Aurich

Kaufleute wollen weiter reduzierte Parkgebühren

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 12.11.2021 16:55 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Momentan müssen nach 15 Uhr sowie am Wochenende keine Parkgebühren gezahlt werden. Foto: Heino Hermanns
Momentan müssen nach 15 Uhr sowie am Wochenende keine Parkgebühren gezahlt werden. Foto: Heino Hermanns
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In einem Antrag bittet Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, auch im kommenden Jahr die reduzierten Parkgebühren beizubehalten. Doch es gibt auch Gegenstimmen.

Aurich - Zumindest im kommenden Jahr sollen die reduzierten Parkgebühren in Aurich weiter gelten. Das wünschen sich die Auricher Kaufleute. Sie haben nun offiziell einen entsprechenden Antrag bei der Verwaltung gestellt. Die Politik wird sich ab der kommenden Woche mit dem Ansinnen befassen.

In dem Antrag bittet Udo Hippen, Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins, die Sonderregelung bei den Gebühren für die oberirdischen Parkplätze auch 2022 fortzuführen. Er geht damit ein Stück hinter seine Forderung vom Oktober zurück. Damals hatte Hippen im ON-Gespräch gefordert, die vergünstigte Regelung dauerhaft in Aurich festzuschreiben. Zur Erinnerung: Im April vorigen Jahres hatte Hippen angeregt, die Parkgebühren zu reduzieren, um die Geschäfte der Innenstadt nach dem ersten Lockdown zu unterstützen. Im Juni 2020 wurde daher die Reduzierung der Parkgebühren zunächst für sechs Monate beschlossen. Die Regelung wurde im Dezember bis zum Ende dieses Jahres verlängert.

Kaufleute: Reduzierung ist gut angekommen

In seinem Antrag betont Hippen, dass er im Namen aller Kaufleute, aller Gastronomen und aller Vertreter der verschiedenen Organisationen der Innenstadt spricht. Die Gebührenbefreiung müsse auf jeden Fall unter dem Aspekt der Wirtschaftsförderung gesehen werden. Denn mit dem Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sei der stationäre Handel in eine seiner schwersten Krisen geraten. Durch viele Monate des Lockdowns seien Gastronomie und Geschäfte zur Untätigkeit verdammt worden. Das Leben in der Innenstadt sei zum Erliegen gekommen. Die Reduzierung der Parkgebühren sei sowohl von einheimischen Kunden als auch von Urlaubern sehr positiv bewertet worden. Das zeigten die Erfahrungen der Auricher Einzelhändler und Gastronomen.

Nach Einschätzung der Kaufleute, so Hippen abschließend, bedeute die Reduzierung der Parkgebühren außerdem ein wichtiges Instrument, um gegenüber den städtischen Mitbewerbern in Ostfriesland bestehen zu können. Auch dem Online-Handel könne so Paroli geboten werden.

Grüne wollen Ausweitung der Parkgebühren

Ein Verfechter von kostengünstigen Parkplätzen ist Fritz-Werner Schüt. Er besitzt am Georgswall selbst Stellplätze und hat die Gebühren dort denen der Stadt angeglichen. „Am liebsten hätte ich aber gar keine Gebühren“, sagt der ehemalige Vorsitzende des Kaufmännischen Vereins im ON-Gespräch. Er verweist auf die Stadt Biberach (Baden-Württemberg), in der er jüngst zu Besuch war. Dort parke man die erste Stunde gratis, danach würden je 20 Minuten 20 Cent fällig. „Man sollte zumindest zeitweise zum kostenlosen Parken in Aurich kommen“, so Schüt. Denn es gebe schon angesichts der Baustellen nur wenige Gründe, in die Innenstadt zu fahren. „Da kann man doch nicht noch Eintrittsgeld nehmen.“

Im Oktober hatte Gila Altmann (Grüne) das Thema Parkgebühren im Finanzausschuss aufgeworfen. Damals hatte sie Bürgermeister Horst Feddermann nach dem Parkraumkonzept für die Stadt Aurich gefragt. Eine Antwort hatte sie nicht bekommen. Auf ON-Anfrage teilte Feddermann am Freitag mit, dass er sich in der kommenden Woche zum Thema Parkgebühren äußern wolle. Wie berichtet, setzt Altmann sich dafür ein, weitere Stellplätze in der Innenstadt, zum Beispiel in der Lilienstraße oder der Kirchstraße, kostenpflichtig zu machen.

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