Aurich
Gewerbevereine wollen sich mehr abstimmen
In Aurich trafen sich Vertreter von Werbegemeinschaften aus Ostfriesland, Friesland und Wilhelmshaven. Ein großes Thema waren die Gewerkschaft Verdi und verkaufsoffene Sonntage.
Aurich - Verkaufsoffene Sonntage sollen den Kunden in Städten und Gemeinden zusätzliche Kaufanreize geben. In aller Ruhe können die Menschen dann durch die Städte bummeln und ohne Zeitdruck etwas mehr einkaufen als eigentlich geplant.
Das zumindest ist die Absicht, die Gewerbevereine verfolgen. Die Gewerkschaft Verdi sieht das ganz anders. Die Menschen könnten jeden Euro nur einmal ausgeben, und das müsse nicht am Sonntag geschehen. Deswegen beruft Verdi sich insbesondere in den vergangenen drei Jahren verstärkt auf das niedersächsische Gesetz zu den Ladenöffnungszeiten und verhindert nach Kräften verkaufsoffene Sonntage in der Region.
Zwei klare Ergebnisse brachte das Treffen
Die Gewerbevereine und Kaufmannschaften in den Städten und Gemeinden sind dabei in aller Regel Einzelkämpfer. Das wollte der Kaufmännische Verein (KV) Aurich nun beenden. Vorsitzender Udo Hippen hat seine Kollegen zwischen Norden und Leer, Emden und Wilhelmshaven nach Aurich eingeladen, um die Situation zu besprechen. Vertreter von 15 Werbegemeinschaften waren so am Donnerstagabend zusammengekommen. Zwei klare Ergebnisse hat das Treffen laut Hippen gebracht.
Zum einen wollen die Werbegemeinschaften keine Front gegen die Gewerkschaft herstellen. Ein Konfrontationskurs werde nichts bringen, zumal die Probleme in jeder Kommune etwas anders gelagert seien. Zum anderen wollen sich die Kaufleute künftig bei der Planung der verkaufsoffenen Sonntage besser absprechen. „Natürlich gibt es feste Termine, die sich nicht schieben lassen“, sagt Hippen. Beispiele seien das Emder Matjesfest oder der Auricher Geranienmarkt. Aber der Auricher Familientag sei zum Beispiel nicht an ein festes Datum gebunden. Und dann müsse es nicht sein, das vergleichbare Angebote gleichzeitig in Norden und Leer stattfänden.
Vorgabe „Traditionsveranstaltung“ ist Problem
Das Problem ist laut Hippen, dass mit den engen Vorgaben von Verdi neue Veranstaltungen im Grunde nicht etabliert werden können. Denn eine Forderung ist stets, dass man eine Traditionsveranstaltung brauche, die auch ohne die geöffneten Geschäfte funktioniert. „Unsere Pflanzenmärkte zum Beispiel tragen sich selbst.“ Mit dieser Vorgabe aber sei es für Unternehmen wie Rudnick schwer, auch die Genehmigung für einen verkaufsoffenen Sonntag zu bekommen. Denn im Industriegebiet Süd gibt es nun einmal keine Traditionsveranstaltungen.
Heiko Kruse ist zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins Südbrookmerland. Er kennt das Problem. „Wir haben wenigstens noch das Unternehmen Wessels mit dem Anglerfest.“ In Südbrookmerland sei es zudem problematisch, dass es viele Ortsteile und kein Zentrum gebe. Das Treffender Werbegemeinschaften in Aurich sei sehr gut gewesen, so Kruse, auch wenn er befürchte, dass sich an der Haltung von Verdi doch nichts ändern werde.
Sein Vorschlag ist daher, ein Treffen aller Werbegemeinschaften zusammen mit den jeweiligen Bürgermeistern zu organisieren. „Es müssten alle zusammen in einer Halle zusammenkommen. Dann könnten wir verdeutlichen, welche Probleme wir mit Verdi und den verkaufsoffenen Sonntagen haben.“ Denn viele Mitarbeiter kleiner Geschäfte seien beriet, am Sonntag zu arbeiten. „Probleme gibt es nur in großen Betrieben, in denen Verdi aktiv ist.“