Frankfurt

Ein unerwartetes Spitzenspiel und der Berliner Sonntagsblues

Udo Muras
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Von Udo Muras
| 05.11.2021 16:35 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Stehen sich im Spitzenspiel gegenüber: Bayerns Trainer Julian Nagelsmann und Christian Streich vom SC Freiburg. Foto: imago/Sven Simon
Stehen sich im Spitzenspiel gegenüber: Bayerns Trainer Julian Nagelsmann und Christian Streich vom SC Freiburg. Foto: imago/Sven Simon
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Die Champions League-Plätze sind für Mainz 05 in greifbarer Nähe, doch so einfach ist es nicht. In der Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin wird es statistisch richtig kniffelig, weiß unser Kolumnist Udo Muras.

Mainz 05 - Mönchengladbach (Freitag, 20.30Uhr): Zum zweiten Mal in dieser Saison kann Mainz 05 auf einen Champions League-Platz springen. Dazu wäre ein Sieg im Freitagspiel nötig. Gegen Borussia gab es zuletzt allerdings fünf Pleiten aus sechs Spielen, davon drei zuhause. Den letzten Heimsieg in diesem Duell feierten sie vor fünf Jahren. Doch: Borussia verlor vier ihrer fünf Auswärtsspiele der Saison und ihre letzten zehn Freitagsauswärtsspiele. Die Serie startete am 25. Januar 2016 mit einem 0:1 in - Mainz.

Bayern München - SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr): Das Spitzenspiel, mit dem keiner rechnete, bietet interessante Fakten. Nie stand Freiburg besser vor einer München-Reise, nur im Februar 1995 waren sie auch Dritter. Damals gab es einen von erst drei Punkten (2:2) aus 21 Paarungen. Bayern gewann 16 der letzten 17 Heimspiele gegen den SCF, gegen den er zuletzt im Mai 2015 (1:2 in Freiburg) verlor. Julian Nagelsmann verlor noch kein Heimspiel gegen Christian Streich (3-2-0). Egal, ob Bayern trifft: 38 Tore sind auch nach elf Spieltagen Bundesligarekord. Nur Freiburg ist noch ungeschlagen, elf Spiele wären Vereinsrekord.

VfL Wolfsburg - FC Augsburg (Samstag, 15.30 Uhr): Im Mai 2019 bereicherte diese Paarung die Rekordlisten beider Klubs. Der VfL gewann nie höher in der Bundesliga als 8:1, der FCA verlor nie höher. Wolfsburg hat seit November 2017 und sieben Duellen gegen Augsburg nicht verloren, trotzdem ist die Heimbilanz negativ (2-5-3). Der neue VfL-Trainer Florian Kohfeldt konnte bisher gegen Augsburg Heimsiege garantieren (3x mit Werder), bloß gegen Kollege Markus Weinzierl (150. Spiel für FCA) gewann er nie. Der VfL verlor seine letzten beiden Heimspiele, Augsburg ist elf Spiele auswärts sieglos (Vereinsrekord) und am harmlosesten (nur zwei Tore).

VfB Stuttgart - Arminia Bielefeld (Samstag, 15.30 Uhr): Wenn es einen Gegner gibt, der Bielefelds längste Sieglosigkeit ab Saisonstart stoppen kann, dann der VfB. Gegen den ist Arminia sechs Spiele ungeschlagen, schoss sie die meisten Tore (47) und gewann sie im Vorjahr beide Spiele. Nach dem 2:0 im Mai begann ihre schwarze Serie. Auf der Bank saß schon damals Frank Kramer, der bisher zwei Spiele in Stuttgart coachte - und beide 2:0 gewann, 2013 sogar mit Fürth. Der bisher enttäuschende VfB (13. Platz) will seine Fans nach drei Heimniederlagen (inklusive Pokal) versöhnen.

VfL Bochum - TSG 1899 Hoffenheim (Samstag, 15.30 Uhr): Diese Klubs gingen sich lange aus dem Weg. Als Hoffenheims Bundesligaepoche 2008 begann, ging die des VfL allmählich zu Ende - vorläufig. Aus zwei gemeinsamen Bundesligajahren holte jeder zwei Siege, diese immer schön abwechselnd. Am 23. Februar 2010 gewann der VfL das letzte Treffen mit 2:1, zuhause. In dieser Paarung fielen immer mindestens drei Tore. Bochum hat eine positive Heimbilanz in dieser Saison (2-1-1), die TSG ist auswärts vier Spiele sieglos und entwickelt allmählich einen Aufsteigerkomplex (5x kein Sieg).

RB Leipzig - Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr): Der BVB kann RB guten Mutes Revanche für das Pokalfinale geben, gewann er doch die letzten vier Pflichtspielduelle. In Leipzig gab es gar drei Siege in Folge, das erlaubte RB keinem anderen Gegner in bisher fünf Bundesligajahren. Für BVB-Trainer Marco Rose, bisher in Gladbach, wäre ein Sieg in Leipzig allerdings etwas Neues. Die Roten Bullen starteten zwar nie schlechter, sind aber sechs Ligaspiele ungeschlagen und gewannen drei Heimspiel in Folge. BVB-Kapitän Marco Reus würde mit einem Sieg in der Vereinswertung am aktuellen Sportchef Sebastian Kehl (8. Platz) vorbeiziehen.

Hertha BSC - Bayer Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr): Die Daten aus diesem Duell (14-12-24) sprechen für Bayer, das sogar in Berlin eine positive Bilanz (10-7-8) hat. Allerdings hat Leverkusen seit Mai 2019 kein Tor mehr gegen Hertha geschossen, folglich auch nicht gewonnen. Da Pal Dardai wieder auf der Hertha-Bank sitzt, ist mit Unentschieden nicht zu rechnen - ihm ist das gegen Bayer nie passiert (4-0-5). Bayer gehört zu den drei auswärts noch ungeschlagenen Teams, Hertha gewann nur drei der letzten 16 Sonntagspiele.

1. FC Köln - Union Berlin (Sonntag, 17.30 Uhr): Noch hat in der Ära Steffen Baumgart keiner in Köln gewonnen, nun kommen die dort ausnahmslos siegreichen Köpenicker. Beide Bundesligagastspiele gewann Union, jeweils mit 2:1. Dennoch gibt es auch schlechte Erinnerungen an dieses Stadion: am 7. Oktober 2002 verlor Union in der 2. Liga in Köln mit 0:7, trauriger Vereinsrekord im Profifußball. Baumgart, früher selbst Union-Kicker, erlebte als Trainer gegen seinen Ex-Klub bisher nur zwei Heimremis. Kollege Urs Fischer wiederum verlor nie gegen Köln (5-1-0). Gewinnt Köln, käme man in der Ewigen Heimtabelle auf genau 1500 Punkte.

SpVgg Greuther Fürth - Eintracht Frankfurt (Sonntag, 19.30 Uhr): Die Franken sind gegen die Eintracht seit Oktober 2004 (2:1) fünf Pflichtspiele sieglos, das einzige Bundesligaheimspiel gegen sie endete, im März 2013, 2:3. Gibt es die nächste Niederlage für das abgeschlagene Schlusslicht (erst ein Punkt), wären sie die schlechteste Mannschaft aller Zeiten nach elf Spieltagen. Der Minusrekord steht nämlich bei zwei Punkten. Auch 22 sieglose Heimspiele (und damit alle in der Bundesligahistorie) wären Bundesligarekord. Doch Gast Eintracht ist außer Form, spielt die schlechteste Saison seit 2003/04 und gewann nur eins der letzten acht Auswärtsspiele. 

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