Aurich
Ampel an Julianenburger Straße lässt auf sich warten
Die Julianenburger Straße in Aurich ist weiter gesperrt. Das sorgt für Unverständnis und Unmut bei den Kaufleuten, die auch Konsequenzen für die Georgswall-Pläne fordern.
Aurich - Spätestens am kommenden Sonntag, so lautete die Ankündigung des Landkreises Aurich, sollte die Ampel an der Julianenburger Straße/Kirchdorfer Straße fertig gestellt sein. Der Aufbau der fehlenden Masten hätte ab Dienstag dieser Woche beginnen sollen. Davon ist aber noch nichts zu sehen. Begonnen hat hingegen die Sanierung des westlichen Fußweges an der Julianenburger Straße.
Eine zweite Kolonne des Bauunternehmens Strabag hat den Fuß- und Radweg ausgekoffert und ist nun dabei, die neue Pflasterung zu verlegen. Zumindest für die Dauer des Auskofferns war auch eine Vollsperrung der Julianenburger Straße nötig.
Kreis: Öffnung der Straße steigert das Unfallrisiko auf der Kreuzung
Der Landkreis Aurich will aber die Vollsperrung auf jeden Fall so lange aufrecht erhalten, bis die Ampel an der Kreuzung Julianenburger Straße/Fischteichweg/Hafenstraße/Kirchdorfer Straße in Funktion ist. Darauf weist Kreissprecher Nikolai Neumayer auf ON-Anfrage hin. „Eine Öffnung der Kreuzung ohne Ampelanlage würde die Fahrzeugfrequenz und damit auch das Unfallrisiko auf der Kreuzung deutlich erhöhen.“
Das gelte auch, wenn man provisorisch in der Julianenburger Straße eine Einbahnstraßenregelung einrichten würde. Auch dann kämen weitere Konfliktpunkte aufgrund sich kreuzender Wege der Verkehrsteilnehmer hinzu. Eine entsprechende Lösung durch Baustellenampeln, die zuletzt vom Vorsitzenden des Kaufmännischen Vereins, Udo Hippen, gefordert worden war, weist Neumayer zurück. Eine solche Anlage müsste zunächst angemietet werden und könnte nur unwesentlich früher als die eigentliche Ampelanlage in Betrieb genommen werden.
Kaufleute: Georgswall ist wichtig als Verkehrsader
Kein Verständnis für dieses Vorgehen hat Fritz-Werner Schüt, dem unter anderem der Parkplatz hinter der Stadtbibliothek gehört. Schüt war lange Vorsitzender des Kaufmännischen Vereins und setzt sich immer noch für die Auricher Innenstadt ein. Obwohl der Georgswall auch von der Großen Mühlenwallstraße erreichbar sei, so Schüt im ON-Gespräch, mache sich die andauernde Sperrung der Hafenstraße deutlich bemerkbar. Nicht einmal zur Hälfte seien die Stellplätze in seinem Bereich belegt. „Die Menschen werden systematisch dazu bewegt, woanders einzukaufen“, sagt Schüt.
Auch Udo Hippen kritisiert die andauernde Sperrung der Hafenstraße. Er habe Rückmeldungen von mehreren Einzelhändlern in der Fußgängerzone, die seit Beginn der Bauarbeiten an der Julianenburger Straße Umsatzrückgänge registrieren. „Die Sperrung macht deutlich, welch hohen Stellenwert der Georgswall als Verkehrsader für die Innenstadt hat“, so Hippen. Er spricht sich damit gegen den Plan aus, aus dem Georgswall eine Flaniermeile zu machen, wie es die derzeitige Beschlusslage der Politik noch vorsieht.
Denn momentan gilt das, was vor gut zehn Jahren im Stadtrat beschlossen worden ist: sobald das Parkhaus am östlichen Ende des Georgswalls steht, soll dieser gesperrt und in eine Fußgängerzone umgebaut werden. Ein Plan, den die Kaufleute verhindern wollen. Unterstützung finden sie bei Bürgermeister Horst Feddermann, der von den alten Plänen nicht überzeugt ist. Daher muss sich wohl der neue Rat noch einmal mit dieser Thematik befassen.