Aurich

ON-Umfrage: Fünf von sechs Befragten gegen bundesweite 2G-Regelung

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 09.11.2021 19:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
„Zutritt nur mit 2G - geimpft - genesen“ steht vor einem Café in der Region Hannover. Während der Corona-Pandemie dürfen derzeit nur Geimpfte und Genesene das Café betreten. Foto:DPA
„Zutritt nur mit 2G - geimpft - genesen“ steht vor einem Café in der Region Hannover. Während der Corona-Pandemie dürfen derzeit nur Geimpfte und Genesene das Café betreten. Foto:DPA
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Der Städtetag spricht sich zum Schutz vor Corona für eine bundesweite 2G-Regelung aus. Fast alle von den ON befragten Menschen in der Auricher Innenstadt sind dagegen. Das hat verschiedene Gründe.

Aurich - Der Städtetag fordert eine bundesweite 2G-Regelung für den Freizeitbereich. Fünf von sechs Befragten in der Auricher Innenstadt sind dagegen. Und das, obwohl sie selbst alle gegen das Coronavirus geimpft sind.

Elizabeth Jacobs aus Aurich Foto: Neelke Harms
Elizabeth Jacobs aus Aurich Foto: Neelke Harms

So zum Beispiel Elizabeth Jacobs aus Aurich. Der 54-Jährigen ist wichtig, dass jeder in Deutschland selbst entscheiden kann, ob er sich gegen Corona impfen lassen möchte oder nicht. Wenn Geimpfte und Genesene durch die 2G-Regelung Vorteile hätten, wäre das aus ihrer Sicht nicht mehr der Fall. „Das hat nichts mehr mit Demokratie zu tun“, sagt sie.

Gerd Agena aus Aurich Foto:Neelke Harms
Gerd Agena aus Aurich Foto:Neelke Harms

Auch Gerd Agena aus Aurich ist gegen eine bundesweite 2G-Regelung. Denn auch von Geimpften gehe ein Risiko aus, auch sie können das Virus weitertragen, sagt der 76-Jährige. Seiner Meinung nach wäre es sicherer wieder vermehrt auf Tests zu setzten. Vor allem an Orten, an denen viele Menschen aufeinandertreffen könne es mit Tests sicherer werden. Wenn sich alle, also auch Geimpfte und Genese vor einem Treffen mit Fremden auf Covid-19 testen lassen würden, sei es sicherer.

Dagmar Dirks aus Aurich Foto: Neelke Harms
Dagmar Dirks aus Aurich Foto: Neelke Harms

Einen Alternativvorschlag hat auch Dagmar Dirks aus Aurich. Die 54-Jährige ist für die Impfpflicht. Das sei ein sinnvolleres Mittel, als jetzt auf die 2G-Regelung zu setzen, sagt sie. Auch wenn sie selbst geimpft sei und keine Probleme mit der Regelung habe, sei sie in Rücksicht auf ihre ungeimpften Freunde dagegen.

Außerdem sorgt sie sich um die Gastronomie. Wenn dort nur noch Geimpfte und Genese reinkämen, könnte das den Lokalen viel Geld kosten, sagt sie.

Klaus Fooken aus Wilhelmshaven Foto:Neelke Harms
Klaus Fooken aus Wilhelmshaven Foto:Neelke Harms

Klaus Fooken aus Wilhelmshaven sagt: „Als Geimpfter interessiert mich das eigentlich nicht mehr.“ Jedoch ist er auch gegen die 2G-Regelung, da dadurch Ungeimpfte ausgeschlossen würden, sagt er. Er betont, dass es auch Leute gebe, die sich nicht impfen lassen können, genau wie manche aus gesundheitlichen Gründen im Supermarkt die Maske nicht aufsetzten könnten. Auch innerhalb seiner Familie sei dieses Problem schon aufgekommen erzählt er. Seine Enkelin habe ein Konzert besuchen wollen. Da dies unter 2G-Regelung stattfinden soll und sie weder geimpft noch gewesen ist, konnte sie nicht gehen, sagt er.

Laura Richter aus Hamburg Foto:Neelke Harms
Laura Richter aus Hamburg Foto:Neelke Harms

Laura Richter aus Hamburg ist ähnlicher Meinung .Auch die 30-Jährige sieht das Problem, dass es Leute gibt, die sich nicht impfen lassen können. Dass Ungeimmpfte durch eine 2G-Regelung allgemein ausgeschlossen werden würden findet sie jedoch nicht. Sie befürwortet daher eine 2G-Regelung. Vor allem Ausgehen würde dadurch einfacher. Schon jetzt sagt sie über ihre Heimat: „Es ist der Wahnsinn, was auf dem Kiez los ist.“

Angela Steffens aus Südbrookmerland Foto: Neelke Harms
Angela Steffens aus Südbrookmerland Foto: Neelke Harms

Auch Angela Steffens aus Südbrookmerland sieht das Problem, dass Ungeimpfte ausgeschlossen werden könnten. Man müsse genauso Verständnis dafür haben, wenn sich jemand nicht impfen lassen wolle, wie wenn man sich impfen lasse, sagt die 60-Jährige. Anstelle von Einschränkungen solle es mehr Aufklärung und Prävention geben, sagt sie. Ihrer Meinung nach müsse man den Ängsten der Bürger, sich impfen zu lassen vorbeugen. Doch sie sagt auch: „Ich betrachte die Dinge immer von beiden Seiten.“ Für sie persönlich habe eine 2G-Regelung viele Vorteile. Denn beispielsweise Sportkurse könnten dann wieder unbeschwerter stattfinden, sagt sie. Ohne Abstandsregelungen könne man vieles wieder ganz neu gestalten.

Für alle Befragten scheint die 2G-Regelung ein zweischneidiges Schwert zu sein. Oder wie Angela Steffens sagt: „Ich bin froh, dass ich das nicht entscheiden muss.“

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