beachtliches Comeback feierte und die mit Abstand meisten Stimmen (400) erhielt, hätte damit nach politischer Tradition den Anspruch auf den Ratsvorsitz. Den würde er sich auch zutrauen und gerne übernehmen. „Ich kenne den Laden“, sagt der 63-Jährige und verweist darauf, in Upgant-Schott geboren, aufgewachsen und beruflich tätig zu sein. Seit 1996 ist der Lehrer in der Politik.
„Poppinga-Fraktion“
Doch jetzt sieht er seine Felle davonschwimmen. Verantwortlich dafür macht Janssen die beiden einzigen CDU-Vertreter, Heiko und Kerstin Popinga. Das Ehepaar will, wie Heiko Poppinga auf ON-Anfrage bestätigte, künftig eine Gruppe mit dem einzigen Vertreter der Wählergruppe „Moin“, Hajo Janssen, bilden. Zeitweilig war sogar ein Bündnis mit der SPD geplant. Das aber ist kein Thema mehr.
Janssen, der fest auf eine Allianz aus BWG, dem neuen Bündnis für Brookmerland (BfB) und CDU gesetzt hatte, wirft der „Poppinga-Fraktion“, wie er sie nennt, „Wählertäuschung“ vor. Nicht von ungefähr seien einige CDU-Mitglieder bereits aus der Partei ausgetreten. Poppinga gehe es offenbar nur um „persönliche Profilierung“. Dieser habe sich in der CDU verselbstständigt und sei nicht verlässlich. Zugleich vermutet Janssen aber auch, dass Poppinga nur „Werkzeug“ von „Drahtziehern im Hintergrund“ sei, die verhindern wollten, dass er, der „unbequeme Janssen“, zu viel an Einfluss im Rat gewinne.
Wettstreit ums Bürgermeisteramt
Er habe persönlich nichts gegen Janssen, so Poppinga auf Nachfrage. Als Bürgermeister sei der für ihn aber nicht wählbar. Grund sei Janssens bisweilen aufbrausende Art, die dessen großes Fachwissen überschatte. „Ihm gehen leider oft die Pferde durch. Für einen Bürgermeister ist das nicht gut“, sagte Poppinga.
Der 47-Jährige kündigte an, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Er rechnet mit einem Wettstreit zwischen ihm, Günter Winter (SPD) und Albert Janssen (BWG) und/oder dem bisherigen Amtsinhaber Gundolf Harms (BfB). „Mal sehen, wohin die Reise geht“, sagte Poppinga. Eine mögliche Niederlage nehme er sportlich. „Ich bin nicht postengeil, sondern will nur das Beste für die CDU und Upgant-Schott“, so der Betreiber eines Legehennenstalls. Daher wolle er auch keine starren Mehrheiten, sondern die Freiheit, jeweils themenorientiert abstimmen zu können.
Im fünfköpfigen Verwaltungsausschuss hätten SPD und BWG/BfB jeweils zwei Sitze und CDU/Moin einen. Im 15-köpfigen Rat hat die SPD sechs, die BWG vier, das BfB zwei, die CDU zwei und Moin einen Zähler.