Aurich

Verkehrsgutachten lässt auf sich warten

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 12.11.2021 18:58 Uhr | 3 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Lastkraftwagen biegt entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die vielbefahrene Von-Jhering-Straße. Foto: Neelke Harms
Ein Lastkraftwagen biegt entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung auf die vielbefahrene Von-Jhering-Straße. Foto: Neelke Harms
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Die neue Kaufhalle soll im kommenden Jahr eröffnen, doch die Verkehrsführung ist noch nicht darauf vorbereitet. Und das, trotz großer Probleme.

Aurich - Neues Leben soll auf dem Gelände der ehemaligen Kaufhalle am Breiten Weg einkehren. Der Dörpener Investor Wilhelm Schomaker saniert und erweitert derzeit das über 50 Jahre alte Gebäude. Einziehen soll unter anderem ein Famila-Markt. Auch 30 Wohnungen werden errichtet. Schon im kommenden Sommer soll alles fertig sein und der Betrieb beginnen. Doch verkehrstechnisch gibt es noch Probleme.

Bis jetzt gibt es noch keinen konkreten Plan zur Verbesserung der Verkehrssituation. Grafik: ZGO
Bis jetzt gibt es noch keinen konkreten Plan zur Verbesserung der Verkehrssituation. Grafik: ZGO

Denn das bringt viel zusätzlichen Verkehr mit sich, der über den Breiten Weg und die Schützenstraße geleitet werden muss. Ein Unterfangen, das mit der derzeitigen Lenkung des Verkehrs nicht funktioniert. Eine neue Verkehrsführung ist für das Gebiet um das Gelände daher vorgesehen. Doch das Landesstraßenbauamt in Aurich, zuständig für die angrenzende Bundesstraße 72/210, wartet vergeblich auf ein Gutachten, um mit der Planung zu beginnen. Der Leiter der Behörde, Frank Buchholz, hat Bedenken. „Ich habe insgesamt einfach Bauchschmerzen bei der Sache“, sagt er auf ON-Nachfrage.

Stockender Verkehr am Pferdemarkt

Dass sich im Verkehrsnetz um den Pferdemarkt etwas ändern muss, ist schon lange bekannt. Zu Stoßzeiten gibt es an der vielbefahrenen Kreuzung schon jetzt nur stockendes Durchkommen. Wenn die neue Kaufhalle eröffnet, könnte sich die Situation noch weiter zuspitzen. „Wir erwarten regen Betrieb“, sagt Investor Schomaker. Um neue Parkmöglichkeiten dafür zu schaffen, wurde am Breiten Weg bereits das alte Waschanlagengebäude abgerissen. Doch die Stadt scheint auf den großen Ansturm noch nicht so vorbereitet zu sein wie der Dörpener Investor. Buchholz sagt auf ON-Nachfrage, er könne das Verkehrsaufkommen um das Gelände noch nicht einschätzen. Dafür fehle der Behörde ein Verkehrsgutachten. Die Planungshoheit liege aber bei der Stadt Aurich.

Buchholz findet, dass sich rund um das Kaufhallengelände dringend etwas verändern muss. Die Knotenpunkte zu verbessern, sei wichtig, jedoch nicht so einfach. Zu diesen zählt für Buchholz zum Beispiel die Einmündung des Breiten Weges in die Von-Jhering Straße. Es müsse die Frage geklärt werden, ob das Linksabbiegen dort künftig stärker unterbunden werden müsse, wenn wieder mehr los sei. Dafür seien bauliche Maßnahmen denkbar, sagt er. Die vorgeschriebene Fahrtrichtung wird schon jetzt von vielen Autofahrern ignoriert. Denn vom Breiten Weg auf direktem Weg zur Pferdemarktkreuzung zu gelangen, ist für Autofahrer momentan nicht möglich. Eine weitere gefährliche Stelle ist die Parkplatzausfahrt direkt an der Einmündung des Breiten Weges in die Von-Jhering-Straße. Sie soll nun geschlossen werden. Das sei im Bebauungsplan vorgesehen, sagt Buchholz.

Kein Verkehrsgutachten vor Weihnachten

Auch die Stadtverwaltung hat Bedenken. Die Verkehrsbehörde wartet händeringend auf die Untersuchung, sagt Helmut Lücht, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, auf ON-Nachfrage. Eine externe Firma sei beauftragt. Die Untersuchung werde dann ergeben, ob der Verkehr neu geführt werde. Er wolle zügige Ergebnisse, sagt Lücht. Doch er ist nicht optimistisch. Er glaube nicht, dass das vor Weihnachten noch etwas wird.

Ein gravierendes Problem ist seiner Meinung nach der sich stauende Verkehr auf der Schützenstraße, sobald die Zahl der Fahrzeuge steigt. Gerade weil man auch den Radverkehr fördern wolle, sei das problematisch. Die Strecke werde häufig von Radfahrern genutzt, die von der Eschener Gaste in die Innenstadt fahren. Auch wenn es noch keine offiziellen Pläne gebe, stehe die Verkehrsbehörde im Austausch mit dem Planungsamt und Straßenbauamt, sagt Lücht.

Bereits im November vergangenen Jahres stand für Schomaker fest, dass der Verkehr an der Kaufhalle neu geführt werden soll. Es sieht im Moment jedoch nicht danach aus, dass das bis zur Eröffnung des Marktes in der alten Kaufhalle noch geschieht.

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